Beschreibung der Beschaffung
Im Wasserstandsvorhersagedienst (WVD) werden zwei unabhängige Verfahren angewendet:
- das hydrodynamisch-numerische Modellsystem (hier: Staumodell) und
- ein empirisch-statistisches Verfahren.
Das numerische Modellsystem wird ständig verbessert und läuft mit Eingabedaten des Wetterdienstes seit etwa 1980 operationell. Das empirische Verfahren basiert auf einer Untersuchung von BSH- Wissenschaftlern aus dem Jahre 1999. Ergebnisse beider Verfahren werden mit Hilfe eines MOS-Verfahrens (Model Output Statistics) verknüpft und optimiert. Das MOS-Verfahren hat sich in der meteorologischen Vorhersagepraxis seit den 1970er Jahren bewährt.
Für Zwecke der Vorhersage des Wasserstandes an Meeresküsten wird dieses Verfahren weltweit erstmalig am BSH angewandt. Systematische Fehler der numerischen Vorhersagemodelle können im Falle von Punktvorhersagen, wenn aktuelle und historische Pegelmessungen vorliegen, beseitigt werden. Entwickelt wurde das Verfahren MOS von der Firma Meteo Service Weather Research (MSWR) in Berlin, die eine Stauvorhersage auf der Basis von MSWR-MOS realisiert hat. Mittlerweile existieren am BSH MOS-Versionen, die für 34 Nordseepegel (und 32 Ostseepegel) Wasserstandsganglinien bis zu 6 Tage vorausberechnen. Das Verfahren ist inzwischen fester und unverzichtbarer Bestandteil des Wasserstandsvorhersagedienstes geworden und liefert kontinuierlich und in automatisierter Form Vorhersagen, die z.B. über das Internet an Nutzer weitergegeben werden.
Ziel:
Der Betrieb von MOS am BSH hat sehr hohe Sicherheits- und Verfügbarkeitsansprüche. Daher soll und muss:
- Die moderate Erhöhung der Anzahl der Pegelstationen auf insgesamt 70 ist im Pauschalfestpreis enthalten.
- Etwaige Anpassungen im Rahmen der jährlichen Updates aufgrund von neuen Parametriesierungen etc. in den numerischen Modellen Staumodell (smod) und Zirkulationsmodell (cmod). Hinreichend lange Entwicklungsdaten werden von Seiten des Auftraggebers geliefert.
Der Auftragnehmer erbringt folgende sonstige Pflegeleistungen:
- Weiterführung der Pflege
- Technischer Support und Fehlerkorrektur
- Betrieb eines Testsystems beim Auftragnehmer
- Verfügbarkeitsgarantie mit vom BSH vorgegebenen Reaktionszeiten während der Servicezeiten (wochentags von 8 bis 17 Uhr)
- Bereitstellung von Software-Updates, jährlich im Juni
- Anpassung der Software an neue UNIX-Versionen (z.B. von debian 8 auf debian n) nicht Anpassung an anderes Betriebssystem
- Anpassung der Software an neue FORTRAN-Compiler
- Beseitigung von Programmfehlern im Verantwortungsbereich des Auftragnehmers, d. h. in dem vom Auftragnehmer erstellten Quellcode.
- Analyse von Programmabbrüchen:
- falls der Fehler durch Quellcode des Auftragnehmers verursacht wird, wird der Fehler beseitigt;
- falls der Fehler in benutzten Programmbibliotheken des Auftraggebers oder im Betriebssystem liegt, wird der Fehler beschrieben und versucht, eine Vermeidungsstrategie zu entwickeln. Die Implementierung der Vermeidungsstrategie wird dann ggf. gesondert beauftragt, sofern der Quellcode geändert werden muss.
- Unterstützung des BSH-Personals bei der Einrichtung operationeller Betriebsumgebungen.
- Für die Mitwirkung des Auftraggebers gelten folgende Rahmenbedingungen:
- Rechtzeitige Ankündigung von Eingriffen, die über den normalen operationellen Betrieb hinausgehen mit 6-8 Wochen vorheriger Ankündigung.
- Das BSH-Personal wirkt bei der Eingrenzung von Fehlermöglichkeiten mit
- Abschluss des EVB IT Pflegevertrages S