Beschreibung der Beschaffung
Das Projekt umfasst den Neubau des „Demonstrationszentrums für Sektorkopplung“ auf dem Gelände des Energiecampus Hamburg-Bergedorf.
Das Grundstück bemisst sich auf eine Fläche von 2.809 m² und befindet sich „Am Schleusengraben“ in 21029 Hamburg-Bergedorf.
Das betroffene Grundstück mit der Flurstücksnummer 3507 befindet sich im Eigentum der FHH.
Das Ziel ist es, ein innovatives und energieeffizientes Gebäude zu errichten, das sich unter Berücksichtigung des nachhaltigen Bauens in das vorhandene Gebäudeensemble auf dem Energiecampus Bergedorf einfügt.
Das zu planende Gebäude soll ca. 2.185 m² BGF und 1.500 m² Nutzungsfläche (NUF 1-6) umfassen und in direkter Nachbarbebauung zum Technologiezentrum des Competence Center für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (CC4E) sowie dem Großprüfstand für Pitchlager des Fraunhofer IWES realisiert werden.
Es sind 25 Stellplätze vorzusehen, von denen 15 Stellplätze für Elektromobilität auszulegen sind.
Die Herausforderungen die sich aus dem Klimaschutz und dem dafür nötigen Umbau der Energieversorgung ergeben sind vielfältig. In den kommenden Jahren wird es verstärkt darum gehen, die geschaffenen und im weiteren Ausbau befindlichen Erzeugungsstrukturen für Erneuerbare Energie sinnvoll durch die Kopplung mit den Sektoren Mobilität, Wärmeversorgung von Gebäuden und Industrie zu integrieren, um eine langfristig sichere, umweltverträgliche und kostengünstige Energieversorgung sicher zu stellen. Hamburg eignet sich in idealer Weise als Innovationsstandort für die Realisierung der nächsten Schritte der Energiewende. Im Rahmen des geplanten Großprojektes Norddeutsches Reallabor geht es um die Schaffung nachhaltiger Innovationen im Bereich der Sektorkopplung und die Erprobung des Transformationspfades über alle Energieverbrauchssektoren. Um dies zu ermöglichen ist der Aufbau eines Demonstrationszentrums für Sektorkopplung geplant mit dem Hamburg Vorreiter in der umfassenden Sektorkopplung für Erneuerbare Energien, Gas, Strom und Mobilität werden soll. Die Unternehmen in der Region sollen hierbei eine Schlüsselrolle spielen und gemeinsam mit den öffentlichen Versorgern und den F&E Partnern die Aktivitäten ausbauen und Innovationspotentiale ausschöpfen.
Die Neufokussierung auf Themenschwerpunkte der Energiewende, wie die modellhafte Nutzung von Wasserstoff und Kopplungstechnologien in Sektoren, wie z. B. Mobilität und Wärme etc., sieht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit der HAW Hamburg und Fraunhofer IWES (spätere Nutzer des Neubaus) vor. Ziel ist es, die Kompetenzen in den vorbenannten Schwerpunktthemen zu bündeln und entsprechende Synergieeffekte zu nutzen.
Das Demonstrationszentrum Sektorkopplung, was neben dem geplanten Neubau und den Laboren auch aus einer Reihe von Aktivitäten im nahen Umfeld (Windpark, Energie-Campus, Industrieunternehmen, etc.) bestehen wird, soll die Möglichkeit schaffen, die zentrale systemische Positionierung von Wasserstofftechnologien in verschiedenen Varianten und Nutzungsketten zusammen mit Partnerunternehmen zu erproben und zu demonstrieren. Dabei geht es sowohl um die Stromerzeugung (Wind und PV), die Wandlung (Elektrolyse und Methanisierung), die Speicherung (Druckspeicher, Sorptionsspeicher, LOHC1) als auch um die Nutzung (Brennstoffzellen, BHKWs, Mobilität, Industrieanwendungen, etc.). Unabdingbar für eine erfolgreiche Energiewende ist zudem die Entwicklung und der Test neuer regelungs- und steuerungstechnischer Konzepte zur erfolgreichen Systemintegration der betrachteten Technologien.
Ein Baustein der Zusammenarbeit ist ein gemeinsam genutztes Gebäude mit entsprechenden Büroarbeitsplätzen und Laboren zur Unterbringung der Mitarbeiter des Anwendungszentrums (AWZ)/ILES und des Demonstrationszentrums Sektorkopplung. Das Projekt soll u.a. durch Mittel aus Förderprogrammen, wie z.B. die EFRE-Förderung finanziert werden.
Für das Gebäudekonzept wurde bereits ein Raumbuch erstellt, welches die benötigten Flächen nach DIN 277 aufführt und in einem Raumanforderungskatalog den groben Rahmen für die baukonstruktiven und technischen Anforderungen an die jeweiligen Räume darlegt.
Grundsätzlich handelt es sich um Büroräume, Küchen und Sozialräume, Lager, Sanitäreinrichtungen und Labore.
Besondere Hinweise:
- Die Maßnahmen des Klimaschutzplanes BUND und Land FHH, sowie das Klimaschutzgesetz der FHH inkl. der Mobilitätskonzepte sind für das Bauvorhaben zu prüfen, umzusetzen, nachzuweisen und zu begründen.
- Die FHH Planungshinweise der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW), Amt für Bauordnung und Hochbau, Landesbau ABH 41 sind auf Machbarkeit und Vereinbarkeit im Neubau zu prüfen, umzusetzen, nachzuweisen und zu begründen.
- Weiterhin in der Planung und Umsetzung zu berücksichtigen sind der Leitfaden Nachhaltiges Bauen, der Leitfaden Barrierefreiheit der HAW Hamburg, sowie die Anforderungen an die Gebäudesicherheit der HAW Hamburg.
- Photovoltaik für Nachhaltigkeit einsetzen, wenn möglich (ab 2023 in HH Pflicht für öffentliche Bauten – ggf. auf Dächern, an Fassaden, auf dem Grundstück).
Für das Bauvorhaben steht ein Kostenrahmen nach DIN 276-1 zur Verfügung, nachdem sich die Kosten der KG 300 und KG 400 auf 5.402.259,00 € belaufen. Dieser Kostenrahmen ist zwingend einzuhalten und die Planung darauf anzupassen.
Die Bauausführung ist spätestens im Oktober 2027 abzuschließen.
Weitere Informationen entnehmen Sie bitte den Anlagen des Verfahrensbriefes.
Die benötigten Planungsleistungen des Vorhabens werden stufenweise beauftragt.
Die Beauftragung erfolgt dabei in 4 Stufen, wobei sich die einzelnen Leistungsphasen wie folgt auf die Stufen aufteilen:
- Stufe 1 beinhaltet die Leistungen der Grundlagenermittlung bis einschließlich der Leis-tungen der Entwurfsplanung (Lph. 1 – 3)
- Stufe 2 beinhaltet die Leistungen der Genehmigungsplanung (Lph. 4)
- Stufe 3 beinhaltet die Leistungen der Ausführungsplanung bis einschließlich die Ob-jektüberwachung und Dokumentation (Lph. 5 – 8)
- Stufe 4 beinhaltet die Leistungen der Objektbetreuung (Lph. 9)
Jeweils der Anlage 10 HOAI 2013 (Gebäude und Innenräume)