Beschreibung der Beschaffung
Die Klassik Stiftung Weimar beabsichtigt bis etwa 2030 das ehemalige Weimarer Residenzschloss (Weimarer Stadtschloss) vollständig instand zu setzen. Ziel der Maßnahme ist es, das Schloss als neue impulsgebende Mitte der Klassik Stiftung zu profilieren.
Das Schlossensemble zählt zu den bedeutendsten Bauten der Residenzkultur in Deutschland und gehört zur UNESCO-Welterbestätte "Klassisches Weimar". Das besondere Potential des Schlosses ergibt sich aus der Authentizität des Bauwerks in Verbindung mit seiner hochwertigen wandfesten und mobilen Ausstattung sowie den kultur- und kunstgeschichtlichen Sammlungen, die hier über Jahrhunderte zusammengetragen wurden. Auf Grundlage der Welterbekonvention wird größter Wert auf die Wahrung von Integrität und Authentizität des Denkmals und die mit seiner Kulturgeschichte verbundenen Sammlung sowie die denkmalgerechte Instandsetzung gelegt.
Die aufgezeigten Werte den Besuchern nicht allein auf kognitiver Ebene, sondern auch auf emotionale Weise zu vermitteln und dadurch vielfältige inhaltliche Zugänge zu ermöglichen, ist die besondere Herausforderung bei der Ausgestaltung des zentralen Bildungs- und Vermittlungsorts der Klassik Stiftung Weimar.
Die hier ausgeschriebenen Planungsleistungen umfassen die Erstellung einer Objektplanung, durch die das Stadtschloss als wichtiger Netzwerkknoten der Klassik Stiftung zu einem der zentralen Anlaufstellen für Besucher etabliert werden soll. Damit verbunden ist die Umsetzung von Ausstellungsbereichen von Bildungs-, Forschungs- und Vermittlungsfunktionen, Verwaltungs- und Veranstaltungsräumen und weiteren Serviceangeboten eines zukunftsorientierten Kulturbetriebs. Der Schwerpunkt liegt auf der umfassenden denkmalgerechten Ertüchtigung und der Umsetzung der vielfältigen Nutzungsanforderungen im bestehenden Raumgefüge.
Die Baumaßnahme "Denkmalgerechte Herrichtung Stadtschloss Weimar" wird in Teilbauabschnitten durchgeführt. Bereits in Umsetzung befindet sich das Teilprojekt Schloss 40, welches Teilbereiche des Ost- und Nordflügels betrifft. Inhalt der hier zu vergebenden Planungsleistungen ist die Umsetzung des zweiten und abschließenden Teilprojekts Schloss 100, welches alle nicht im Teilprojekt Schloss 40 enthaltende Bereiche umfasst.
Die Gebäudeplanung für das Teilprojekt Schloss 100 soll auf Grundlage der vorliegenden Gesamtkonzeption (Vorentwurfsstufe) erfolgen und die Realisierung aller nicht im Teilprojekt Schloss 40 enthaltenden Bereiche im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel umfassen.
Der Planungs-/Bauumfang muss die Umsetzung der vielfältigen Nutzungsanforderungen hinsichtlich baulicher, denkmalpflegerischer, brandschutz- und sicherheitstechnischer sowie bauphysikalischer Anforderungen, dies alles unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, ermöglichen bzw. sicherstellen.
Die zu realisierende Baumaßnahme soll in Teilen im laufenden Betrieb durchgeführt werden und erfordert für die in Betrieb zu haltenden Nutzungen zwischenzeitliche Interimslösungen.
Vom zukünftigen Aufragnehmer wird erwartet, dass sowohl im Rahmen der Planung als auch in der Ausführungsvorbereitung und Baubegleitung ein sehr enges Planungs- und Kooperationsverhalten zu allen Planungsgewerken eingegangen und in hoher Qualität gepflegt wird.
Der Kostenrahmen für die Baumaßnahme Teilprojekt Schloss 100, gem. beschlossenem Investitionsprogramm, beläuft sich für die KG 300 bis 600 (DIN 276) auf 48.680.000,00 EUR (brutto), für die Baukosten der KG 300 und 400 (DIN 276) wird von einem anteiligen Budget von ca. 30.080.000,00 € (brutto) ausgegangen. Dieser Budgetrahmen dient als Zielvorgabe für die Einhaltung des zur Verfügung stehenden Kostenrahmens, auf welchen die jeweiligen Planungsleistungen im beauftragten Leistungsbild auszurichten ist.
Aufgrund der Spezifik der Bauaufgabe werden viele Räume bzw. Raumgruppen ganz oder teilweise von Restauratorischen Fachplanern beplant, ausgeschrieben und bauüberwacht. Einen Anhaltspunkt zur Schnittstelle liefern die in Aufgabenbeschreibung beigefügten Übersichtsgrundrisse zur Abgrenzung Objektplanung / Restauratoren Stand 2014. Eine finale Zuordnung erfolgt durch den AG mit Vorliegen der Denkmalpflegerischen Zielstellung, die aktuell erarbeitet wird.
Das Bauvorhaben wird von der Bundesrepublik Deutschland und dem Freistaat Thüringen über ein gemeinsames Sonderinvestitionsprogramm finanziert.
Neben der Entwurfsplanung zur baulichen Umsetzung der vorliegenden Vorplanung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel ist eine Antragsunterlage gem. RZ-Bau zu erstellen. Verbindliche terminliche Vorgabe für die Vorlage der abgestimmten Antragsunterlage an den Auftraggeber ist Ende März 2024.
Die in Pkt. II.2.7. angegebene Laufzeit bezieht sich auf diesen Termin. Als Ziel der baulichen Fertigstellung ist für Ende 2030 geplant.
Gegenstand dieser Ausschreibung ist die Vergabe der Planungsleistungen im Leistungsbereich § 34 HOAI. Die Beauftragung der hier ausgeschriebenen Leistungen erfolgt stufenweise, hierzu wird auf Pkt. II.2.11 dieses Dokuments verwiesen.
Im Falle einer Beauftragung muss das angebotene Projektteam sofort und vollumfänglich zur Verfügung stehen. Im Bedarfsfall ist zur Sicherstellung der Termineinhaltung eine Aufstockung der Teamstärke zu sichern/ zu ermöglichen.