Beschreibung der Beschaffung
Bei der geplanten Baumaßnahme handelt es sich um einen H-förmigen Neubau für einen Maßregelvollzug, der die bestehenden Stationsstrukturen innerhalb eines denkmalgeschützten, Ende 19./Anfang 20. Jhd. erbauten Ensemble am ZfP-Emmendingen erweitert. Die sehr beengten Platzverhältnisse im Altbau entsprechen teilweise nicht mehr den aktuellen/gesetzlichen Vorgaben, eine Flächenerweiterung für die forensische Betreuung von 12 Patienten (in 3 Wohngruppen à 4 Patienten) ist zwingend notwendig - inkl. Brücken-Anbindung an den Altbau. Der Neubau wird an die vorhandene haustechn. Infrastruktur bzw. an die Wärme-/Frischwasser-/Elektroleitungen des benachbarten Altbaus angebunden. Das Gebäude unterliegt den höchsten Sicherheitsanforderungen zum Schutz der Patienten vor Ausbruch, Vandalismus, Gewalt und Suizid. Das Baufeld befindet sich in unmittelbarer Nähe zu den vorhandenen, voll- bis überbelegten forensischen Stationen – der Neubau ist während des Bauablaufs an den Altbau anzubinden. Zur schnellstmöglichen Entspannung der Mitarbeiter und Patienten gefährdenden Situation („Dichtestress“) sowie zur Vermeidung/Verkürzung von versorgungs-/sicherheitsbelastenden Konstellationen ist es erforderlich, die Abwicklung der Baudurchführung auf die Erfordernisse des besonderen Gebäudes und dessen sicherheitsrelevanten Umfeldes auszurichten.
Der Beginn der Baumaßnahmen ist für Mitte Juni 2023 und die Inbetriebnahme des Erweiterungsbaus zum Maßregelvollzug ist für Ende Oktober 2024 vorgesehen. Der Neubau umfasst rund:
> 1.260 m² Nutzfläche (NUF), 2.315 m² Bruttogrundfläche (BGF), 8.810 m³ Bruttorauminhalt (BRI), 1.865 m² Freiflächen.
Die nun anstehenden Planungs- und Bauleistungen beinhalten :
> Erbringung aller für die Herbeiführung des Werkerfolges noch erforderlichen Architekten-/Ingenieurleistungen (inkl. besonderer Leistungen) und noch erforderlicher Gutachter-/Sachverständigenleistungen: auf Basis der im Rahmen einer funktionalen Leistungsbeschreibung beschriebenen Bauleistungen, vorgelegter techn. Zeichnungen und weitergehender Unterlagen der bereits erbrachten Planungsleistungen (Entwurfs-, Genehmigungs-, Ausführungsplanung) sowie der vom AG eingeholten Baugenehmigung für die Errichtung des Erweiterungsneubaus in Massivbauweise (Stahlbeton und Kalksandsteinmauerwerk),
> Erstellung aller Bestands- und Revisionspläne,
> Erstellung etwaiger Tekturen zur Genehmigungsplanung, so denn durch den AN diesbezüglich in der bereits erstellten und dem AN be-reitgestellten Planung Änderungen vorgenommen werden,
> Erbringung sämtlicher Lieferungen, Bauleistungen und sonstiger Leistungen, die erforderlich sind, um die Baumaßnahme vollständig und mängelfrei innerhalb der vereinbarten Termine herzustellen – insb. hervorzuheben sind:
>> Baukonstruktive u.gebäudetechn. Herstellung des Gebäudes nach den gestalterischen Vorgaben der vorgelegten Planung, inkl. Herstellung des Verbindungsgangs und des Bestandsanschlusses sowie der umliegenden/angrenzenden Freianlagen,
>> Vermessungs- und Absteckarbeiten nach Erfordernis,
>> Baustelleneinrichtung, Erdarbeiten/-bewegung inkl. Entsorgung, Aushub und Verfüllung der Baugrube sowie Feinplanum,
>> provisorische Abdichtungs- und Schutzarbeiten,
>> Leitungsführungen im Außengelände vom Neubau bis zu den bauseitigen Versorgungsschnittstellen des ZfP.
> Erbringung von Koordinationsleistungen für weitere, nicht im GU-Leistungsumfang enthaltende Bauleistungen, die sich zeitlich in den GU-seitigen Bauablauf innerhalb der vereinbarten Termine einfügen (müssen) – dies betrifft die Schließanlage, die Video-Zugangskontrolle und eine Schrankanlage für DECT-Telefone.
Ferner werden Planungsleistungen erwartet, die der Optimierung der Bauabläufe und Baustelleneinrichtung, der schnellstmöglichen Inbetriebnahme sowie der Sicherung des Risiko-/Störungsmanagements dienen und die Ausführungsarten technisch optimieren. Weitere Projektinformationen können den mit Bekanntmachung bereitgestellten Vergabeunterlagen entnommen werden.