Beschreibung der Beschaffung
Die Städte Aalen und Heidenheim planen die gemeinsame Beschaffung von Planungs- und Ingenieurleistungen zur Erstellung einer ganzheitlichen Planung der Telekommunikationsinfrastruktur.
Die Leitlinien der Smart City Charta des Bundes besagen, dass die digitale Transformation Ziele, Strategien und (Infra-)Strukturen sowie Daten und Dienstleistungen benötigt. Die Telekommunikationsinfrastruktur dabei auf Glasfaser und kommerziellen Mobilfunk zu beschränken, ist jedoch unzureichend. Die Zukunft der Telekommunikationsinfrastruktur ist konvergent.
Welche Weichen müssen Aalen und Heidenheim stellen, welche Vorleistungen sind einzuplanen, damit auch in Zukunft dem technischen Fortschritt Rechnung getragen werden kann? Das zentrale Element auf diesem Weg ist eine innovative und ganzheitliche Infrastrukturplanung.
Die ganzheitliche Planung der Telekommunikationsinfrastruktur beschreibt das Zusammenwachsen unterschiedlicher Technologien und die zahlreichen Wechselwirkungen und Abhängigkeiten der Teilbereiche untereinander. Unsere Telekommunikationsnetze sind sehr vielseitig – mit jeder Innovation und mit jeder neuen Anwendung werden sie komplexer. Um bei dieser Entwicklung den Überblick zu behalten und vorausschauend handeln zu können, ist ein synergetischer Ansatz das Mittel der Wahl. Nur mit dieser ganzheitlichen Herangehensweise bei der Planung ist der Nachhaltigkeitsaspekt erfüllbar, welchen die Leitlinie 1.1 der Smart City Charta des Bundes als Marschrichtung bzw. Grundvoraussetzung für die zukünftige Stadtentwicklung vorgibt.
Um in der Umsetzungsphase direkt in die Realisierung der ganzheitlichen Planung der Telekommunikationsinfrastruktur , aufbauend darauf aber auch in die Umsetzung der weiteren Projektbausteine starten zu können, wird dieser Projektansatz bereits im Zuge der Strategiephase als allgemeine Grundlage für beide Städte mitentwickelt. Dieser liefert die grundlegende Infrastrukturplanung, den Ausgangspunkt für weitere Meilensteine wie beispielsweise eine kommunale Cockpitlösungen, intelligentes Parkraummanagement oder den neuen City-Logistik Ansatz. Die ganzheitliche Planung der Telekommunikationsinfrastruktur ist das Grundgerüst, mit dessen Hilfe ein „Digitaler Zwilling“ als digitales Abbild vielfältiger städtischer Prozesse entstehen kann. Im Rahmen eines Digitalen Stadtentwicklungskonzeptes (DSEK) werden standortspezifische Möglichkeiten für die digitalgetriebene Wertschöpfung definiert und zur Umsetzung neuer digitaler Stadtentwicklungsfelder erprobt. Sogenannte „Living Labs“ ermöglichen den Test von Anwendungen mit besonders hohem Mehrwertpotenzial, bevor diese flächendeckend ausgerollt werden. Bei der Planung spielen insbesondere Sensorik, 5G-Konzept, Mobilfunkausbau inkl. FIBER TO THE INFRSTRUKTUR-Planung (FTTI), mögliche Augmented Reality-Applikationen und der „Digitale Zwilling“ zusammen. Die ausgeschriebene Planungsleistung fungiert somit als Grundlage für alle weiteren Aktivitäten der Smart Cities Aalen und Heidenheim.
Da all diese Teilbereiche ineinandergreifen und aufeinander aufbauen, ist die ganzheitliche Planung der Telekommunikationsinfrastruktur das solide Fundament, auf dem die Städte Aalen und Heidenheim ihre Digitalstrategien mit klaren Prioritäten und Zielen weiterentwickeln und für alle greifbar und erlebbar machen können.
Die heutige digitale Infrastruktur besteht nicht nur aus dem Glasfasernetz, sondern ebenso aus weiteren Netzebenen, wie beispielsweise Mobilfunknetzen. Das zurzeit durch die Netzbetreiber auszubauende 5G-Netz mit seiner hohen Datenübertragung sowie der Möglichkeit einer Echtzeitkommunikation ist Voraussetzung für viele Anwendungen im Zusammenhang mit Smart City-Projekten. Das 5G-Netz benötigt Glasfaserzuführungen zu den Antennenstandorten und somit müssen für einen Smart City-Rollout sowohl Glasfaser- als auch 5G-Netze vorhanden sein. Des Weiteren wird ein Vielfaches an Senderstandorten für das 5G-Netz benötigt, da durch die höheren Frequenzen die Reichweite der Standorte sinkt. Die Städte Aalen und Heidenheim machen sich daher auf den Weg, um die nötigen Vorbereitungen für eine digitale Zukunft zu treffen. Wesentliche Punkte der Vorbereitungen bestehen in der Identifikation möglicher Mobilfunkstandorte und der Einplanung der Standorte in das FTTB-Glasfasernetz zur Sicherstellung der Netzkonvergenz.
Mit Hilfe der ganzheitlichen Planung der Telekommunikationsinfrastruktur wird in Aalen und Heidenheim der Netzausbau proaktiv mitgestaltet, sodass alle Dienste wie beispielsweise die smarte Mobilität oder die Umsetzung eines umfassenden Parkraummanagements auf kommunaler Ebene nutzbar und strategisch steuerbar sind. Durch die Mitplanung des Mobilfunkausbaus werden Tiefbauarbeiten optimiert, Doppelungen vermieden und dadurch Kosten eingespart.
Mit dem Konvergenten Netzplan können zukunftssichere Planungen nach aktuellen fördertechnischen Vorgaben vollzogen werden. Die bereits geschaffene Infrastruktur wird durch die Aktivierung von Inselnetzen in Wert gesetzt und für die Ziele des Smart City-Projekts #Aalen-HeidenheimGemeinsamDigital nutzbar gemacht.
Der Leistungsumfang betrifft folgende Teilbereiche (exakter Beschrieb siehe Anlage Leistungsverzeichnis):
Konvergente Netzplanung für Aalen und Heidenheim:
- Projektsteuerung und Reporting
- Mobilfunkabdeckung
- Breitbandbestandserhebung (Festnetz/Funknetz)
- Anpassung der bestehenden FTTB-Planung
- Mobilfunkschemaplanung 5G und LTE-Funklochschließung
- Ausarbeitung Kostenschätzung
LWL Planung/Umplanung im Stadtgebiet Aalen:
- Analyse der Ist-Situation und Ermittlung von Kostensenkungspotentialen
- Struktur- und Mitverlegungsplanung FTTB nach Vorgaben der Bundesförderung