Beschreibung der Beschaffung
Die BG Kliniken Tübingen und Ludwigshafen gGmbH planen am Standort der Klinik Tübingen, Schnarrenberg Straße 95 in 72076 Tübingen die Etablierung einer zentralen Notaufnahme mit Sprechstunden- und Diagnostikbereich sowie die Erweiterung und Modernisierung des Pflegebereiches für Querschnittgelähmte.
Diese Maßnahme (Maßnahme 2) ist Teil einer groß angelegten Entwicklung dieses Standortes. Für die Umsetzung wurde bereits eine Machbarkeitsstudie erstellt. In dieser Machbarkeitsstudie wurden folgende Teilbereiche untersucht:
— Neubau EG (Ebene-2) im Patientengarten mit Notaufnahme und Radiologie,
— Umbau Bestand EG (Ebene-2) in der Nähe des Haupteingangs für Sprechstunde,
— Neubau OG (Ebene-1) für Pflegestation Querschnitt-Patienten,
— Umbau Bestand OG (Ebene-1) Pflegestation Querschnitt-Patienten, Querschnitt-Ambulanz und Chefarzt-Bereich Querschnitt,
— Vergrößerung des Hubschrauber-Dachlandeplatzes am Standort gemäß gesetzlicher Vorgaben.
Die Maßnahme soll als Ganzes in mehreren Bauabschnitten umgesetzt werden. Hierbei ist auf eine Wegeführung sowie ordnungsgemäße Organisation der Bauabschnitte zu achten.
Abgestimmte Soll-Raumprogramm der Betriebsstellen ZNA Notaufnahme, Sprechstunden/Gutachten, Diagnosezentrum/Radiologie sowie Stationen Pflege Querschnittspatienten aus Ende 2015 liegen vor und sind nach einer Plausibilisierung hinsichtlich nachträglich eingetretener Anforderungen z. B. des Gemeinsamen Bundesausschusses etc. der Planung zugrunde zu legen. Hierbei ist grob von 2 250 m NUF für den Bereich Diagnostik und Therapie und grob von 2 600 m NUF für den Bereich Pflege auszugehen.
Es handelt sich überwiegend um übliche Klinikräume. Die Anforderungen an die Barrierefreiheit nach DIN 18040 sind im Neubau zu berücksichtigen und im Umbaubereich als wesentliches Ziel zu beachten. Die Erschließung der neuen Notaufnahme soll über die Elfriede-Aulhorn-Straße erfolgen. Die Zuwegung für die Notfallpatienten ist in zwei Bereiche zu unterteilen: Liegend-Krankentransport und Zufahrt für Selbsteinweiser. Die Bereiche sollen klar getrennt und mit separierten Eingängen versehen werde.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde auch die Technik bereits mit geprüft. Ggf. müsste im Bereich des Neubaus eine Übergabestation 20 kV verlegt werden; eine Überbauung ist zu vermeiden.
Der Neubau ist auf der einzigen derzeit verfügbaren freien Fläche geplant. Hier ist jedoch eine gute, sowie zentrale Anbindung an die Kernzonen der Klinik möglich. Die Lage ist in der Machbarkeitsstudie dargestellt.
Für die Tragwerksplanung ist entscheidend, dass sich die Klinik in der Erdbebenzone 3 befindet und ein schwieriger Baugrund vorhanden ist, sodass wohl von einer Pfahlgründung ausgegangen werden muss. Weiterhin ist die Planung Neubau so auszulegen, daß eine Aufstockung um mindestens zwei Geschosse bis auf OP-Ebene möglich ist.
In den U/B-Räumen und Patientenzimmern sind Heiz- und Kühldecken vorgesehen. Im Untergeschoß des Neubaus ist eine Technikzentrale vorgesehen, unter anderem mit Bereichen für Trafos und die neue Lüftungszentrale.
Die Machbarkeitsstudie zu Maßnahme 2 sowie die entsprechenden Anlagen dazu werden den Bewerbern gegen Abgabe einer Verschwiegenheitserklärung zur Verfügung gestellt. Nicht enthalten sind die Darstellungen zu den 2 verworfenen Varianten. Ebenso wird die Struktur des Projekthandbuch zur Verfügung gestellt werden, dessen Vorlagen zu Projektstart anzupassen sind.
Es ist insgesamt von Kosten in Höhe von etwa 47 Mio. EUR brutto (mit 19 % MwSt.), hochgerechnet mit Indexprognose für 2025/2026 auf grob 56 Mio. EUR brutto auszugehen. Die Kostenermittlung ist der Machbarkeitsstudie zu entnehmen. Der Umbauanteil beträgt etwa 35 %.
Die anrechenbaren Kosten für die Projektsteuerung liegen bei grob 39 Mio. EUR netto.
Eine Förderung der Maßnahme durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. ist vorgesehen. Hierbei wird eine projektbegleitende intensive Unterstützung bei den Antragstellungen an die Förderstelle durch das Planungsteam inklusive Architekt nötig. Die Ausführungsbestimmungen für die Förderung aus Mitteln des Gemeinschaftsfonds sind einzuhalten. Alle Objekt- und Fachplaner haben die Verfahrensordnung zur Investitionsförderung des DGUV e. V., insb. die in Anhang A bezeichneten Ausführungsbestimmungen zur Verfahrensordnung zur Investitionsfinanzierung einzuhalten (siehe Vertrag).
Die Fertigstellung der Baumaßnahme soll Herbst 2025 (Neubau) bzw. Frühjahr 2026 (Umbau) erfolgen. Die Genehmigungs-Planung soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein, der Baubeginn ist auf Herbst 2023 angesetzt.
Für diese Baumaßnahme werden in einzelnen Vergabeverfahren die Leistungen des Projektsteuerers, des Objektplaners Gebäude und Innenräume, der Fachplaner Technische Ausrüstung HLS, Technische Ausrüstung ELT, Technische Ausrüstung Medizintechnik und Fachplanung Tragwerksplanung vergeben.
Gegenstand dieser Ausschreibung sind Projektsteuerungsleistungen:
Es werden stufenweise die Leistungsstufen 1-5 des Leistungsbildes Projektsteuerung gemäß HAV-KOM-Vertrag vergeben.
Das Leistungsbild ist durch die dem Vertrag zugrunde liegenden Zusätzlichen Vertragsbestimmungen zum Projektsteuerungsvertrag (ZVB-PS) detailliert bestimmt. Diese wurden an die Spezifika der BG Kliniken (ZVB-PS-BG) angepasst und liegen den Vertragsunterlagen bei.
Ein Projekthandbuch wird durch den Auftraggeber vorgegeben und ist durch den Auftragnehmer der Projektsteuerungsleistungen zu überarbeiten.
Ein Projektkommunikationssystem wird durch den Auftraggeber vorgegeben und gestellt.
Zusätzlich wird die Eventualposition Planung Hubschrauber-Hangar neben dem Dachlandeplatz beauftragt. Die beiliegende Aufgabenbeschreibung, sowie die Machbarkeitsstudien werden in Bezug genommen.