Beschreibung der Beschaffung
Teil 1
Gegenstand des Vergabeverfahrens sind die Planerleistungen Ingenieurbauwerke nach HOAI Teil 3, Abschnitt 3 für die Regen- und Schmutzwasser-Entwässerung im Sinne der Objektliste gem. Anlage 12 HOAI 2021 sowie für die Tiefbauleistungen sowie besondere Leistungen innerhalb der Leistungsphasen (im Fortfolgenden als „Planerleistung Ingenieurbauwerke“ bezeichnet). Weitere besondere Leistungen können von der Auftraggeberin jeweils einzeln und gesondert beauftragt werden.
Maßnahmenbeschreibung
Aufgrund des geplanten Neubaus sowie der geplanten Verkehrsführung des Tunnelbauwerks der Neuen Köhlbrandquerung (NKBQ) müssen die öffentlichen und privaten Verkehrsflächen angepasst und größtenteils erneuert werden. Hieraus ergibt sich eine umfangreiche Erneuerung der privaten und ggf. in Teilen auch öffentlichen Erschließung nicht nur des Neubaus, sondern auch des gesamten Grundstücks.
Die Darstellung der zu bearbeitenden Fläche und der voraussichtlich erforderlichen Hauptmaßnahmen ist u.a. aus der Anlage ‚Übersichtsskizze Verkehrsanlagen, Außenanlagen und Kanalbau‘ (siehe Anlagen unter Punkt 2.3) zu entnehmen. Die Anlagen erhalten Sie nach Zusendung der Compliance-Erklärung (Anlage TNW 6).
Die Planungsleistung umfasst insbesondere folgende Themen:
- Erstellung eines Leitungsbestandsplans auf Basis vorhandener Pläne und Informationen, falls erforderlich Durchführung einer Leitungsanfrage zwecks Ergänzung, Aktualisierung und Fortschreibung.
- Koordinierte Leitungsplanung zur Unterbringung aller erforderlichen Medien auf dem Grundstück, u.a. Strom, TK-Anlagen, Schrankenanlagen, Beleuchtungsanlagen, Anzeigen/Wegweisung, Prüfanlagen usw. sowie Gas- und TW-Leitungen und Fern- bzw. Nahwärmeleitungen. Planung und Koordinierung der hierfür erforderlichen Tiefbauarbeiten.
- Schmutz- und Regenwasserentwässerungsanlagen.
- Erschließen des Grundstücks, Umlegen, Verlegen und Erneuerung von Leitungen der nicht öffentlichen und ggf. in Teilen der öffentlichen Erschließung, dies beinhaltet insbesondere
o Erneuerung Regenwasserableitung:
Die derzeit vorhandene Einleitung des Regenwassers über das öffentliche RW-Siel in den Rugenberger Hafen muss aufgrund des geplanten Tunnelbauwerks (NKBQ) verlegt werden. Derzeit ist eine eigenständige Einleitung des Regenwassers mit vorgeschalteter Reinigungsanlage in den Rugenberger Hafen angedacht (kein Siel). Hierbei wird eine Durchdringung der Polderwand einschl. Absperrschieber und Pumpenanlage für den Hochwasserfall erforderlich. Die Sperrzeiten für Arbeiten an Hochwasserschutzanlagen sind dabei zu berücksichtigen. Das Auslaufbauwerk wird sich auf dem Grundstück der HPA befinden und wird ggf. Eigentum der HPA. Die Herstellung erfordert somit eine Baugenehmigung durch die HPA. Eine Einleitgenehmigung ist bei der BUKEA zu beantragen bzw. vorab zu erfragen. Zudem ist eine Beeinträchtigung der neuen Reinigungsanlage im Zuge der, nach Fertigstellung des Neubaus, startenden Baumaßnahmen der NKBQ auszuschließen.
o Schmutzwasserentwässerung
Umverlegung der vorh. SW-Entwässerung im Bereich des Neubaus. Überprüfung und evtl. Instandsetzung der vorh. SW-Pumpenanlage und der Anschlussleitung bis zum SW-Siel.
o Berücksichtigung der auf dem Grundstück vorhandenen DN 3000 Ablaufleitung der HSE in der Planung und Ausführung. Die Leitung ist dauerhaft in Betrieb und stellt die Funktionsfähigkeit des Klärwerkverbunds Köhlbrandhöft–Dradenau sicher.
o Berücksichtigung der vorhandenen DR 500 Mischwasserdruckleitung der HSE in der Planung und Ausführung ggf. Umverlegung dieser Leitung, sollte dies z.B. aufgrund des Neubaus erforderlich werden.
o Prüfen des Zustandes und der Kapazitäten der Bestandsleitungen auf dem Grundstück
o Prüfen von Möglichkeiten zur Grauwassernutzung und ggf. Umsetzung
Siehe nähere Beschreibung in den Vergabeunterlagen.
Teil 2
Gegenstand des Vergabeverfahrens sind Planerleistungen Verkehrsanlagen nach HOAI Teil 3, Abschnitt 4 sowie besondere Leistungen innerhalb der Leistungsphasen (im Fortfolgenden als „Planerleistung Verkehrsanlagen“ bezeichnet). Weitere besondere Leistungen können von der Auftraggeberin jeweils einzeln und gesondert beauftragt werden.
Maßnahmenbeschreibung
Aufgrund des geplanten Neubaus sowie der geplanten Verkehrsführung des Tunnelbauwerks der Neuen Köhlbrandquerung (NKBQ) müssen die öffentlichen und privaten Verkehrsflächen angepasst und größtenteils erneuert werden.
Die Planung und Umsetzung der öffentlichen Verkehrsflächen erfolgt durch die HPA. Die planerische Zuarbeit ist jedoch Bestandteil abgefragten Leistungen.
Die anzubietende Leistung umfasst die privaten Verkehrs- und Freiflächen auf dem Grundstück der Finkenwerder Straße 4 einschließlich der Anbindung an die öffentlichen Straßen (Zu- und Ausfahrten bzw. Knotenpunktarm(e) auf dem Grundstück).
Die Darstellung der zu bearbeitenden Fläche und der voraussichtlich erforderlichen Hauptmaßnahmen ist u.a. aus der Anlage‚ Übersichtsskizze Verkehrsanlagen, Außenanlagen und Kanalbau‘ (siehe Anlagen unter Punkt 2.3) zu entnehmen. Die An-lagen erhalten Sie nach Zusendung der Compliance-Erklärung (Anlage TNW 6).
Die Planungsleistung umfasst insbesondere folgende Themen:
- Neuordnung der Lkw- und Pkw- sowie Fahrrad-Stellplätze auf dem Grundstück
- Planung der Verkehrs- und Freiflächen inklusive Grünflächen auf dem Grundstück
- Planung der Verkehre auf dem Grundstück (d.h. z.B. Verkehrsführung zu den Andockrampen der Packhallen, Lenkung der Zu- und Abfahrten, ggf. Trennung der Verkehre des Zolls von den Verkehren des Veterinär- und Einfuhramts)
- Berücksichtigung von Schwerlastverkehr auf dem Grundstück
- Planung von Aufstellflächen für Zufahrtskontrollen mit Schrankenanlagen, Ein- und Ausgangsgate, u.ä.
- Integration der Rampenplätze im Neubau, Tankcontainerbühne (vorhanden), Entgasungsbereich (z.B. für Begasungsmittelrückstände, CO2-Atmosphäre u.a.), Durchfahrrampen für Siegelkontrollen, Bereich zur Sicherstellung von Containern, u.ä. in die Planung der Verkehrsanlagen
- Im Rahmen der Vorplanung sind verschiedene Varianten zur verkehrlichen Erschließung des Geländes während aller Bauphasen und für den Endzustand aus-zuarbeiten und (insbesondere auch mit der verkehrstechnischen Untersuchung der Verkehre außerhalb des Grundstücks, s.u.) abzustimmen.
- Planung der Lichtsignalanlage(n) am neuen Knotenpunkt an der Finkenwerder Straße und ggf. an weiteren Knotenpunkten zur Grundstückserschließung inklusive planerischer Zuarbeit zur Verkehrsplanung der Knotenpunkte der HPA (z.B. Abbiegestreifen o.ä.)
- Ggf. Planung eines neuen Anschlussknotenpunktes an der Straße Köhlbrandbrücke (in Verlängerung Altenwerder Damm) unterhalb der BAB 7 auf das Grundstück
- Konzept zur bauzeitlichen Verkehrsführung einschließlich der provisorischen Steuerung von Lichtsignalanlagen für alle Bauzustände
- Integration der elektrischen Anlagen, Kommunikations-, sicherheits- und informationstechnische Anlagen, Automation, nutzungsspezifische Anlagen in Außenanlagen (d.h. Außenbeleuchtung, Kameraeinrichtungen, Anmeldesäulen, E-Ladestationen, Prüfanlagen, etc.) in die Planung der Verkehrsanlagen
- Für die vorhandene Containerprüfanlage (CPA) ist ein Erweiterungsbau geplant. Dieser ist als Raumanforderung auf der Liegenschaft und in die Planung der Verkehrsanlagen zu berücksichtigen
- Herrichten des Grundstücks (ohne Abbruch der vorhandenen Gebäude)
- Anpassung des Geländeverlaufs sowie Erdarbeiten und Geländevorbereitung auf dem Grundstück u.a. zur Herstellung der Baugrube und Tiefgründung sowie Höhenanpassung des Grundstücks bedingt durch die NKBQ.
Bei der gesamten Planung sind Zwischenbauzustände zu berücksichtigen. Zu beachten sind insbesondere:
Bauzustand 1: Bauzeit Neubau inklusiver abschnittsweise Erneuerung der Außenanlagen/ Freiflächen
Bauzustand 2: Zustand nach Fertigstellung Neubau und vor Herstellung der NKBQ
Bauzustand 3: Zustand während Herstellung der NKBQ
Bauzustand 4: Zustand nach Fertigstellung der NKBQ
Bauzustand 5: Zustand während Abbruch der Köhlbrandbrücke
Endzustand mit südlicher Verbindungsstraße zur NKBQ.
Weiterhin ist die Betriebsfähigkeit des Zollamts auf dem Grundstück für alle Bauabschnitte zu gewährleisten und in der Planung zu berücksichtigen.
U.a. aufgrund der o.g. Zwänge hat die gesamte Planungsleistung, ergänzend zu den Planungsbeteiligten, in enger Abstimmung mit allen Beteiligten, insbesondere der HPA und des Zollamts und des zu erfolgen.
Eine verkehrstechnische Untersuchung der Verkehre bis zum Grundstück erfolgt durch das Ing.-Büro Logos Ingenieur- und Planungsgesellschaft mbH. Diese wird u.a. folgende Aspekte beinhalten:
Verkehrsführungskonzept auf dem Grundstück (innere Erschließung)
- Einholung und Zusammenstellung der verkehrlichen Bedarfe
- Abschätzung der Frequentierung (Pkw/Lkw),
- Ermittlung der Stellplatzzahlen,
- Konzept Schrankenanlagen/ Zufahrtskontrollen
- Erstellung eines Konzeptes der Verkehrsführung in Abstimmung mit den beteiligten Planern
Verkehrsführungskonzept äußere verkehrliche Erschließung
- Vorabskizzierung von zwei Anbindungsvarianten des BOSS-/Zoll-Areals an die Finkenwerder Straße bzw. Straße Köhlbrandbrücke (in Verlängerung Altenwerder Damm) auf Basis der Planung der HPA zur NKBQ
- Ausarbeitung eines Anbindungskonzeptes an die Finkenwerder Straße (Endzustand Straßennetz) sowie der Dimensionierung / Entwicklung neuer Knotenpunkte im Kontext der Verkehrsführung der inneren Erschließung
- Vorgaben für die Planung der untersuchten Knotenpunkte (insbesondere in Bezug auf Fahrstreifenanzahl und -längen
- Ermittlung der Bemessungsbelastungen für den Anbindungsknoten an der Finkenwerder Straße - überschlägige Bewertung der Verkehrsqualität (Prognose 2035)
Die Herstellung der Kampfmittelfreiheit erfolgt bauseits als vorgezogene Maßnahme. In Teilbereichen können ggf. baubegleitende Maßnahmen erforderlich werden.