Beschreibung der Beschaffung
Die München Klinik gGmbH ist Deutschlands zweitgrößter kommunaler Krankenhausverbund - mit über 7.000 Beschäftigten, rund 3.300 Betten und vier Häusern der Maximalversorgung. Mit den Kliniken in Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und Thalkirchner Straße bietet die München Klinik eine umfassende Versorgung auf höchstem medizinischem und pflegerischem Niveau. Die Arbeit ist geprägt von der engen Zusammenarbeit mit den Münchner Universitäten. Jährlich lassen sich im Durchschnitt rund 135.000 Menschen stationär behandeln - aus München und aus der Region. In der Notfallmedizin ist die München Klinik die Nr. 1 der Region. Über 40 Prozent aller Notfälle der Landeshauptstadt werden in den vier Notfallzentren aufgenommen.
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Im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) hat die MüK ein großes Digitalisierungsprogramm mit verschiedenen unterschiedlichen Vorhaben aufgesetzt. An das Budget, welches vom Bund und den Ländern für die Digitalisierung auf Basis des KHZG bereitgestellt wird, sind verschiedene Auflagen an die Realisierung und den Nachweis der Vorhaben geknüpft, welche zwingend erfüllt werden müssen. Zusätzlich ist der vorgegebene Zeitraum der Umsetzung zeitlich begrenzt, d.h. Fördergelder müssen bis spätestens Ende 2023 abgerufen werden, Vorhaben bis Ende 2024 final umgesetzt sein. Dies bedeutet für die MüK eine umfassende digitale Transformation, welche, um erfolgreich zu sein, eine detaillierte Planung, ein durchdachtes Aufsetzen der Vorhaben und eine rigide Steuerung der Projekte voraussetzt.
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Kernprojekte des MüK KHZG-Programms sind:
1. Unternehmensweite Einführung der digitalen Pflegekurve inkl.
a) Digitale pflegerische und ärztliche Dokumentation
b) Digitale Medikation
c) Umstieg auf mobiles Arbeiten im klinischen Alltag für Ärzte, Pflege und Therapeuten
d) Digitale Vernetzung von POCT Devices
e) Unternehmensweite Einführung eines Patientenportals (App für Patienten) inkl. z.B.:
aa) Online Terminanfrage / -vergabe
bb) Online Check-in von zuhause und an Check-in Terminals in der Patientenaufnahme
cc) Möglichkeiten für Patienten zum Hochladen von Dokumenten vor dem stationären Aufenthalt
2. Einführung eines Kardiologie-Informationssystems in den vier Kardiologien der MüK inklusive der digitalen Vernetzung der EKG Geräte
3. Roll-out eines MüK-weiten PDMS für die Intensiv- und IMC-Stationen
4. Einführung einer spezifischen Software für die Notfallzentren (Erwachsene und Kinder) aller Standorte
5. Digitalisierung der Pathologie zur ortsunabhängigen Befundung und Einführung von Systemen zur Befundungsunterstützung
6. Weitere Themen in ausgewählten Fachabteilungen (Digitalisierung neurochirurgischer OP, Telemedizin Derma, Vernetzung zweier Standorte in der Gastro, OP-Roboter für die Gyn, Viszeral- und Kinderchirurgie)
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Um den Anforderungen und dem übergeordneten Sinn der Fördermittel gerecht zu werden, hat wie in allen Projekten zur Verbesserung des Digitalisierungsgrads die System- bzw. Apllikationsbegleitende Prozessevaluation aller Fachabteilungen und klinischer Funktionen über die Standorte zu erfolgen. Gesamtziel des Programms ist es, das klinische Arbeiten durch die Digitalisierung zu verbessern und durch die Prozessveränderung während der Einführung geeigneter Systeme zu unterstützen und zu begleiten.
Während dabei das existierende KIS (Cerner) als Rückgrat bestehen bleiben soll, schließt das Zielbild der MüK IT-Landschaft ein "Best of Breed" Ökosystem aus innovativen Softwarelösungen rund um und verbunden mit dem KIS ein. Die Einbindung des klinischen Personals sowohl beim Aufsetzen als auch bei der Umsetzung der einzelnen Projekte ist Kern des KHZG-Programms.
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Die MüK sucht einen Partner mit verbindlichem Kommittenten für die erfolgreiche Umsetzung des KHZG-Programms, der bei der Prozessoptimierung, der Digitalisierung und der projekthaften Umsetzung unterstützt. Der Partner soll die spezifischen Herausforderungen, von einer der größten kommunalen Kliniken mit fünf Kliniken, 60 Fachkliniken und ambulanten Zentren kennen, erfahrenes Personal einbringen, spezifische Handlungsempfehlungen geben und beim Stakeholder Management aktiv unterstützen. Aufgrund der hohen Anzahl an parallellaufenden Projekten greift die MüK auf eine Vielzahl an externen Experten für die Umsetzung des KHZG-Programms zurück. Es muss sichergestellt werden, dass der Knowledge Transfer in die Organisation während und nach dem Projekt erfolgt. Zur Erreichung der KHZG-Ziele benötigt die MüK Unterstützung in folgenden Bereichen:
1. Projektmanagement insb. Projektmanagement Office (PMO)
2. Prozessmanagement inkl. Prozessoptimierung und digitale Lösungsentwicklung sowie Umsetzungsbegleitung und Change-Management (vor-Ort Unterstützung)
Hierbei soll über alle Bereiche eine übergreifende Programmleitung eingesetzt werden. Die Einzelheiten sind der Anlage 1 zu diesen Vergabeunterlagen zu entnehmen.