Bedingungen für die Teilnahme (technische und berufliche Fähigkeiten)
zu 1.)
a. Angabe der durchschnittlichen jährlichen Anzahl der Beschäftigten (festangestellte Vollzeitkräfte), die über eine Qualifikation mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss aus den Bereichen Tiefbau, Wasserwirtschaft, Geowissenschaften, Umweltwissenschaften sowie Mathematik oder Physik verfügen, jeweils in den letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahren. Der Bewerber muss in jedem der letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre mindestens 6 Vollzeitkräfte dauerhaft beschäftigt haben. Als Vollzeitkraft werden Beschäftigte mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mindestens 37,5 Stunden anerkannt, Teilzeitkräfte sind entsprechend umzurechnen.
b. Angabe der Anzahl der Vollzeitkräfte, die die vorstehend unter a. angegebenen Mindestanforderungen erfüllen und die seit Abschluss des Studiums Grundwasserströmung modelliert haben. Die Anzahl der Vollzeitkräfte muss mindestens zwei betragen.
und
c. Angabe der Anzahl der Vollzeitkräfte, die die vorstehend unter a. angegebenen Mindestanforderungen erfüllen und die über Erfahrungen in der Erkundung, Planung sowie Vorbereitung und Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen im Bereich Altlasten und Grundwassersanierung verfügen. Die Anzahl der Vollzeitkräfte muss mindestens zwei betragen.
zu 2.)
Bewerber haben zu den nachfolgend definierten Kategorien A, B, C und D jeweils mindestens eine Projektreferenz nachzuweisen. Mit einer Projektreferenz können auch die Mindestanforderungen zu mehreren Kategorien nachgewiesen werden. Die Projektreferenzen müssen mindestens die durch die AG im Formblatt 3 und 4 zum Teilnahmeantrag vorgegebenen Informationen enthalten. Je Projektreferenz ist gesondert ein Formblatt 3 (Projektreferenzen Grundwassermodellierungserfahrungen) oder 4 (Projektreferenzen hydrogeologische Fachberatung) auszufüllen. Darüber hinaus muss jede Projektreferenz folgende Anforderungen erfüllen, um als Projektreferenz der nachstehend definierten Kategorie A, B, C oder D anerkannt zu werden:
- Jede der benannten Projektreferenzen muss dem Bewerber / einem Mitglied der Bewerbergemeinschaft eindeutig zuzuordnen sein und
- der Abschluss der jeweiligen Projektreferenz darf zum Zeitpunkt der Einreichung des Teilnahmeantrags nicht länger als 5 Jahre zurückliegen.
Projektreferenzen Grundwasser-Modellierungserfahrungen
Kategorie A. Nachweis von mindestens einer Projektreferenz für Aufbau oder Weiterentwicklung einschließlich Modell-Kalibrierung sowie Anwendung eines numerischen Grundwasserströmungsmodells, dessen Anwendung kontinuierlich im Sinne eines Bewirtschaftungsmodells gemäß Definition DVGW [Arbeitsblatt DVGW W 107 (A) 02/2016] vorgesehen ist (Hinweis: der vorstehende Bezug zur Definition eines Bewirtschaftungsmodells des DVGW bezieht sich nur auf den Aspekt der Kontinuität) und das kumulativ folgende an das Modell gestellte Mindestanforderungen einhält:
1. 3D-Strömungsmodellierung,
2. Anzahl der Stützpunkte/Grundwassermessstellen, die zur Kalibrierung genutzt wurden/werden: mindestens 50 Stück,
3. Modellierung mit mindestens zwei instationären hydraulischen Randbedingungen (z. B. Grundwasserneubildung; Entnahme und / oder Speisung; Vorflut; Modellzu- und / oder -abstrom),
4. instationär modellierter Zeitraum: mindestens 1 zusammenhängendes Jahr und
5. bei noch nicht abgeschlossenen Projektreferenzen muss mindestens der Aufbau oder die Weiterentwicklung des Modells einschließlich der Modellkalibrierung abgeschlossen sein und es muss mindestens eine Anwendung des kalibrierten Modells durchgeführt und dokumentiert worden sein.
Kategorie B. Projektreferenz für hydrogeologische Strukturmodellierung
Nachweis von mindestens einer Projektreferenz über ein hydrogeologisches Strukturmodell, das kumulativ die folgenden an das Modell gestellte Mindestanforderungen einhält:
1. 3D-Strukturmodell,
2. mindestens 3 hydrostratigrafische Einheiten sind im Modell abgebildet,
3. Anzahl der Stützpunkte (Bohrungen, Sondierungen/Aufschlüsse), die zur Erstellung des Modells ausgewertet wurden: mindestens 300 Stück und
4. bei noch nicht abgeschlossenen Projektreferenzen muss der Aufbau des hydrogeologischen Strukturmodells abgeschlossen und mindestens eine Entwurfsfassung der Dokumentation der bereits durchgeführten Arbeiten vorliegen.
Kategorie C. Projektreferenz für Nachweis der Erfahrung mit Modellierungen im Altlastenbereich
Nachweis von mindestens einer Projektreferenz über eine Modellierung im Zusammenhang mit Maßnahmen der Altlastenuntersuchung und/oder Altlastensanierung im Sinne des Bundesbodenschutzgesetzes (BBodSchG) und der Bundesbodenschutzverordnung (BBodSchV), die kumulativ folgende an das Modell gestellte Mindestanforderungen einhält:
1. 3D-Strömungsmodellierung,
2. Modellierung mit mindestens einer instationären hydraulischen Randbedingung (z.B. Grundwasserneubildung; Entnahme und / oder Speisung; Vorflut; Modellzu- und / oder -abstrom),
3. Anzahl der Stützpunkte und/oder Grundwassermessstellen, die zur Kalibrierung genutzt werden/wurden: mindestens 20 Stück und
4. bei noch nicht abgeschlossenen Projekten muss mindestens die Modellkalibrierung abgeschlossen sein und es muss eine Anwendung des kalibrierten Modells durchgeführt und dokumentiert worden sein.
Kategorie D. Projektreferenzen Fachberatung im Themenkomplex Hydrogeologie und Hydrodynamik
Im Bereich der hydrogeologischen Fachberatung sind umfassende Kenntnisse und Erfahrungen in einem breiten Spektrum des Fachbereiches notwendig. Insbesondere sind Erfahrungen mit den am Standort Bitterfeld-Wolfen vergleichbaren Sachverhalten erforderlich. Diese Kenntnisse und Erfahrungen sind anhand von Referenzen nachzuweisen, wobei mindestens zwei der nachfolgend unter (1) bis (3) benannten Kriterien erfüllt sein müssen; dies kann auch innerhalb von einer Projektreferenz gebündelt der Fall sein, so dass zur Erfüllung dieser Kategorie D der Nachweis einer einzelnen Projektreferenz ausreichend sein kann.
(1) Projektreferenz zur geologischen Bohrungsbegleitung einschließlich Dokumentation und Stratifizierung oder Referenz über eine einschlägige Veröffentlichung oder Referenz über ein einschlägiges Gutachten zur Stratigraphie des Quartärs und
- des Jungtertiärs in Norddeutschland oder
- des Ablagerungsraums nordische Vereisung im Quartär.
(2) Konzeptionierung von hydrogeologischen Erkundungen und deren Auswertung (Anwendungsbeispiele: Erkundung eines Wasserwerksstandortes, Erkundung einer Altlast)
(3) Hydrogeologische Bearbeitung im Rahmen der Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes oder eines Sanierungsplanes für eine Altlastenuntersuchungs- oder
-sanierungsmaßnahme im Sinne des BBodSchG und der BBodSchV
Noch nicht abgeschlossene Projekte müssen mindestens ein Jahr ununterbrochen in Bearbeitung sein.