Beschreibung der Beschaffung
Die Stadt Gräfenberg, der Markt Egloffstein sowie der Markt Wiesenttal beabsichtigen im Rahmen einer gemeinsamen gelegentlichen Beschaffung (§ 4 VgV) die Sanierung ihrer historischen Freibäder in der Fränkischen Schweiz. Die Freibäder aus den 30er Jahren sollen saniert und in zukunftsfähige und nachhaltige Freibäder umgewandelt werden. Die Planungsleistungen für alle 3 Bäder werden je Leistungsbild an einen Auftragnehmer gemeinsam vergeben.
Im Wesentlichen sind nach dem derzeitigen Stand folgende Maßnahmen geplant, wobei die nachfolgende Aufzählung nicht abschließend ist:
— Sanierung der 3 Schwimmbecken (Gründung, Betonarbeiten, Edelstahlausführung) inkl. wasserführender Außenanlagen (Rinnen, Reinigungsbereiche),
— Sanierung der Schwimmbadtechnik (Leitungen, Schwallwasserbehälter, Filteranlagen, Pumpen) mit teilweiser Erweiterung der Technikgebäude,
— Sanierung der 3 Kinderplanschbecken,
— Sanierung der Sanitäranlagen (Gräfenberg),
— Herstellung der Barrierefreiheit,
— Sanierung der Außenbereiche in direktem Zusammenhang der Becken (Pflaster),
— Egloffstein: Anschluss an Biomasse-Wärmenetz, falls nicht über Landesmittel [Leitung ist bereits vorhanden].
Bezüglich der Gebäude in den beiden Bädern sind folgende Maßnahmen geplant:
Freibad Streitberg: Sanierungsmaßnahmen denkmalgeschütztes Funktionsgebäude
Freibad Gräfenberg: Einbau eines Behindertenraumes kombiniert mit Babywickelraum im Bestandsgebäude, sonstige Anlagen bleiben unberührt.
Freibad Egloffstein: Neuorganisation bestehendes Sanitärgebäude, Abbruchbestand Gebäudeteile, Umbaumaßnahme Umkleidebereich; sonstige Teile bleiben unberührt.
Die bestehenden Gebäude sollen erhalten bleiben. Die Zufahrt Streitberg ist nicht ganz einfach.
Die beteiligten Kommunen müssen Investitionen insgesamt von über 6 Millionen EUR netto aufbringen. Aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wurden für das Projekt Fördermittel in Höhe von 3,8 Millionen EUR in Aussicht gestellt.
Die Besonderheit im vorliegenden Fall ist, dass die Baumaßnahme im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit erfolgen soll. Eine entsprechende Zweckvereinbarung ist bereits geschlossen worden. Die Planungsleistungen werden je Leistungsbild in einem Vergabeverfahren für alle 3 Bäder beschafft. Die Verträge werden mit der jeweiligen Kommune geschlossen.
Für die Beantragung der Fördermittel mussten bereits Grobüberlegungen in den einzelnen Bädern stattfinden. Diese sind den Vergabeunterlagen beigefügt. Auf die Präsentation „Koordinierungsgespräch im Bundesprogramm am 6.10.2020“ wird explizit verwiesen.
Die Gesamtkosten der Maßnahme liegen bei etwa 6 Millionen EUR netto. Die Aufteilung der einzelnen Kostengruppen in den einzelnen Bädern ist der den Vergabeunterlagen beigefügten „Aufstellung Nettokosten“ zu entnehmen. Die dort aufgeführten Kosten sind die aktuellen Ansätze von denen ausgegangen wird.
Die Planung und Bauausführung muss zügigst erfolgen. Eine Fertigstellung der gesamten Baumaßnahme, d. h. aller 3 Bäder, muss zwingend bis 31.12.2024 erfolgen, da dies eine Auflage der Förderbehörde ist. Die bauliche Fertigstellung soll schon im November 2024 erfolgen. Ob eine parallele Ausführung oder eine Ausführung in Bauabschnitten stattfinden wird, ist im Rahmen der Planung zu entwickeln.
Die Leistungen werden ab Leistungsphase 2 (Statik ab Lph. 1) vergeben. Der laufende Betrieb in den Bädern ist zu berücksichtigen.
Für die Planung und Ausführung der Baumaßnahme wichtig ist, dass die baukulturellen Ziele des Bundes unterstützt werden, ebenso die bundespolitischen Ziele: Barrierefreies Bauen und Nachhaltigkeit (ökologische sowie ökonomische Dimension) [Informationen hierzu unter
https://www.fib-bund.de/Inhalt/Leitfaden/ oder http://www.sport-jugend-kultur.de]. Auch sind die Belange von sehbeeinträchtigten Menschen zu berücksichtigen. Die Planung soll bzgl. der Barrierefreiheit mit dem Behindertenbeauftragten des Kreises abgesprochen werden.
Das Gebäude im Freibad Streitberg steht unter Denkmalschutz (Baudenkmal), sodass hier auch eine schriftliche Aussage vom Amt für Denkmalschutz bzgl. der geplanten Maßnahme einzuholen ist.
Eine Fotodokumentation über den Projektverlauf ist zu erstellen. Diese Aufgabe ist den bauausführenden Firmen zu übertragen und als Auflage in den Bauausschreibungen vorzusehen.
Ferner ist ein Bauausgabebuch sowie ein Bautagebuch für jedes Teilprojekt (also jedes Freibad) zu führen, dies auch durch die Planungsbüros.
Das Projekt wird im Rahmen der Förderung als ein Projekt gesehen. Jedes Bad ist jedoch getrennt abzurechnen, dies ist zu berücksichtigen.
Eine Unterstützung der Planungsbüros bei der Erstellung des Verwendungsnachweises ist notwendig. Der Verwendungsnachweis ist spätestens 12 Monate nach Ende des Bewilligungszeitraums vorzulegen.
Zwingend zu beachten sind die „Richtlinien für die Durchführung von Zuwendungsmaßnahmen (RZBau)“. Diese können unter
https://fib-bund.de/Inhalt/Richtlinien/RZBau/ abgerufen werden.
Die Fertigstellung der Baumaßnahmen muss zwingend im Jahr 2024 erfolgen! Die Planungsbüros müssen über entsprechende Kapazitäten verfügen, um dies sicherstellen zu können.
Die Förderbestimmungen sind zwingend einzuhalten!
Den beteiligten Kommunen ist es äußerst wichtig, dass die Planungsbüros sehr schnell auf Abruf reagieren können. Wöchentliche Jour-Fix-Termine sollen stattfinden.
Vergeben werden mit diesem Auftrag die Leistungsphasen 2-9 des Leistungsbildes Objektplanung Freianlagen gem. § 39 HOAI i. V. m. Anl. 11 Nr. 11.1 gemäß Teil 3 Abschnitt 2. Die Vergütung erfolgt je Freibad gesondert. Enthalten sind hierin alle Kosten der KG 500, also Becken, Beckenumgänge usw.
Als Besondere Leistung wird die Mitwirkung bei der Erstellung des Verwendungsnachweises sowie die Überwachung der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist beauftragt.