Beschreibung der Beschaffung
Das geplante Bauvorhaben beinhaltet die Fahrbahnerneuerung im Tiefeinbau des Oberbaus beider Richtungsfahrbahnen der BAB 2. Vorgesehen ist der planungstechnische Baubeginn ca. bei Betr.-km 107+000 im Bereich der Anschlussstelle Bornstedt und endet an der Landesgrenze zu Niedersachsen bei Betr.-km 128,453. Die Länge der Baustrecke beträgt somit ca. 21,50 km pro Richtungsfahrbahn. Im Streckenabschnitt befinden sich die Anschlussstellen Bornstedt, Eilsleben, Alleringersleben und Marienborn/Helmstedt an der Landesgrenze. Weiterhin ist bei Betr.-km 115+250 die PWC-Anlage Lorkberg gelegen.
Im Zuge der Erneuerung muss die bestehende Verkehrsanlage inkl. Fahrbahn, Entwässerungseinrichtungen und Fahrzeugrückhaltesystemen zurückgebaut werden. Anschließend erfolgt der Neubau der Verkehrsanlage. Dies beinhaltet die Herstellung der Fahrbahn in Betonbauweise, die Herstellung der Entwässerungsanlagen sowie die Errichtung der Fahrzeugrückhaltesysteme (FRS) und das Aufbringen der Markierungen. Neben den Verkehrsanlagen sind 19 A-Bauwerke (4 A-Bauwerke mit Überschüttung) pro Richtungsfahrbahn, 4 Ü-Bauwerke und 2 Lärmschutzwände inbegriffen.
An 15 A-Bauwerken sind der Fahrbahnbelag, die Abdichtung und die FRS zu erneuern. Verbunden mit den neuen FRS sind auch Abbrucharbeiten an den Mittelkappen und ggf. die Erneuerung der Randkappen auf den Überbauten notwendig, wenn dies als Ergebnis der Nachrechnung der Randkappen für die Aufnahme von FRS für H2-Systeme erforderlich ist. Daraus resultiert ebenso die Erneuerung der Geländer an den Randkappen.
An 15 A-Bauwerken sind Änderungen an den Fahrbahnabschlussprofilen bzw. ÜKO’s vorzunehmen. Die Fahrbahnabschlussprofile werden durch Polymerbetonfugen ersetzt. Die ÜKO’s werden mit neuen Klauenprofilen und Fugengummis ausgestattet. Dazu sind Schneid- und Schweißarbeiten erforderlich sowie die Erneuerung des Korrosionsschutzes der Fahrbahnabschlussprofile und der ÜKOs. Weiterhin sind Erhaltungsmaßnahmen an den Lärmschutzwänden durch den Austausch der Lärmschutzelemente und Sockelplatten sowie Korrosionsschutzarbeiten an den Stahlprofilen durchzuführen.
4 A-Bauwerke sind überschüttet. Hier sind Erneuerungen an den Entwässerungseinrichtungen entlang der Kappen, die Kappen und die Erneuerung der Absturzsicherungen vorgesehen.
Instandsetzungsarbeiten sind an 2 der 4 im Streckenabschnitt befindlichen Ü-Bauwerke geplant.
Unter den im Bauabschnitt gelegenen Ingenieurbauwerken befinden sich 13 Verkehrszeichen-Kragarme sowie 6 Verkehrszeichenbrücken, welche gemäß den aktuell geltenden Vorschriften zu erneuern sind. Maßnahmen an den Bauwerken beziehen sich auf den Abbruch der Fundament- und Sockelkonstruktion, der Demontage von Rahmenkonstruktionen und der zugehörigen Beschilderung sowie der anschließende Neubau der Unterkonstruktion, bestehend aus Fundament und Anprallsockel, Rahmenkonstruktion und Beschilderung. Lagetechnisch befinden sich die Fundamente für den Rück- und Neubau sowohl im Rand- als auch im Mittelstreifen, welche besondere Zwangspunkte darstellen und in bauausführungs- und herstellungstechnischen Aspekten zu berücksichtigen sind. Hinzukommende Zwangspunkte ergeben sich durch 15 im Streckenabschnitt stationierte Wechsel- Verkehrszeichenbrücken und 2 Kontrollstelle für die LKW- Maut, an denen keine baulichen Maßnahmen vorgesehen sind. Planungsseitig ist hier die zugehörige, im Bestand befindliche elektronische sowie telekommunikative Leitungsinfrastruktur zu berücksichtigen sowie Schutzmaßnahme für die Konstruktionen während des Ausführungszeitraumes vorzusehen.
Festlegungen bezüglich der Ingenieurbauwerke hierzu erfolgen in gesonderten Vorortterminen im Rahmen der Planung.
Im Bereich der Anschlussstellen Bornstedt, Eilsleben und Alleringersleben sind die Fahrbahnbeläge (Deck- und Binderschicht, ggf. auch die Tragschichten, Borde und Entwässerungsrinnen) der Ein- und Ausfahrtsrampen zu erneuern.
Für die im o. g. Streckenabschnitt liegenden PWC - Anlage Lorksberg Nord werden im Zuge der jeweils angrenzenden Baumaßnahme keine Leistungen vorgesehen.
Weitere geplante Maßnahmen:
• Sanierung von Regenrückhaltebecken (u.a. Tausch der Filterschichten, Sanierung bzw. Herstellung von Pflasterflächen etc.) sowie Herstellung von Zuwegungen zu diesen
• Rückbau von Kaskaden und Herstellung von Ablaufleitungen
• Herstellung von Entwässerungsrinnen (Schlitzrinnen und/ oder monolithische Rinnen)
• Erneuerung bzw. Neuherstellung von Wildschutzzäunen
• Rodungsarbeiten im Bereich der Wildschutzzäune, Böschungen, Lärmschutzwände, Bauwerke, Verkehrszeichenbrücken etc.
• Neuherstellung der Notrufsäulenstandorten inkl. erforderlicher Böschungssicherungsarbeiten (Stütz- und Spundwände)
Die Sanierungsmaßnahmen sollen in vier Bauabschnitten durchgeführt werden:
TA 1 - 1. Bauabschnitt im Jahr 2024, RF Hannover, ca. Betriebs-km 118,0 bis 128,5
TA 2 - 2. Bauabschnitt im Jahr 2025: RF Hannover, ca. Betriebs-km 107,0 bis 118,0
TA 3 - 3. Bauabschnitt im Jahr 2026: RF Berlin, ca. Betriebs-km 118,0 bis 107,0
TA 3 - 4. Bauabschnitt im Jahr 2027: RF Berlin, ca. Betriebs-km 128,5 bis 118,0
Die genaue Unterteilung der Streckenabschnitte erfolgt nach Erarbeitung des Verkehrskonzeptes bzw. im Zuge der Ausführungsplanung. Änderungen bzw. ein Tausch der Bauabschnitte sind im Zuge der Ausführung in Abhängigkeit der Dringlichkeit bzw. des Erhaltungszustandes möglich. Gegenstand dieser Ausschreibung sind die dafür erforderlichen Planungsleistungen.
Die Bauarbeiten sollen im März 2024 beginnen. Vorarbeiten (Fällarbeiten, Wildschutzzaun, Reparaturleistungen etc.) sind im Winter 2023/24 geplant. Die Baukosten betragen nach der vorläufigen Kostenschätzung ca. 135 Mio. EUR brutto. Bestandteil der ausgeschriebenen Leistungen ist ein RE Entwurf und eine Kostenberechnung gemäß AKVS.
Folgende Besondere/ Zusätzliche Leistungen sind auszuführen:
• Zustandserfassung und Bewertung der Entwässerungsanlagen im Bereich der BAB A 2, inkl. der erforderlichen Verkehrssicherung • vermessungstechnische Bestandsaufnahme der BAB und den Ing.-Bauwerken • Verkehrsführungskonzeption für das Gesamtvorhaben einschließlich Varianten- und Kostenabgleich, einschließlich Abstimmung mit Verkehrsbehörden/ Polizei
• Mehraufwand durch Anpassung des Oberbaus der BAB an die Vorgaben der Ausführung und die RStO 2012
• Erhaltungsentwurf (RE), Kostenfortschreibung (AKVS) und
Grobablaufplan
• Stellungnahme zur Einhaltung aller relevanten Arbeits- und Gesundheitsvorschriften, SiGe-Plan
• Planung Baubehelfe für Lph 4 der Tragwerksplanung • Nachrechnung Bauwerkskappen für A / Ü-Bauwerke auf H2 Systeme • Erarbeitung von Ausschreibungsunterlagen für Kontrollprüfungen Strecken- und Ingenieurbau, getrennt für jeden der vier Bauabschnitte • Ergänzende Leistungen während der Ausführung