Beschreibung der Beschaffung
Der Gebäudekomplex des „Vivo“ wurde als ökologisches Einkaufs- und Dienstleistungszentrum geplant und 2003 eingeweiht. Das Gebäude liegt im Kerngebiet Hamburg-Ottensen.
Besondere Herausforderungen der Planungs- und Bauaufgabe sind:
- Nutzungsänderung des Gebäudes,
- Umgang mit Abweichungen von den Vorgaben der LB-Bau
- Näherungen an das Musterflächenprogramm, mit neuen pädagogischen Lern-/ Aufenthalts- und Sportkonzepten
- kreativer Umgang mit den Umbaubedarfen eines Gebäudes, das auf Basis eines damaligen herausfordernden Energiekonzeptes realisiert wurde.
- Planung der erforderlichen Klassenräume bzw. Lernflächen in Kompartments durch modulare Raumkonzepte auf Grundlage der LB Bau.
- Konzeption von Kunst- und Tagesbelichtung, auch unter Berücksichtigung von Blendschutz/Sonnenschutzanlagen.
- Betrachtung der Bau- und Raumakustik.
- Barrierefreiheit hinsichtlich Seh-, Hör- und Gehbehinderung, Inklusion.
- Planung bzw. Einbindung des bestehenden Lüftungskonzeptes.
- diverse Rückbauten, insbesondere von nichttragenden Wänden, Estrichen, Elektroinstallationen, Sanitärinstallationen
- Ergänzung von brandschutztechnisch notwendigen Treppenhäusern.
Es ist innerhalb der Planung zu prüfen, inwieweit ein zum Teil laufender Betrieb möglich ist. Aufgrund des begrenzten Baufeldes wird die Einrichtung einer Baustelleneinrichtungsfläche nur in beschränktem Maß möglich sein.
Es werden Raumangebote für neue Sportkonzepte in der bestehenden Kubatur umgesetzt. Für Unterrichtsanteile, die konventionelle Sporthallengrößen erfordern, sollen Kooperationen mit den Schulen der Umgebung eingegangen werden. Freiflächen für die traditionelle Schulhofnutzung stehen nur begrenzt zur Verfügung. Die Freianlagenplanung wird sich daher voraussichtlich auf die Flachdachflächen, die Umfahrtflächen und ggf. Bereiche im Atrium und an der Stahlkonstruktion zur Bahrenfelder Straße konzentrieren, um Angebote an Pausen-, Erholungs-, Bewegungs- und Freizeitbedürfnissen der Schülerschaft zu machen.
Die STS Ottensen kann Modellschule für digital flankiertes Lernen werden.
Es ist davon auszugehen, dass erhebliche Eingriffe in die vorhandenen Raumstrukturen erforderlich sind. Dies gilt gleichermaßen für die Haustechnik als auch für das Tragwerk. Durch Vorstudien wurde bereits geklärt, dass aus brandschutztechnischen Gründen voraussichtlich 3 zusätzliche Treppenhäuser zwischen EG bis SG erforderlich werden. Weiterer Schwerpunkt ist die Bauphysik, um den Spezifika der Schulnutzung und den besonderen Anforderungen des Gebäudes aus der vorhandenen Grundkonzeption von Heizung/Lüftung/Kühlung zu genügen.
Im Vorbescheidsverfahren nach § 63 HBauO zur „Umnutzung des VIVO in eine Schule ohne Abriss“, ist am 16.08.2021 der Nutzungsänderung in ein Schulgebäude, durch Befreiung vom B-Plan, zugestimmt worden.
Der ehemalige Planungszustand ist umfassend dokumentiert. Ergänzend wird zum Beginn der LPH1 ein georeferenziertes Gebäudeaufmaß im System NavVis mitsamt einer Bild-/ Filmdokumentation aller Innenbereiche vorliegen.
Die Eckdaten, nach ober- und unterirdischen Anteilen, lauten:
- für die Untergeschosse
BGFa 13.553 m²
BRIa 47.740 m³
- für die Obergeschosse
BGFa 23.382 m²
BRIa 103.722 m³
Das Gebäude steht auf dem Flurstück 4535 mit 12.215 m² Grundstücksfläche.
Die Tiefgarage und die Technik- und Lagerflächen der Untergeschosse sind mitsamt Technischer Anlagen dauerhaft zugänglich und auch in der Umbauphase in Betrieb zu halten. In der Tiefgarage sind 346 Kfz-EP vorhanden, von denen 124 EPs für die Kultureinrichtung „Fabrik“ und 22 EPs für ein benachbartes Bürogebäude baulastgesichert sind.
Die bisherige Struktur der Gebäudefassade entlang der Bahrenfelder Straße soll nicht verändert werden.
Für eine gesicherte Kostenindikation ist bereits in der LPH 2 und LPH 3 eine vertiefte Planung samt entsprechender Kostenermittlungen gefordert. Der Zustimmungsantrag wird parallel zur LPH 3 zu stellen sein, um Auflagen mit Kostenrelevanz in die vertiefte Kostenberechnung aufnehmen zu können.
Das vorläufige Gesamtbudget der Baumaßnahme beträgt ca. 44,2 Mio. € brutto (gem. DIN 276 Kostengruppen 200 bis 700).
Zu vergebende Leistungen:
- Leistungsphase 1-2 gem. §§ 34, 39 und 55 HOAI;
- Leistungsphasen 3-9 §§ 34, 39 und 55 HOAI als optionale Beauftragung durch Bestimmung des AG
- Leistungsphase 1-2 Tragwerksplanung gem. § 51 HOAI;
- Leistungsphasen 3-6 Tragwerksplanung gem. § 51 HOAI als optionale Beauftragung durch Bestimmung des AG
Besondere Leistungen
- Besondere Leistungen zu den Leistungsbildern gem. §§ 34, 39, 51 und 55 HOAI gem. Anlage 1 zum Vertragsentwurf
- Leistungsphasen 1-2 Bauphysik Wärmeschutz, Bauakustik und Raumakustik gem. Anlage 1 HOAI
- Leistungsphasen 3-7 Bauphysik Wärmeschutz, Bauakustik und Raumakustik gem. Anlage 1 HOAI
Bis 03/2022 soll die laufende Phase Null mit Jörn Simonsen, Hamburg (Architektur) und Yvonne Vockerodt, Hamburg (Pädagogik) abgeschlossen sein. Ein Zwischenbericht zur Phase Null wird mit Versand der Angebotsaufforderung zur Verfügung gestellt.
Zum Beginn der LPH 1 soll die Gründungsschulleitung zur Verfügung stehen.
Durch MNP Ingenieure, Lübeck wurde ein DGNB Pre-Check erstellt, der mit Versand der Angebotsaufforderung zur Verfügung gestellt wird.
Zur Vermeidung von Interessenkonflikten (vgl. § 6 VgV) sind die folgenden Büros von der Beteiligung an dem vorliegenden Verfahren ausgeschlossen:
2019: DNA Architekten, Hamburg (hochbauliche Machbarkeitsstudie)
2021: [j]-plan gmbh, Hamburg (Brandschutz)
Die Baumaßnahmen sollen nach Auszug der Mieter spätestens im Januar 2025 beginnen und spätestens bis Frühjahr 2027 abgeschlossen sein. Mit der Bekanntmachung wird bereits ein Rahmenterminplan zur Verfügung gestellt.
Vertreter des Bezirks, der Behörde für Schule und Berufsbildung, der Schule sowie die externe Projektsteuerung werden ggf. neben dem Auswahlgremium des Auftraggebers in beratender Funktion an den Vergabeverhandlungen teilnehmen.
Die Vergabestelle lässt sich in der operativen Umsetzung dieses VgV-Verfahrens durch das büro luchterhandt & partner unterstützen und beratend begleiten.