Liste und kurze Beschreibung der Auswahlkriterien
Das Unternehmen muss über eine durch Erfahrungen (Referenzen) nachgewiesene hinreichende berufliche Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Durchführung vergleichbarer Leistungen verfügen.
Im vorliegenden Fall bedeutet dies, dass der Sanierungsträger bzw. die Bietergemeinschaft, der ein Sanierungsträger angehört, für die Aufgaben im Sanierungsgebiet Nord-Düren und Förderprojekt Modellvorhaben Problemimmobilien über folgende Qualifikationen und Kompetenzen verfügen und diese mit Referenzen bzw. im Wege der Eignungsleihe nachweisen muss.
Zwingend erforderlich sind folgende Qualifikationen (A-Kriterien):
— Erfahrungen als Sanierungsträger,
— Erfahrungen mit der Verwaltung und Bewirtschaftung von Immobilien oder Liegenschaften bzw. Kenntnisse des Immobilienmanagements,
— Erfahrungen im Bereich Altbausanierung über alle Leistungsphasen und Bauvorlageberechtigung (Nachweis Architektenkammer),
— Erfahrungen mit Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung von Bauleistungen und Bauleitung,
— Erfahrung mit der Erarbeitung und Umsetzung von Sozialplänen und Sensibilität für Bewohner in Wohngebieten mit besonderem Erneuerungsbedarf für eine sozialverträgliche Umsiedlung (bescheidene Finanzmittel, schwierige Vermittlung, Anforderungen an Wohnraum und Wohnumfeld),
— Erfahrungen im Umgang mit Förderprogrammen,
— Kenntnisse zum Bau- und Planungsrecht, nachgewiesen durch Referenzen erfolgreicher Projektumsetzungen oder Fortbildungen.
Die Bausteine der Beauftragung können auch unter mehreren Fachkräften aufgeteilt werden. Es können auch Bietergemeinschaften gebildet werden oder Nachunternehmer einbezogen werden. Es kann in einem oder mehreren Projekten als Referenz auf die dort enthaltenen Erfahrungen und Kenntnisse zu den Einzelaspekten erläuternd verwiesen werden.
Als Nachweis für die geforderten und gewünschten Tätigkeiten gelten Projektsteckbriefe zu Sanierungsverfahren, die die eigenen Leistungen und Resultate beschreiben und Kontakte zu Auftraggebern für die das jeweilige Unternehmen hier tätig geworden ist.
Die Nachweise dürfen für Projekte erbracht werden, die längstens vor 10 Jahren abgeschlossen worden sind.
Begrenzung der Zahl der Bewerber
Sind mehr als 5 geeignete Bewerber (Bewerbergemeinschaften) vorhanden, behält sich die Auftraggeberin vor, die Zahl der Teilnehmer am Verhandlungsverfahren, d.h. der zur Angebotsabgabe aufzufordernden Teilnehmer, gemäß § 51 VgV zu begrenzen.
Ein Anspruch auf die Begrenzung des Bewerberfeldes oder dessen maxi-male Größe besteht jedoch nicht.
Die Begrenzung erfolgt über die Prüfung weiterer, objektiver Kriterien, die sind wünschenswert sind, weil mit deren Erfüllung die Auftraggeberin durch Beratung, Austausch und Effizienz entlastet werden kann.
Kriterien zur Begrenzung des Bewerberfeldes / wünschenswerte Kriterien (B-Kriterien).
— Erfahrungen in vergleichbaren Sanierungsgebieten (innerstädtische gründerzeitliche Mischgebiete mit Wohnnutzung in Problemimmobilien und mit Konversionsflächen),
— Erfahrung mit der Erneuerung und Modernisierung von Bestandsgebäuden und historischer Bausubstanz gründerzeitlicher Gebäude (im besten Fall mit dem Typ „Dreifensterhaus“) und deren zeitgemäßen Nutzungsoptionen sowie Kenntnisse des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege zur Erhaltung und Nutzung der Denkmäler nach den gesetzlichen Vorgaben des DSchG NW zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler und zur Verbesserung des Stadtbildes,
— Erfahrung mit der Ausstellung von Bescheinigungen nach § 7h, 10f und 11a des Einkommenssteuergesetzes (EStG),
— Erfahrungen mit Verwertungskonzepten für Immobilien und Liegenschaften,
— Erfahrungen mit Erwerb- und Veräußerungsprozessen von Immobilien und Liegenschaften sowie Kenntnisse der Immobilienwirtschaft,
— Erfahrung mit der Abrechnung von Städtebaufördermitteln,
— Erfahrungen mit der Prüfung von Genehmigungsvorbehalten in Sanierungsgebieten nach § 144 BauGB,
— Erfahrungen mit dem Erlass von Modernisierungsgeboten, bzw. Modernisierungsvereinbarungen,
— Ortskenntnisse und Kenntnisse der regionalen Besonderheiten,
— Ideen und eigene Ansätze für einen neuartigen kooperativen Sanierungsprozess in einem Quartier mit vielen Problemen aber auch Chancen und mit einem Schwerpunkt auf der Herstellung der Sanierungsfähigkeit historischer Bausubstanz, flankiert durch aktivierende Immobilienberatung mittels einer anschaulichen und öffentlichkeitswirksamen Sanierung eines Musterhauses.
Erfüllen die Bewerber eins oder mehrere der vorgenannten wünschenswerten Kriterien, erhalten sie pro erfülltem Kriterium einen zusätzlichen Punkt.