Beschreibung der Beschaffung
Beauftragt werden soll die Leistung Tragwerksplaner nach HOAI § 51 ff. LP 1 - 6, 8. Es ist eine stufenweise Beauftragung vorgesehen. Zunächst die LP 1 - 3. Ein Anspruch auf eine weiterer Beauftragung besteht nicht.
Gegenstand der Ausschreibung ist die Planung der Sanierung und der Erweiterung des bestehenden Rathauses und der Neubau der Stadthalle der Stadt Eschborn. Die derzeit auf dem Gelände befindlichen Gebäude werden teilweise abgebrochen. Der neue Komplex soll neben dem eigentlichen Rathaus und der Stadthalle ebenfalls eine Bücherei aufweisen. Die zugehörigen PKW-Stellplätze sollen ebenfalls auf dem Grundstück nachgewiesen werden.
Das Raumprogramm im Realisierungsteil umfasst ca. 6.687qm. Die Fläche des zu sanierenden Bestandes umfasst ca. 5.000 qm BGF.
Das Gesamtbudget KG 300+400 für die Maßnahme beträgt ca. 34,85 Mio. Euro netto.
Das heutige Eschborner Rathaus, Teil der neuen Stadtmitte, geht auf den Wettbewerbsentwurf des Frankfurter Architekten Hansjörg Kny zurück. Seine Wettbewerbsarbeit wurde im März 1966 in einem landesoffenen Wettbewerb mit dem 1. Preis ausgezeichnet und in den folgenden Jahren in zwei Bauabschnitten gebaut.
Kny hatte, wie in der Wettbewerbsausschreibung gefordert, das Rathaus mit Stadthalle als Teil eines Gemeinschaftszentrums geplant. Dieses war als neue Stadtmitte der schnell wachsenden Kommune südlich des Altstadtrandes an der Nahtstelle zu den neuen Stadtgebieten platziert, um diese miteinander zu verzahnen. Eine Erweiterungsmöglichkeit des Rathauses war als winkelförmiger Flügel nach Süden vorgesehen. Die Bauzeit für den 1.Bauabschnitt (Rathaus) betrug gerade mal dreizehn Monaten und fand in den Jahren 1967 bis 1968 statt. Der Bau der Stadthalle folgte als sogenannter II. Bauabschnitt 1969 / 70 unmittelbar im Anschluss an die Fertigstellung des Rathauses.
Die Rathauserweiterung wird durch den Architekten Wilfried Gladis, einem langjährigen Mitarbeiter von Hansjörg Kny, geplant. Die L-förmige Rathauserweiterung nach Süden umfasst mit einem winkelförmigen Büroflügel den mit einem Zeltdach überdeckten Sitzungssaal, der unmittelbar an die Stadthalle angebaut wurde. Die Eingangshalle/Foyer der Stadthalle wird gleichzeitig zum Durchgangsraum für den Sitzungssaal genutzt.
1992 folgt der vorletzte Bauabschnitt. Zum Rathausplatz wird in den Baumassenversatz von Rathaus und Stadthalle die Stadtbücherei eingefügt, die das Bild zum Rathausplatz völlig veränderte. Der Eingang im Erdgeschoss wird neu geordnet. Rampen für Rollstuhlfahrer und ein Aufzug werden eingebaut.
Der Zustand der Gebäude ist dem Alter entsprechend. Die Flächen sind gut nutzbar. Die technische Ausstattung ist in allen Bereichen überaltert. Insbesondere die Bereiche HLS sind überaltert und müssen ersetzt werden. Dies betrifft auch die Sanitärinstallation, insbesondere die Trinkwasserversorgung und die Abwasserleitungen.
Die Fassaden- und Dachflächen sind nur minimal gedämmt, teilweise liegen thermisch nicht getrennte Betonbeile im Freien, und entsprechen nicht den Anforderungen an ein modernes Gebäude und den Vorgaben für die Klimaschutzziele der Stadt Eschborn.
Eine Besonderheit ist die Verbundenheit der Bürger zum Rathaus und insbesondere zur Fassade, siehe Bürgerbescheid aus 2013. Zudem ist die Fassade eine Hommage an die ehemalige Ziegelei der Stadt Eschborn. In Anlehnung an die Fassade des Rathauses wurden am Rathausplatz verschiedene Neubauten mit einer Ziegelfassade hergestellt.
1. Allgemeine Rahmenbedingungen
Das bestehende Rathaus der Stadt Eschborn soll umgebaut und erweitert werden. Die Stadthalle soll neu gebaut werden. Der Gebäudekomplex liegt inmitten der Innenstadt von Eschborn und besteht unter anderem aus dem Rathaus mit Büros, Sitzungssälen, einer kleinen Bücherei, der alten Stadthalle sowie einem zweigeschossigen Parkdeck im rückwärtigen Bereich der Anlage sowie einer Tiefgarage.
Die Stadt plant den teilweisen Abbruch des bestehenden Gebäudekomplexes. Das eigentliche Rathaus sowie der Stadtverordnetensitzungssaal sollen bestehen bleiben und saniert sowie erweitert werden.
Um diese Gebäudeteile herum sollen dann die weiteren Nutzungen angeordnet werden. Eine Aufstockung des zu erhaltenden Bestandes zur Unterbringung von Verwaltungsflächen ist unter Beachtung statischer und wirtschaftlicher Belange denkbar. Eine Aufstockung des Altbaus am Rathausplatz ist aufgrund der statischen Gegebenheiten nicht gewünscht. Bei den rückwärtig daran angrenzenden Anbauten ist eine Aufstockung auf bis zu drei Obergeschosse denkbar. Weiteres siehe Anlage Projektbeschreibung Bauherr 2021.
Laufzeit d. Vertrages: Beginn ca. 1. Quartal 2022 Ende ca. 2026