Beschreibung der Beschaffung
1. Vorhaben/ Anforderungen an die Planung
Die Vergabestelle ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft des Landkreises Nordhausen, welcher Träger des bodengebundenen Rettungsdienstes ist.
Die Vergabestelle beabsichtigt nach entsprechender Aufgabenübertragung durch den Landkreis den Neubau der künftigen Regionalleitstelle Nord-Thüringen gemäß den Anforderungen des Thüringer Rettungsdienstgesetzes (ThürRettG). Neben dem Rettungsdienst nimmt die Leitstelle als integrierte Leitstelle Aufgaben des Brandschutzes, der Allgemeinen Hilfe und des Katastrophenschutzes wahr.
Das Vorhaben wird im Rahmen eines Landesprojekts realisiert und mit Landesmitteln öffentlich gefördert.
Das Vorhaben wird auf dem Gelände der Grundstücke Zorgestraße 14 und 15 in Nordhausen umgesetzt werden. Die Vergabeunterlagen enthalten einen Lageplan und ein bereits vorliegendes Raumprogramm. Dieses ist jedoch nicht abschließend. Es soll vielmehr im Zuge der weiteren Planung weiterentwickelt und fertig gestellt werden.
Die zu beplanende Nutzungsfläche des Neubaus wird im vorliegenden Raumprogramm mit rd. 2177 m² angegeben. In dem Raumprogramm werden die Bereiche Verwaltung, Sozialräume, Leitstelle, Lagezentrum, Leitstellentechnik und Sonstiges berücksichtigt. Bei der Leitstelle und der Leitstellentechnik handelt es sich um Sicherheitsbereiche. Kennzeichnend für das Gebäude ist ein hoher Technikanteil, wegen des Leitstellenbetriebs und wegen der hochwertig geschützten Sicherheitsbereiche. Die spezielle Leitstellentechnik, als technische Ausstattung für den Betrieb, wird im Rahmen des Landesprojektes beschafft. Sie ist vom zukünftigen Auftragnehmer unter Berücksichtigung der Fachplanung in seine Planung zu integrieren.
Basis für die hier gegenständliche Planung ist nach allem das bereits vorliegende Raumprogramm (mit Raumbedarfsermittlung) in der Anlage, das im Laufe der weiteren Planung sukzessive zu vertiefen und bei Bedarf anzupassen ist. Es bedarf dabei insbesondere in der Leistungsphase 2 der Herbeiführung eines genehmigten Raumprogramms für den Förderantrag.
Die für die Realisierung des Vorhabens erforderliche fachliche, leitstellenspezifische Zuarbeit und Beratung zu der hier gegenständlichen Bauplanung leistet die Vergabestelle, die sich hierbei eines Leitstellenfachplaners bedient, der ihr vom Land über das Landesprojekt zur Verfügung gestellt werden wird.
Die Koordinierung des Planungsteams hinsichtlich der spez. Leitellentechnik obliegt der Vergabestelle, welche insofern auf Kapazitäten bei dem Gesamtprojekt Regionalleitstellen Thüringen und im Hinblick auf die Anforderungen des konkreten Projekts bei der Regionalleitstelle Nord-Thüringen zugreift.
Im Übrigen obliegt die Koordination der Fachplaner und die Integration von Fachplanungen in die eigene Objektplanung dem zukünftigen Auftragnehmer (als Grundleistungen in diversen Leistungsphasen).
2. Kostenrahmen
Es ist ein Kostenrahmen in den KG 300, 400 und 600 in Höhe von 8,75 Mio. € (brutto) vorgesehen. Im Ergebnis der Leistungsphase 3 wird eine verbindliche Kostenobergrenze (als Soll-Beschaffenheit) vereinbart werden.
3. Frist
Der zukünftige Auftragnehmer schuldet eine Erbringung der Grundleistungen der Leistungsphasen 1 bis 3 (auf der ersten Stufe) bis spätestens zum 30.06.2023 (Vertragstermin). Hinsichtlich der weiteren Leistungsphasen (auf der zweiten Stufe) werden Vertragstermine noch abgestimmt werden, vorausgesetzt, die Stufe wird übertragen.
4. Auftrag
Für das Vorhaben bedarf es mehrerer Objekt- und Fachplanungen – Objektplanung Gebäude und Innenräume, Tragwerksplanung, Technische Ausrüstung/ Elektroplanung (mit leistellenspezifischer Fachplanung), Brandschutzfachplanung. Der Schwellenwert für eine europaweite Ausschreibung ist eindeutig erreicht bzw. überschritten.
Gegenstand dieser Vergabe sind ausschließlich die Leistungen in dem Leistungsbild Tragwerksplanung. Die erforderlichen Objekt- Fachplanungen sind demgegenüber Gegenstände separater Vergaben.
Die Leistungen werden dabei stufenweise vergeben; auf der ersten Stufe die Grundleistungen der Leistungsphasen 1 bis 4 der Tragwerksplanung und auf der zweiten Stufe die Grundleistungen der Leistungsphasen 5 und 6. Die Besondere Leistung findet gegebenenfalls auf einer dritten Stufe in der Ausführungsphase statt.
Insofern wird folgende Besondere Leistung (stufenweise) vergeben werden:
Ingenieurtechnische Kontrolle der Ausführung des Tragwerks auf Übereinstimmung mit den geprüften statischen Unterlagen/ 3. Stufe (Zeithonorar)
Ein Anspruch des späteren Auftragnehmers auf Übertragung der 2. Stufe und/ oder 3. Stufe besteht nicht.
Im Übrigen wird, was den Inhalt des Auftrags anbelangt, auf den Vertragsentwurf (Teil C der Vergabeunterlagen) Bezug genommen.