Liste und kurze Beschreibung der Auswahlkriterien
PRÄQUALIFIZIERTE UNTERNEHMEN führen den Nachweis der Eignung für die zu vergebene Leistung durch den Eintrag in die Liste des Vereins für die Präqualifikation von Bauunternehmen e. V. (Präqualifikationsverzeichnis - PQ) mit dem Angebot. Bei Einsatz von anderen Unternehmen ist auf gesondertes Verlangen nachzuweisen, dass diese präqualifiziert sind oder die Voraussetzung für die Präqualifikation erfüllen.
In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass als Nachweis der Eignung der Eintrag in ein Präqualifikationsverzeichnis (PQ) nicht immer ausreichend ist. Es ist vom Bieter zu prüfen, ob die im Präqualifikationsverzeichnis hinterlegten Nachweise mit dem Auftragsgegenstand vergleichbar sind bzw. ob der Nachweis aktuell hinterlegt ist.
NICHT PRÄQUALIFIZIERTE UNTERNEHMEN haben als vorläufigen Nachweis der Eignung für die zu vergebene Leistung mit dem Angebot das ausgefüllte Formblatt 124 "Eigenerklärung zur Eignung 124 VHB" oder eine Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE) vorzulegen. Bei Einsatz von anderen Unternehmen sind auf gesondertes Verlangen die Eigenerklärungen auch für diese abzugeben. Sind die anderen Unternehmen präqualifiziert, reicht die Angabe der Nummer, unter der diese in der Liste des Vereins für Präqualifikation von Bauunternehmen e.V. (Präqualifikationsverzeichnis) geführt werden.
Gelangt das Angebot in die engere Wahl, sind die Eigenerklärungen (auch die der benannten anderen Unternehmen) auf gesondertes Verlangen durch Vorlage der in der "Eigenerklärung zur Eignung 124 VHB" bzw. in der EEE genannten Bescheinigungen zuständiger Stellen zu bestätigen. Bescheinigungen, die nicht in deutscher Sprache abgefasst sind, ist eine Übersetzung in die deutsche Sprache beizufügen.
Das Formblatt 124 "Eigenerklärung zur Eignung" liegt den Vergabeunterlagen zum Download bei und enthält folgende Erklärungen.
1. Erklärungen, dass in den LETZTEN ZEHN ABGESCHLOSSENEN KALENDERJAHREN vergleichbare Leistungen ausgeführt wurden.
2. Erklärung, dass die für die Ausführung der Leistungen die erforderlichen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
Folgende Unterlagen sind zur Bestätigung der Eigenerklärung auf Verlangen der Stadt Oranienburg innerhalb der vorgegebenen Frist vorzulegen:
zu 1. Drei Referenznachweise mit den nachfolgenden Angaben:
- Bezeichnung des Bauvorhabens,
- Art der ausgeführten Leistung,
- Auftraggeber/in,
- Ansprechpartner/in
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse des Ansprechpartners bzw. der Ansprechpartnerin,
- Ausführungszeitraum und
- Auftragssumme.
zu 2. Angabe über die Zahl der in den letzten drei abgeschlossenen Kalenderjahren jahresdurchschnittlich beschäftigten Arbeitskräfte, gegliedert nach Lohngruppen, mit extra ausgewiesenem Leitungspersonal.
Um bei der Wertung der Angebote auch Wertungspunkte für das Zuschlagskriterium "Technischer Wert" zu erreichen, hat der Bieter folgende Unterlagen mit seinem Angebot einzureichen (siehe auch die in den Vergabeunterlagen beigefügte Anlage zu Formblatt 211 EU (Angebotsaufforderung):
1. Grobes Rückbaukonzept
2. Bauzeitenplan
Die vorgenannten Unterlagen werden bei Fehlen nicht nachgefordert. Sofern der Bieter die Dokumente nicht seinem Angebot beifügt, erhält er für das Zuschlagskriterium "Technischer Wert" 0 Punkte.
Gewichtung und Wertung der Zuschlagskriterien:
1. Die Angebotswertung erfolgt für mehrere Zuschlagskriterien gemäß nachfolgender Gewichtung
- 70% Preis
- 30% Technischer Wert
Unterkriterium 1: grobes Rückbaukonzept
Unterkriterium 2: Bauzeitenplan
Die Unterkriterien werden innerhalb des Zuschlagskriteriums "Technischer Wert" gleich gewichtet (je 15%).
2. Zuschlagskriterium Preis
Der Preis wird aus der Wertungssumme der Angebotssumme ermittelt.
Die Wertungssummen werden ermittelt aus den nachgerechneten Angebotssummen, insbesondere unter Berücksichtigung von Preisnachlässen.
Für die Angebotswertung wird die Wertungssumme (in EUR) wie folgt in eine Punkteskala von 0 bis 10 Punkten normiert:
- 10 Punkte (unter Berücksichtigung der Wichtung = 7 Wertungspunkte) erhält das wertbare Angebot mit der niedrigsten Wertungssumme.
- 0 Punkte (= 0 Wertungspunkte) erhält ein fiktives Angebot mit dem 2-fachen der niedrigsten Wertungssumme. Alle Angebote mit darüber liegenden Wertungssummen erhalten ebenfalls 0 Punkte.
Die Punktermittlung für die dazwischen liegenden Wertungssummen erfolgt über eine lineare Interpolation mit drei Stellen nach dem Komma.
3. Zuschlagskriterium Technischer Wert (unter Berücksichtigung der Wichtung max. 3 Wertungspunkte)
Es werden folgende Unterkriterien berücksichtigt:
- Unterkriterium 1: grobes Rückbaukonzept (max. 1,5 von 3 Wertungspunkten)
- Unterkriterium 2: Bauzeitenplan (max. 1,5 von 3 Wertungspunkten)
Grobes Rückbaukonzept
Der Bieter soll in seinem Angebot die wesentlichen Abläufe des Rückbaukonzepts, den Geräte- und Personaleinsatz (mit Qualifikation der Mitarbeiter) sowie die konzeptionelle bautechnologische Herangehensweise anhand der nachfolgenden Bauabläufe erläutern (s. hierzu auch Anlage SFOR_V_052_Bauablauf_DS_LOS1_.pdf).
Die wesentlichen Bauabläufe sind:
1. Baufeldfreimachung und Rückbau ggf. vorhandener Bauteile Bootsschleppe, Bestandsreste verankerte Trägerbohlwand nach Vorgaben der Kampfmittelräumung in den Vorhäfen, altes Durchlassbauwerk [AI] oberer Vorhafen (rechtes Ufer).
2. Auffüllung der Baustelleneinrichtungsfläche im Oberwasser, zum Gewässer hin geböscht in 1:1 und Sicherung mit Sandcontainern. [A] Schottertragschicht auf Betriebsweg und BE-Fläche oberer Vorhafen herstellen.
3. Schottspundwand als spätere Baugrubensicherung und Sickerwegverlängerung in BE-Oberwasser herstellen. [F]
4. Baustelleneinrichtungsfläche im Unterwasser herstellen, zum Gewässer hin mit Spundwand sichern. Spundwand aus Z-Einzelbohlen pressen. [B,G]
5. Oberbodenabtrag, Rückschnitt und Wuzelstubben roden im Bereich altes Schleusenbauwerk.
6. Schrittweise Freilegen (Bodenabtrag) der Häupter [C,D] und Kammer [E] alte Schleuse und denkmaltechnische Dokumentation. Abtrag bis ca. +31,50m NHN ohne Grundwasserhaltung. Seitlich geböschte Baugrube in 45° herstellen. Bauteile einzeln zurückbauen in 3 Abschnitten; 1) Kammer, 2) Oberhaupt, 3) Unterhaupt
7. Rückbau der Massivbauteile Schleusenhäupter [C,D] und Sortierung der denkmalschutzrelevanten Bestandteile bis ca. +31,00m NHN. Abtrag der Häupter bis ca. 31,30m NHN im Abbruch. Danach im Oberhaupt Sohle fräsen; im Unterhaupt Sohle bohren. Abtrag des Betondeckwerks und Schlackesteine in Kammer [E] bis OK Holzspundwand bei ca.+30,50m NHN. Räumgraben Holzspundwand herstellen und mit offener Wasserhaltung in OHv entwässern. Ziehen der Holzspundwände im Kammerbereich. [E] Ziehen der Holzpfähle im Oberhaupt [C] nach Freigabe Kampfmittelräumung. Ziehen der Pfähle im Unterhaupt [D] im Zuge von LOS 2 (= nicht Bestandteil der Ausschreibung).
8. Verfüllung der Baugrube Rückbau alte Schleuse bis Rammebene OK +34,50m NHN. [C,D,E]
zu Bauzeitenplan
Der Bieter soll in seinem Angebot für die dargestellten Bauabläufe die terminlichen Einordnungen und Abhängigkeiten in einem Bauzeitenplan grob darstellen. Dabei sind die Vorgaben aus Kap. 1.4.2 und Kap. 2.11 der Baubeschreibung zwingend zu beachten und einzuhalten.
- Beauftragung (10.01.2022)
- Beginn im Baubereich Oberer Vorhafen
- Abschluss im Baubereich Oberer Vorhafen mit Herstellung der Schottspundwand
- Beginn im Baubereich Unterer Vorhafen
- Abschluss im Baubereich Unterer Vorhafen mit der Verfüllung BE-Fläche
- Rückbau der alten Schleusenanlage
- Bauabnahme (10.06.2022)
Der Termin für die Bauabnahme ist verbindlich, da anschließend weitere Baumaßnahmen (Los 2) beginnen.
Die Bewertung der von den Bietern zu den Unterkriterien mit dem Angebot vorzulegenden Unterlagen gemäß der Aufforderung zur Abgabe eines Angebots erfolgt über eine Punktebewertung:
- 10 Punkte (unter Berücksichtigung der Wichtung = 3 Wertungspunkte) erhält ein Bieter, wenn die Angaben in den vorgelegten Unterlagen aus Sicht des Auftraggebers eine sehr gute, über die Grundanforderungen hinausgehende Erfüllung erwarten lassen,
- 7,5 Punkte (unter Berücksichtigung der Wichtung = 2,25 Wertungspunkte) erhält ein Bieter, wenn die Angaben in den vorgelegten Unterlagen aus Sicht des Auftraggebers eine gute, über die Grundanforderungen hinausgehende Erfüllung erwarten lassen,
- 5 Punkte (unter Berücksichtigung der Wichtung = 1,5 Wertungspunkte) erhält ein Bieter, wenn die Angaben in den vorgelegten Unterlagen aus Sicht des Auftraggebers eine befriedigende, über die Grundanforderungen hinausgehende Erfüllung erwarten lassen,
- 2,5 Punkte (unter Berücksichtigung der Wichtung = 0,75 Wertungspunkte) erhält ein Bieter, wenn die Angaben in den vorgelegten Unterlagen aus Sicht des Auftraggebers eine über die Erfüllung der Grundanforderungen hinaus gehende aber noch nicht befriedigende Erfüllung erwarten lassen,
- 0 Punkte erhält ein Bieter, wenn die Angaben in den vorgelegten Unterlagen aus Sicht des Auftraggebers allenfalls die Erfüllung der Grundanforderungen erwarten lassen.
Die Unterkriterien werden innerhalb des jeweiligen Zuschlagskriteriums gleich gewichtet.