Beschreibung der Beschaffung
Die Samtgemeinde Bersenbrück beabsichtigt die Sanierung eines Freibads. Das Freibad Bersenbrück wurde im Jahr 1961 eröffnet, 1988 erstmalig renoviert und umgestaltet. Aufgrund des Bauwerksalters ist das Badebecken für Schwimmer und Nichtschwimmer sowie das Sprungbecken in zunehmendem Maße reparaturbedürftig. Das 50m-Becken entspricht den Anforderungen an einen modernen Schwimmbetrieb nicht mehr und die allgemein anerkannten Regeln für Technik sowie die Richtlinien und Anforderungen werden nicht mehr erfüllt.
Ein besonderes Merkmal der Umgestaltung ist die konsequente Trennung des Mehrzweckbeckens mit aktueller 50m-Schwimmbahn in einen Schwimmerbereich mit 25m-Bahnen und einen Nichtschwimmerbereich mit einer maximalen Wassertiefe von einem Meter. Die derzeitige Wasserfläche des Mehrzweckbeckens mit 980 m wird durch den Einbau eines trennenden Baukörpers reduziert. Diese Maßnahme steigert die Wirtschaftlichkeit des Bäderbetriebes. Zusätzlich wurde im Jahr 2020 ein neues Kleinkinderbecken realisiert.
Ein wesentlicher Sanierungsschritt ist die Auskleidung der Beckenanlage in Edelstahl und die Umstellung der Beckenhydraulik. Hierdurch soll ein barrierefreier Einstieg in das Becken ermöglicht werden.
Ziel ist es, das Freibad in Bersenbrück durch die Sanierung als barrierefreie Anlage so aufzustellen, dass ein Besuch des Freibades für alle Altersgruppen, insbesondere für Familien, attraktiv wird.
Weiterhin wird das Freibad von 7 Grundschulen, 2 Oberschulen, dem Gymnasium und den Berufsbildenden Schulen zur Ausübung des Schulsports genutzt. Des Weiteren nutzen die 16 Kindertagesstätten aus der Samtgemeinde Bersenbrück das Freibad für kostenlose Schwimmkurse, die von der Samtgemeinde Bersenbrück im Jahr 2008 initiiert wurden. Aufgrund der außergewöhnlichen Angebote kommt es zu Engpässen im Bäderbetrieb, da parallel öffentlicher Badebetrieb stattfindet. Es können nicht alle Bedarfe aus den Schulen und Kindertagesstätten erfüllt werden. Ein Ausweichen in umliegende Bäder ist aufgrund der Auslastung dieser Anlagen nicht möglich.
Zusätzlich wurde durch die Einbindung in ein Nahwärmenetz die Öffnungszeit des Freibades von Anfang Mai bis Anfang Oktober verlängert. Auch hier ist eine weitere Kapazitätssteigerung witterungsbedingt nicht möglich. Durch die Trennung in Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich können nach der Sanierung und Umgestaltung mehrere Angebote zeitgleich laufen.
Die Badewassertechnik entspricht den aktuellen Anforderungen nicht mehr und sorgt für Probleme im Badbetrieb bei entsprechend hoher Auslastung. Zudem ist der Betrieb der Anlage sehr energieaufwendig.
Die vorhandenen hydraulischen Rahmenbedingungen führen des Öfteren zum Strömungsabriss und damit zu einer problematischen Wasseraufbereitung. Das Beschichtungssystem der Beckenoberflächen von Wänden und Sohle ist wartungsintensiv und soll durch eine moderne Edelstahlauskleidung ersetzt werden. Hierdurch lassen sich Wartungskosten reduzieren.
Besondere Ziele sind:
— die Attraktivität des Freibades zu steigern
— den Besuch von allen Altersgruppen zu erreichen
— Schulen ein an den Lehrplan angepasstes Schwimmangebot zu eröffnen
— allen Vorschulkindern aus den Kitas der Samtgemeinde einen kostenlosen Schwimmkurs zu ermöglichen
— Kursangebote für die gesamte Bevölkerung überregional anzubieten
— niederschwelliges Freizeitangebot für Familien
— Integrationskurse
— Eltern/Kind-Kurse für Menschen mit Migrationshintergrund
— durch die Barrierefreiheit wird der Besuch von Menschen mit Behinderungen ermöglicht bzw. erleichtert
— dieses Angebot wird von der Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück sehr gewünscht!
— zusätzliche Badkapazitäten können den Vereinen aus dem Schwimmbereich (DLRG und Schwimmabteilungen der Sportvereine) zur Verfügung gestellt werden
Bedarfsbeschreibung
Der Sanierungsaufwand wurde im Rahmen einer Modernisierungsstudie aus dem Jahr 2018 festgestellt. Die Studie erfolgte durch: SCHÜTZE Architektur + Bäderbau Planungsgesellschaft mbH; Hildesheim
Nach den Vorgaben des Architektur - Büro Schütze Planungsgesellschaft mbH ist vorgesehen, dass das alte Mehrzweckbecken durch eine moderne Beckenanlage mit Edelstahlauskleidung ersetzt wird. Das Springerbecken soll ebenfalls eine Edelstahlauskleidung erhalten.
Alle Becken erhalten eine Beckenhydraulik, entsprechend den Anforderungen der DIN 19643, mit einer horizontalen Querdurchströmung nach dem Prinzip der Strahlenturbulenz mit hochliegendem Wasserspiegel. Damit wird eine totzonenfreie Durchströmung des Beckens erreicht, mittels gegeneinander an den Längswänden versetzt angeordneten Zulauf - Rohrstutzen mit Strahlkegel - Einströmdüsen.
Maßnahmen
— Modernisierung der Badeplatte
— 3 getrennte Becken mit Sprungbecken,
— Schwimmerbecken, Nichtschwimmerbecken
— inkl. Außenanlagen
— Modernisierung der Badewassertechnik inkl,
— Außenverrohrung
Zeitplan
Geplante Zeitschiene zur Umsetzung des Projektes:
Vorbereitende Untersuchungen und Planungen: bis 30.09.2021
Ausschreibungsunterlagen erstellen: bis Dezember 2021
Ausschreibung und Vergabe: bis 30.04.2022
Baubeginn: 01.08.2022
Fertigstellung: 01.06.2023
Verwendungsnachweis: bis Februar 2024
Fördermittel
Die Samtgemeinde hat für dieses Projekt einen Fördermittelantrag nach dem Bundesprogramm Sanierung Sport-, Jugend- und Kultureinrichtungen, Projektträger Jülich, ge-stellt und eine anteilige Förderung genehmigt bekommen. Der Zuwendungsbescheid wird zur Zeit bearbeitet. Die Vorgaben und Anforderungen der Fördermittelbehörde sind zu beachten und zwingend einzuhalten.
Betreiber
Betreiber des Freibades in Bersenbrück ist die HaseBäder GmbH, eine Tochtergesellschaft der HaseEnergie. Die HaseBäder GmbH wurde zum 01.01.2019 gegründet. Die HaseEnergie als 100%ige Tochtergesellschaft der Samtgemeinde Bersenbrück ist an verschiedenen Unternehmen beteiligt. Die HaseBäder GmbH ist Bauherr der Sanierungsmaßnahme im Freibad und somit auch Zuwendungsempfänger.