Beschreibung der Beschaffung
Die DB Netz AG plant an der Strecke 5309 Nürnberg Hbf - Schirnding im Abschnitt km 17,800 - km 18,200die Sanierung des bestehenden Dammes.
Der betrachtete Damm zeigt wiederholt Gleislagefehler und einen dauerhaft stark erhöhten Instandhaltungsaufwand mit häufigen Gleislagekorrekturen zur Aufrechterhaltung der Streckenverfügbarkeit.
In der Vergangenheit wurden gemäß bereits folgenden bautechnischen Maßnahmen aus-geführt:
• Aufgrund von Gleissenkungen und Bodenaufwölbungen am Dammfuß wurden im Herbst 1960 als Sofortmaßnahme zwischen km 18,080 und 18,120 am bahnrechten Dammfuß Vorschüttungen zur Dammstabilisierung hergestellt.
• Im Jahr 1970 wurden im gleichen Abschnitt km 18,080 - km 18,120 bahnrechts Zementinjektionen in den Dammkörper eingebracht.
• Im Jahr 2002 wurde zwischen km 17,800 und km 18,200 in beiden Streckengleisen eine Schutzschicht eingebaut.
Als Ursachen für die Gleislageprobleme und Instabilitäten des Dammes sind zu benennen:
• unzureichende Lagerungsdichte der im oberen und im südlichen (unter dem Gleis Nürnberg Hbf - Schirnding) Teil des Dammes anstehenden umgelagerten Sande, dadurch nach wie vor Akkumulation von Setzungen,
• der im Dammkern insbesondere im unteren und im nördlichen Teil (unter dem Gleis Schirnding - Nürnberg Hbf) anstehende witterungsempfindliche, z. T. aufgeweichte und zu Rutschungen neigende Feuerletten und
• übersteile Dammböschungen bei gleichzeitig großer Dammhöhe.
Die in der Vergangenheit eingetretenen Schäden, die zeitweilig beobachteten Bewegungen des Dammkörpers und die immer wiederkehrenden Gleislagefehler mit deutlich erhöhtem Instandhaltungsaufwand zeigen, dass sich der Erdkörper lediglich in einem Grenz-gleichgewichtszustand befindet. Tragfähigkeitsreserven sind nicht vorhanden.
Die Verformungen des Dammes halten an und ein Abklingen der Bewegungen ist nicht absehbar.
Um eine Einschränkung der Streckenverfügbarkeit zu vermeiden, soll eine grundhafte und tiefreichende Ertüchtigung des Dammabschnittes ausgeführt werden.
Mit den bisher ergriffenen Maßnahmen konnten die Tragfähigkeit und die Gebrauchstauglichkeit des Dammes nur zeitweilig verbessert werden.
Die in der Vergangenheit eingetretenen Schäden, die zeitweilig beobachteten Bewegungen des Dammkörpers und die immer wiederkehrenden Gleislagefehler mit deutlich erhöhtem Instandhaltungsaufwand zeigen, dass sich der Eisenbahndamm lediglich in einem Grenzgleichgewichtszustand befindet. Tragfähigkeitsreserven sind nicht vorhanden.
Im Geotechnischen Bericht wurden Tragfähigkeitsuntersuchungen durchgeführt. Diese zeigen für den gesamten Dammabschnitt, dass die rechnerische Tragfähigkeit des Dammes nicht gegeben ist. Sie bestätigen damit die obigen Aussagen.
Zudem werden geodätische Messungen zur Überwachung der Dammbewegungen durch-geführt. Diese zeigen kontinuierliche Verformungen mit ähnlichen Verformungsbeträgen und gleichbleibender Verformungsgeschwindigkeit.
Die Verformungen halten nach wie vor an und ein Abklingen der Bewegungen ist nicht absehbar.
Ziel der geplanten Sanierung des Heuchlinger Dammes ist es, die Damm- und Gleisverformungen zu stoppen, die Tragfähigkeit des Dammes dauerhaft zu sichern und die Streckenverfügbarkeit mit der erforderlichen Betriebsqualität (ve = 160 km/h) ohne erhöhten Instandhaltungsaufwand langfristig sicherzustellen.
Die Beschreibung des geplanten Zustandes bezieht sich auf die Realisierung der vorgeschlagenen und zwischenzeitlich von der Projektleitung bestätigten Vorzugsvariante für die Dammsanierung
• mit dem Fräs-Misch-Injektionsverfahren (FMI) im Dammkern und
• mit der Böschungsabflachung (Dammanschüttung) im Bereich der Dammflanken
Die Dammsanierung erfolgt mittels Fräs-Misch-Injektionsverfahren (FMI-Verfahren) unter wechselseitigen Betriebszuständen. Im Zuge der jeweiligen Bauphasen (Herstellung FMI mittels Frässtreifen, Dammanschüttung, etc.) erfolgt die Herstellung des Oberbaus phasenweise. Beim FMI-Verfahren wird der bestehende Bahndamm lamellenweise bis zu einer Tiefe von ca. 9 m aufgefräst. Dabei wird das vorhandene Erdmaterial im gleichen Arbeitsgang mit der Betonsuspension vermischt und in den Erdkörper wieder eingebracht. Nach Verfestigung entsteht hierbei ein massiver Betonkörper.
Der Bauablauf ist den angemeldeten Gleissperrungen entsprechend in folgende Hauptbauphasen untergliedert:
Bauphase 0: 01.02.2022 bis 29.06.2022
Keine Einschränkungen des Eisenbahnverkehrs
Ausführung der vorlaufenden Arbeiten:
— Rodung Baumstümpfe und Rückschnitt Vegetation (vor 01.03.2022)
— Neubau provisorischer Kabeltrog bahnlinker Dammfuß
— Herstellen BE, Baustraßen und Beginn Rampenaufbau bahnlinke Seite
— Vermessung
— Suchschachtungen und Sicherung Kabel und Leitungen
Bauphase 1: 29.06.2022 / 0:00 Uhr bis 02.07.2022 / 5:00 Uhr:
Totalsperrung beide Gleise
Ausführung folgender Arbeiten:
— Kabelverlegung in den provisorischen Kabeltrog + Kabelumschaltung
— Aufbau feste Absperrung
— Fertigstellen Rampen bahnlinks
— Rückbau Oberbau und Kabelkanal Gleis 2
— Herstellen Arbeitsebene für FMI
Bauphase 2: 02.07.2022 / 5:00 Uhr bis 17.07.2022 / 0:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: Schutz-La 70
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: durchgehende Sperrung
Ausführung folgender Arbeiten:
— Fortsetzung Rückbau Oberbau und Kabelkanal Gleis 2
— Fortsetzung Herstellen Arbeitsebene für FMI Gleis 2
— Herstellen FMI Gleis 2 - vom Betriebsgleis abgewandte Frässteifen
— Herstellen Dammanschüttung, vorzugsweise bahnlinks
Bauphase 3: 17.07.2022 / 0:00 Uhr bis 28.07.2022 / 5:00 Uhr:
Totalsperrung beide Gleise
Ausführung folgender Arbeiten:
— Herstellen FMI Gleis 2 - dem Nachbargleis nächstgelegene 3 Frässteifen
— Herstellen Dammanschüttung, vorzugsweise bahnlinks
Bauphase 4: 28.07.2022 / 5:00 Uhr bis 06.08.2022 / 5:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: Schutz-La 70
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: durchgehende Sperrung
Ausführung folgender Arbeiten:
— Fortsetzung Herstellen FMI - vom Betriebsgleis abgewandte Frässteifen
— Fertigstellen Dammanschüttung bahnlinks im Bereich der Dammschulter
— Einbau Schutzschicht Gleis 2
— Herstellen Kabelkanal an bahnlinker Dammschulter
— Herstellen Oberbau Gleis 2
Bauphase 5: 06.08.2022 / 5:00 Uhr bis 08.08.2022 / 5:00 Uhr:
Totalsperrung beider Gleise
Ausführung folgender Arbeiten:
— Rückverlegung Kabel in Kabeltrog + Kabelumschaltungen
— Umbau feste Absperrung
— Herstellen Oberbau Gleis 2 und IBN Gleis 2
— Rückbau Oberbau Gleis 2
Bauphase 6: 08.08.2022 / 5:00 Uhr bis 23.08.2022 / 0:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: durchgehende Sperrung
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: Schutz-La 70 (+ Nachlauf-La)
Ausführung folgender Arbeiten:
— Fortsetzung Rückbau Oberbau und Kabelkanal Gleis 1
— Herstellen Arbeitsebene für FMI Gleis 1
— Herstellen FMI Gleis 1 - vom Betriebsgleis abgewandte Frässteifen
— Herstellen Dammanschüttung bahnrechts
Bauphase 7: 23.08.2022 / 0:00 Uhr bis 02.09.2022 / 5:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: durchgehende Sperrung
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: Schutz-La 70
Ausführung folgender Arbeiten:
— Herstellen FMI Gleis 1 - dem Nachbargleis nächstgelegene 3 Frässteifen
— Herstellen Dammanschüttung bahnrechts
Bauphase 8: 02.09.2022 / 5:00 Uhr bis 08.09.2022 / 0:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: durchgehende Sperrung
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: Schutz-La 70
Ausführung folgender Arbeiten:
— Fortsetzung Herstellen FMI - vom Betriebsgleis abgewandte Frässteifen
— Fertigstellen Dammanschüttung bahnrechts im Bereich der Dammschulter
— Einbau Schutzschicht Gleis 1
— Herstellen Oberbau Gleis 1
Bauphase 9: 08.09.2022 / 0:00 Uhr bis 12.09.2022 / 5:00 Uhr:
Gleis 1 Nürnberg Hbf - Schirnding: durchgehende Sperrung
Gleis 2 Schirnding - Nürnberg Hbf: Schutz-La 70
Ausführung folgender Arbeiten:
— Rückbau feste Absperrung
— Herstellen Oberbau Gleis 1 und IBN Gleis 1
Bauphase 10: ca. Apr/Mai 2023
Nachtsperrpausen beide Gleise
Ausführung folgender Arbeiten:
— Belastungsstopfgang
— Ausführung Restarbeiten und Baustellenberäumung
Weitergehende Angaben zum Bauablauf sind dem Sperrpausenkonzept sowie der Baubetrieblichen Anmeldung in der Anlage 13 zu entnehmen.
Es handelt sich um folgende Leistungen:
— Grundleistungen Bauvertragliche fachtechnische BÜW gemäß Anlage 1.1 Los 1-3
— Eisenbahnbetriebliche Leistungen und Sicherungsüberwachung gemäß Anlage 1.2 Los 1-3
— Leistungen nach VV BAU und VV BAU-STE des EBA gemäß Anlage 1.3 Los 1-3
— Leistungen nach Baustellenverordnung (Ausführungsphase) gemäß Anlage 1.4 Los 1
— Abfallmanagement gemäß Anlage 1.5 Los 1