Beschreibung der Beschaffung
Im Rahmen des Mieter-Vermieter-Modells der Freien und Hansestadt Hamburg wird die Sprinkenhof GmbH als Realisierungsträgerin den Neubau des Büro- und Verwaltungsgebäudes für Hamburg Wandsbek planen, realisieren und betreiben. Mit dem Neubau soll ein Verknüpfungspunkt für verschiedene Organisationseinheiten an einem Ort errichtet werden, da die Raumbedarfe des Bezirksamtes Wandsbek aktuell in mehreren Gebäuden im Bezirk abgebildet sind. Die Neubaumaßnahme erfolgt auf dem ca. 6 550 m großen Grundstück auf der „Wandsbeker Zollinsel“. Diese befindet sich zwischen der Rüter- und Wandsbeker Zollstraße.
Der Neubau soll moderne Servicemöglichkeiten bieten und die benötigten Bedarfe im Hin-blick auf Raumzuschnitt und Barrierefreiheit abbilden. Dabei liegt ein Hauptaugenmerk auf höchstmöglich barrierefreien Strukturen im Gebäude. Die Infrastruktur soll so ausgelegt sein, dass ca. 800 Mitarbeiter Platz finden. Aus der Planung soll eine klare Trennung der Front- und Backoffices hervorgehen. Zudem ist geplant, bei der Office-Gestaltung das Prinzip des Desk-Sharings heranzuziehen.
Neben der Funktion als Verwaltungseinrichtung, soll das Gebäude weitere Bedarfe erfüllen. Das Gebäude soll unter anderem den Anspruch erfüllen, dass es zur Belebung der dort entlangführenden Magistrale beiträgt.
Die Wirtschaftlichkeit in Planung, Herstellung und Betrieb ist sicherzustellen. Die erforderlichen Baumaßnahmen sollen voraussichtlich im Zeitraum 2024 bis 2026 umgesetzt werden.
Nach dem Beschluss der Bezirksversammlung Wandsbek vom 13.8.2019 wurde der Neubau als Pilotprojekt für eine Fassadenbegrünung im Bezirk Wandsbek ausgewählt.
Es ist vorgesehen, dass das Gebäude eine Zertifizierung nach dem Bewertungssystem für Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundesbauministeriums in Gold erhalten soll.
Die Betrachtung und Beachtung der Lebenszykluskosten des Gebäudes ist ein wesentlicher Bestandteil der Planung.
Für die Umsetzung des Neubaus ist der Kostenrahmen für die Baukosten (KG 300 und 400) mit 47 403 874,00 EUR netto (KG 300 + 400) vorgegeben. Das Büro- und Verwaltungsgebäude soll mit einer NUF (1-6) von ca. 15 200 m entstehen. Die notwendigen ca. 300 Stellplätze sind in einer Tiefgarage herzustellen.
Diesem Verfahren wurde ein nicht offener einphasiger hochbaulicher Realisierungswettbewerb mit freiraumplanerischen Anteil mit Teilnahmewettbewerb und nachgeschaltetem Verhandlungsverfahren vorgeschaltet. Der Beitrag des Wettbewerbsgewinners liegt diesem Verfahren als Kalkulationsgrundlage bei.
Die AG übernimmt als Bauherrin die Projektmanagement- und Projektleitungsaufgaben. Die Planungsphase soll unverzüglich nach der Beauftragung, voraussichtlich im Juli 2021, beginnen.
Gegenstand dieses Vergabeverfahrens sind die Planungsleistungen der Leistungsphasen 1 bis 9 im Leistungsbild Technische Gebäudeausrüstung sowie besondere Leistungen innerhalb der Leistungsphasen. Weitere besondere Leistungen können von der AG jeweils einzeln und gesondert beauftragt werden.
Es ist vorgesehen, die Leistungen in 5 Stufen zu beauftragen:
– Stufe 1 beinhaltet die Leistungen der Grundlagenermittlung bis einschließlich der Vorplanung (LPH 1-2),
– die Stufe 2 beinhaltet die Leistungen der Entwurfsplanung (LPH 3),
– die Stufe 3 beinhaltet die Leistungen der Genehmigungsplanung, der Ausführungsplanung und die Leistungen der Vorbereitung der Vergabe (Leistungsphase 4-6),
– die Stufe 4 beinhaltet die Leistungen der Mitwirkung bei der Vergabe sowie die Leistungen der Objektüberwachung (Bauüberwachung) und Dokumentation (Leistungsphase 7-8) und
– die Stufe 5 die Dokumentation (LPH 9), auf Grundlage der Anlage 15 HOAI 2013 (Technische Gebäudeausrüstung).
Die Sprinkenhof GmbH beabsichtigt, dieses Projekt mit der Arbeitsmethode Building Information Modeling (BIM) zu planen, zu bauen und zu betreiben. Die aus den BIM-Projektzielen abgeleiteten BIM-Anwendungsfälle, welche in den Auftraggeber-Informations-Anforderungen (AIA) festgelegt sind, fokussieren sich insbesondere auf den Planungsprozess (LPH 1-5) und die Objektdokumentation (LPH 8).
Die detaillierte Beschreibung der Projektanforderungen ist den Anlagen (s. auch Punkt 2.3 des Verfahrensbriefes) zu entnehmen (u. a. der Auslobung zum Architektenwettbewerb).