Beschreibung der Beschaffung
Auszuführende Leistungen Gewerk Sanitär:
Das Grundleitungsnetz wird innerhalb des Gebäudes unter der Bodenplatte komplett Stillgelegt.
In Abstimmung mit dem Bauherrn, Nutzer sowie allen Planungsbeteiligten werden in den Regelklassen künftig keine Waschtische mehr vorgesehen. Die Anordnung der verschiedenen Fachräume wurde ebenfalls angepasst. Durch diese Maßnahmen kann auf einen Großteil des vorhandenen Grundleitungsnetzes verzichtet werden. Bis auf den Bereich der Lehrküchen können die vorhandenen Grundleitungsanschlüsse zurückgebaut und verschlossen werden (LB Hochbau). Die bestehenden Abwasserleitungen unter der wasserdichten Bodenplatte wurden bereits vor einigen Jahren mittels einer TV-Kamera-Befahrung untersucht. Dabei wurde ein desolater Zustand der Leitungen festgestellt. Ein Austausch der Leitungen innerhalb des Gebäudes hätte eine Zerstörung der WU-Bodenplatte zur Folge. Eine Sanierung der Rohre z.B. mittels Inliner-Verfahren stellt keine mögliche Option dar. Auf Grund der erheblichen Ablagerungen und Verkrustungen sowie Leitungsschäden stellt sich als wirtschaftlichste und dauerhafte Lösung die Verlegung von neuen Sammelleitungen zur Ableitung der Lehrküchen-Abwässer dar. Das Küchenabwasser darf künftig gemäß städtischer Abwassersatzung nicht unmittelbar dem Kanalnetz zugeführt werden. Es ist unbedingt ein Fettabscheider zwischenzuschalten. Die Errichtung einer entsprechenden Anlage (Erdeinbau) einschl. Hebeanlage wird im Pausenhofbereich des Schulgebäudes geplant (siehe KG 550).
Ablaufstellen welche über der Rückstauebene liegen, werden als Freispiegelentwässerung direkt dem Schmutzwasserkanal zugeführt. Die Verlegung entsprechender Abwasserleitungen ist im Bereich der abgehängten Decke im Untergeschoß geplant. Ablaufstellen unterhalb der Rückstauebene werden durch dezentrale Überflur-Hebeanlagen über entsprechende Druckleitungen mit einer Druckschleife über der Rückstauebene in die Schmutzwasser-Sammelleitungen eingeleitet.
Nach Erfordernis werden an die Grundleitungen, an die Hauptsammelleitungen bzw. an längere Stichleitungen Kanalentlüftungen angeordnet und über z.T. gemeinsame Steigleitungen an mehreren Punkten des Gebäudes über Dach geführt.
Zur Gebäudeentwässerung werden zur Sicherstellung eines angemessenen Schallschutzniveaus schallgedämmte Abflussrohrleitungen eingesetzt. Die Verlegung erfolgt größtenteils in Installationswänden bzw. Vorwandschächten.
Sanitärräume werden mit Bodenabläufen ausgestattet.
Die Ableitung des Regenwassers von den Dachflächen wurde im Rahmen der Dachsanierung vor einigen Jahren bereits auf ein Rinnensystem mit außenliegenden Fallleitungen mit entsprechenden Kanalanschlüssen umgebaut.
Der Trinkwasser-Hausanschluss für das Schulgebäude befindet sich im Technikraum im Untergeschoß.
Die Anbindung des bestehenden Schulgebäudes erfolgt über eine erdverlegte PE-Leitung.
Die aktuelle Trinkwasseranalyse Stand September 2017 der Stadtwerke Plattling liegt dem Entwurf zu Grunde. Die Analyse weist einen Gesamthärtegrad von 17,80° dH auf. Das Wasser entspricht mit dem angegeben Wert dem Härtebereich „hart“. Der Einbau von Anlagen zur Wasserenthärtung wird seitens Auftraggeber nicht gewünscht.
Die Bereitstellung von Trink-Warmwasser ist nur in einzelnen, definierten Bereichen wie barrierefreien WC-Anlagen, Erste-Hilfe-Raum, Putzräumen sowie den Becken der Fachräume geplant und erfolgt ausschließlich dezentral mittels elektrischen Durchlauferhitzern. Örtlich angrenzende WW-Zapfstellen werden hierbei gesammelt durch ein Gerät versorgt. Zirkulationssysteme sind auf Grund der jeweils geringen Leitungsinhalte nicht erforderlich.
Zur Vermeidung von Trinkwasser-Stagnation ist die Installation als so genanntes „Trinkwasser-Hygienesystem“ geplant. Hierbei werden die Leitungen vom ersten bis zum letzten Versorgungspunkt mittels Ringleitungen und Venturi-Strömungsteilern bzw. Doppel-Wandscheiben durchgeschliffen. An den jeweiligen Strang-Enden werden automatische Hygiene-Spülarmaturen eingebaut. Diese stellen den hygienisch notwendigen Wasseraustausch während längerer Stillstandzeiten (>72 Stunden) sicher. Die aktuelle Trinkwasserverordnung und VDI 6023 sind dabei zu beachten.
Trinkwasserleitungen sind als Edelstahlrohr geplant und werden mit den gemäß der einschlägigen Normen und Regeln der Technik geforderten Dämmstoffstärken mittels Schläuchen gedämmt. Für Armaturen sind Dämmkappen vorgesehen.
Rohrleitungen in Wand-/Deckendurchführungen mit feuerbeständigen Anforderungen sind mit Dämmung nach MLAR auszuführen.
Die Verlegung erfolgt größtenteils in Installations- und Vorwandschächten sowie auf Etagenebene unter der abgehängten Decke.
Als Absperrungen kommen Rotguss-Freistromventile zum Einsatz.