Beschreibung der Beschaffung
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat den Zukunftswettbewerb nachhaltige Mobilität (#mobilwandel2035) ins Leben gerufen, um kommunale Akteure in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Zielbilder eines nachhaltigen Mobilitätswandels zu unterstützen.
Gegenstand der Ausschreibung ist die wissenschaftliche Begleitung des Zukunftswettbewerbs Mobilität im Rahmen einer prozessbegleitenden Evaluierung. Diese strebt an aufzuzeigen, wie die Prozesse zur Zielerreichung auf Programm- und Projektebene abgelaufen sind und unter welchen Bedingungen eine erfolgreiche Umsetzung ermöglicht wurde. Dafür soll einerseits auf übergeordneter Ebene analysiert werden, inwiefern der Wettbewerbsprozess inkl. der Begleitaktivitäten wie geplant funktioniert hat, andererseits sollen Treiber, Widerstände und damit zusammenhängende unmittelbaren Wirkungen auf lokaler Ebene untersucht werden.
Ziel ist es, die während der Programmlaufzeit eingetretenen Veränderungen zu dokumentieren und getroffene Entscheidungen und Lernerfahrungen nachvollziehbar und für zukünftige Programme und Projekte des BMU nutzbar zu machen. Die Erfassung von Wirkungen steht nicht im Vordergrund der Evaluierung, sollte aber – durch eine Untersuchung, wie und warum Veränderungen vor Ort (nicht) stattgefunden haben – bei der Einschätzung der Prozesse soweit notwendig berücksichtigt werden. Zum Abschluss wird die Evaluierung Handlungsempfehlungen für die zukünftige Ausgestaltung von Projekten und Programmen zu Umsetzung einer nachhaltigen Mobilitätspolitik auf kommunaler Ebene geben.
Die Evaluation soll Antwort auf folgende vorläufige Evaluationsfragen geben. Im Rahmen der Inception Phase können diese Evaluationsfragen nach Durchsicht der für die Förderung vorgesehenen Projektskizzen bei Bedarf noch in Absprache mit dem Auftraggeber angepasst oder geschärft werden.
Programmebene:
1. Inwiefern funktioniert der Wettbewerb wie vorgesehen? Inwiefern führt der zweistufige Backcasting-Ansatz des Wettbewerbs zu ambitionierten und gleichzeitig umsetzbaren Zielbildern?
2. Inwiefern tragen Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Beratung sowohl geförderter als auch nicht geförderter Projekte/Kommunen zur Weiterentwicklung von nachhaltigen Mobilitätskonzepten in den Kommunen bei?
Projektebene:
3. Welche Treiber und Widerstände (z. B. Akteure, Rahmenbedingungen, technologische Entwicklungen etc) beeinflussen in den Projekten vor Ort den Entwicklungs- und Umsetzungsprozess und wie?
4. Inwiefern führt der partizipative Prozess in den Projekten zu gegenseitigem Lernen, zu einer Qualitätssteigerung und zu einer höheren Akzeptanz der Ergebnisse in den Kommunen?
5. Inwiefern hat der Wettbewerbsprozess vor Ort zu Einstellungs- oder Verhaltensänderungen von Beteiligten (kommunale Entscheidungsträger, Zivilgesellschaft, Unternehmen, Verbände, Wissenschaft, etc.) geführt oder zu Änderungen in Strukturen (z. B. Verwaltung) beigetragen?
Zur Beantwortung der Evaluationsfragen ist ein theoriebasiertes Evaluationsdesign vorgesehen, welches anhand qualitativer und quantitativer sozialwissenschaftlicher Methoden die Prozesse und Wirkweisen des Wettbewerbs untersucht. Schwerpunkt der Analyse sollte dabei auf den Prozessen liegen, um festzustellen wie und warum einzelne Aspekte der Programmgestaltung zur Zielerreichung beigetragen haben und welche Rahmenbedingungen dafür förderlich oder hinderlich waren.