Beschreibung der Beschaffung
Die zu vergebenden Planungsleistungen betreffen im Einzelnen:
1. Sanierung/Umbau das 2011 (nach mehrjährigem Leerstand) von der Bahn erworbene Bestandsgebäude:
Das ehemalige Bahnhofsgebäude, in der Böschung zum Gleisbett der S-Bahn liegend, besteht aus zwei
Untergeschossen (1. UG, 2. UG auf Gleisniveau [nur Teilunterkellerung)], einem Erd-, einem Obergeschoss
und einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. Das im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtete 4-geschosssige
Gebäude wurde in Mauerwerksbauweise mit Holz- und Massivdecken errichtet (ca. 1.290 qm BGF). Das
Dach ist als Satteldach mit hölzernem Dachstuhl, Ziegeleindeckung und beidseitig großen Dachgauben
ausgeführt. Nach einer denkmalgerechten Sanierung 2001/2002 (aber: kein eingetragenes Baudenkmal) und
kleineren Baummaßnahmen im Jahr 2009 (Sanierung Dachhaut) sind nun umfangreichere Sanierungs-/
Umbauarbeiten für die künftige Nutzung als "Kulturbahnhof" geplant, insbesondere: energetische
Optimierung der Gebäudehülle; Umbau/ Herrichtung der Flächen für eine kulturelle Nutzung durch Vereine
und andere Institutionen (mit insb. Bibliothek / Stadtinformation, Bistro/Café, Veranstaltung [Raum für ca. 80
Personen], Büro-, Probe-/Übungs-/Gruppenräumen); Schadstoff-/Schwammsanierung; Anbindung an den
Neubau als Anbau auf allen Geschossebenen.
2. Neubau: 5-geschosssiges Bauwerk als Anbau an den nördlichen Giebel des Bestandsgebäudes (ca. 449 qm
BGF); Nutzung: Erschließungstreppenhaus mit Personenaufzug, Büroraum, Abstell-/ Technikräume.
Die Planungen und energetischen Nachweise sollen nach gültigem GebäudeEnergieGesetz erfolgen. Der Einsatz
erneuerbarer Energien sowie die Möglichkeiten zur Erreichung eines ggf. über die gesetzlichen Vorgaben
hinausgehenden Energiestandards wird untersucht werden und ist ggf. in die Ausführungsplanung einzuarbeiten.
Während der gesamten Baumaßnahmen muss die Zugänglichkeit zum Bahnsteig durch die Eingangshalle
gewährleistet sein (Nutzungsrecht der Deutschen Bahn für die Zugänglichkeit zum Bahnsteig durch das
Gebäude).
Da es sich bei dem Gebäude immer noch um ein "Bahnbetriebsgebäude" handelt, sind Erfahrungen aus dem
Bahn-Bereich von Vorteil. Nach der bereits erfolgten Umplanung des Anbaus ist dies jedoch nicht mehr
Bedingung.
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat im Rahmen des Programms
"Sanierung kommunaler Einrichtungen - Sport - Jugend - Kultur" gefördert (RZBau ist zu beachten). Außerdem
werden voraussichtlich noch Landesmittel beim Landesamt für Bauen und Verkehr im Förderprogramm "RiLi
ÖPNV-Invest" beantragt, sodass Erfahrungen mit Zuwendungsmaßnahmen als wünschenswert erachtet werden.
Im Ergebnis der Maßnahmen soll ein zeitgemäßes und wirtschaftliches Gebäude mit hoher Gestalt- und Nutzqualität sowie technisch optimale Anlagen zur Verfügung stehen, welche über lange Jahre einen
wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb ermöglichen.
Die geplanten Baumaßnahmen zeichnen sich zusammenfassend wie folgt aus: 1. Gebäudetyp: Gebäude für
vielfältige kulturelle Zwecke; 2. Art der Baumaßnahme: Neu-/Erweiterungsbau und Bauen im Bestand; 3. BGF
gesamt: 1.740 qm (davon Bestand 1.290 qm); geschätzte Baukosten (Kostenschätzung 2019): rd. 3,1 Mio. EUR
(Summe Kostengruppen 300-400 brutto):.
Die beabsichtigte Beauftragung umfasst die Leistungen der Objektplanung gem. HOAI §34: Grundleistungen
Leistungsphasen 5-9 sowie ggf. ausgewählte Besondere Leistungen, darunter ggf. EnEV-Nachweis (der
vorliegende Nachweis stammt aus dem Jahr 2017 [s. Vergabeunterlagen] und muss überarbeitet werden) /
darunter ggf. Einarbeitung der Ergebnisse der Überprüfung des EnEV-Nachweises und Überarbeitung
entsprechend neuem Wärmeversorgungskonzept (Planungsänderungen [Grundleistungen]). Sofern eine
Umplanung erforderlich wird, erfolgt ggf. auch eine Beauftragung vorangehender Leistungsphasen.
Die Vergabe erfolgt stufenweise (s. Ziff. II.2.11) ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen.
Eine losweise Vergabe ist nicht vorgesehen.
Folgende Unterlagen liegen vor und sind Bestandteil der Vergabeunterlagen, die im Internet abgerufen werden
können (s. Ziff. I.3): Genehmigungsplanung (Situationsplan; Grundrisse, Ansichten u.ä.) inkl. Erläuterungsbericht
zur Genehmigungsplanung (Verf.: AFRY Deutschland GmbH, Berlin 12/2020); Anhang zum Erläuterungsbericht:
Erläuterungsbericht/Baubeschreibung gem. DIN 276 zum Umbau und Sanierung des Bahnhofsgebäudes (Verf.:
RETTSCHLAG+PARTNER, Berlin 2014); Kostenaufstellungen (Herstellungskosten [Bauanzeige vom
04.11.2019] / Kostenberechnung 2017); EnEV-Nachweis 2017; Zuwendungsantrag (Programm Sanierung
kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur 2020).
Eine Kenntnis dieser Unterlagen ist für das Bewerbungsverfahren nicht erforderlich. In der 2. Stufe des
Verfahrens werden den ausgewählten Unternehmen weitere Unterlagen zur Verfügung gestellt (s. hierzu Ziffer
II.2.11).
Zunächst vorgesehener Zeitrahmen: 1. Beauftragung: 06/2022; 2. Realisierung (entsprechend
Zuwendungsbescheid): bis 06/2024; 3. Projektabschluss (entsprechend Zuwendungsbescheid): 12/2024.
II.2.5)