Beschreibung der Beschaffung
Zielsetzung des Projektvorhabens ist es, ein umfassendes Laborinformations- und Management System (LIMS) für die Erfassung, Bearbeitung, Organisation, Dokumentation und Abrechnung der diagnostischen Analysen und Abläufe für das Institut für Humangenetik und Genommedizin beschaffen. Das Projekt ist so aufzusetzen, dass in Kombination mit den bereits am Universitätsklinikum Aachen vorhandenen Funktionalitäten alle Muss-Kriterien der Förderrichtlinie für den Fördertatbestand zur Einrichtung eines digitalen Dienstes im Sinne des § 19 Abs.1 Satz 1 Nummer 6 KHSFV sowie die Voraussetzungen nach § 19 Abs. 2 KHSFV erfüllt werden.
In einer verschlüsselten Datenbank sollen zentral alle Patientendaten sicher gespeichert werden. Der Zugriff auf die Daten muss mit einer rollenbasierten Zugriffkontrolle verbunden werden, so dass jeder Benutzer entsprechend seiner Rolle im Unternehmen nur den Zugriff auf die Daten und Anwendungen erhält, die für die jeweilige Arbeit notwendig sind. Gesundheitsdaten und Befunde, die im Rahmen des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) einer besonderen Sicherheit bedürfen, sollen z.B. nur für die autorisierten Ärzte bzw. wissenschaftliche Mitarbeiter einsehbar sein.
Alle für die Untersuchung relevanten Informationen (u.a. Identifikationsmerkmale, klinische Daten, Stammbäume, Vorbefunde, Ergebnisse) müssen in der elektronischen Patientenakte im LIMS gespeichert werden können und stehen für Steuerung, Überwachung und Controlling der Laborabläufe zur Verfügung.
Durch die Hinterlegung aller Auftragsdetails in hierarchischen Untersuchungsstrukturen soll sichergestellt werden, dass für jeden Patienten die passgenauen Untersuchungen durchgeführt werden.
Die digitale Arbeits- und Ablaufplanung soll dafür sorgen, dass eilige Analysen priorisiert werden können, um z.B. mit der genetischen Schnelldiagnostik Unterstützung für akute onkologische Therapieentscheidungen zu sichern (personalisierte Medizin).
Das System muss dafür Schnittstellen zur Anbindung von externer Analysesoftware und Analysegeräten speziell für die molekulare humangenetische Diagnostik bereitstellen.
Durch eine konsequente Implementierung in den Laborablauf soll eine vollständige Pseudonymisierung von Proben über den gesamten Analyseprozess gewährleistet werden.
Die Nutzung von Barcodes soll eine sichere Nachverfolgung der Proben und Analyseschritte ermöglichen und wesentlich zur Daten- und Patientensicherheit beitragen.
Benötigt werden hierfür 40 Arbeitsplatzlizenzen oder eine Campus-Lizenz für Arbeitsplätze zur Übernahme der Patientendaten aus dem KIS, Probenerfassung, Beratung, Befundung, Laborarbeitsplätze sowie Sekretariats- und Abrechnungsarbeitsplätze.
Hardware (Arbeitsplatz-PCs, Einzugsscanner, Etikettendrucker) sind vorhanden bzw. werden noch beschafft (Handscanner zur Erfassung von Barcodes und Überweisungs- bzw. Laborscheinen). Die zur Analyse verwendeten Geräte bzw. Software sollte an das LIMS angebunden werden können. Die Kompatibilität mit dem anzuschaffenden LIMS muss vom Anbieter bei seiner Planung geprüft und explizit und im Detail im Angebot adressiert werden.
Das LIMS muss KBV zertifiziert sein und die Abrechnung von Leistungen der KV über die KVDT-Schnittstelle ermöglichen.
Der Import von Alt-Daten aus dem bisherig verwendeten System zur Erfassung von Patienten und Erstellung von Befunden, CGM Albis, ist essentiell. Die im Vorgängersystem CGM PRAXISARCHIV vorhandenen gescannten Dokumente und Bilddateien müssen in das neue LIMS übernommen und automatisch den entsprechenden Patienten zugeordnet werden.
Eine Nutzung über mobile Endgeräte sollte möglich sein.