Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand dieser Ausschreibung sind die Planungsleistungen „Technische Ausrüstung“ für die Sanierung der Heizungs- und Sanitäranlagen im Haus 47 des Klinikums Nürnberg – Standort Nord, LP 5-9 sowie HLS und GA (Anlagengruppen 1, 2, 8).
1. Gebäudeübersicht:
Das Gebäude liegt an der Kreuzung Kirchenweg und Flurstraße im Nürnberger Stadtteil St. Johannis. Es gehört zum Gelände des Klinikums Nürnberg Nord und gliedert sich in sechs Ebenen auf, zusätzlich gibt es noch eine Dachboden-Ebene, welche nur für einzelne Technikräume ausgebaut ist. Die Gesamtnutzfläche des Gebäudes beträgt ca. 10.500 qm.
Die Grundsteinlegung erfolgte im März 1929, das Bauvolumen wurde damals auf drei Baulose aufgeteilt. Der Bau beherbergte vor dem 2. Weltkrieg die Frauenklinik und wurde durch einen Bombenangriff im Januar 1945 schwer beschädigt. Ab 1946 begann der Wiederaufbau des Gebäudes, welcher um 1950 abgeschlossen war.
Das Gebäude ist in Massivbauweise errichtet, die Wände bestehen aus Ziegelmauerwerk, die Deckenkonstruktion ist als Rippendecke ausgeführt. Die Fassade gliedert sich horizontal in hellgelbe und graue Elemente. Weiße Sprossenfenster prägen das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes.
Heute wird das Gebäude als Verwaltungsgebäude - unter anderem für die Personalabteilung, die Datenverarbeitung und als Schulungszentrum - für das Klinikum Nürnberg genutzt. Zudem befindet sich im Erdgeschoss eine gynäkologische Praxis.
2. Anlagengruppe 1:
Die Sanierung umfasst die Kostengruppen 410, 411 und 412. Im Bereich Regenwasser sind keine Arbeiten vorgesehen. Die Auslegung und Planung der Anlagen erfolgt nach den anerkannten Regeln der Technik. Prinzipiell soll der Bauablauf so gestaltet werden, dass Bauabschnitte geschossübergreifend saniert werden. Die Nutzung in den jeweiligen Abschnitten ist stark eingeschränkt.
Bisher werden alle Entnahmestellen kaltwasserseitig über Stränge angefahren, welche ihren Ursprung am Verteiler im 2.UG haben. Das Warmwasser wird momentan ebenfalls über Stränge aus dem 2. UG verteilt, jedoch verlaufen diese direkt bis ins Dachgeschoss und werden von dort über die Zirkulationsleitungen zu den Entnahmestellen in den Etagen geleitet. Auf Grund der damaligen Nutzung als Frauenklinik verteilt sich das Trinkwassernetz weitläufig. Ziel ist es, die Küchen und WCs zu zentralisieren und somit die Anzahl der Stränge zu reduzieren (Sanitärgruppen).
Für die Trinkwasserversorgung gilt die Sanierung ab der Leitung Technikzentrale 1.UG, der Hauswasseranschluss soll nicht erneuert werden. Die Bauabschnitte sollen über einen Verteiler in einem neuen Verteilerraum (getrennt von Heizung) angefahren werden (Kaltwasser, Warmwasser & Zirkulation). Zusätzliche Verteilerabgänge sind für die Häuser 48 und 49 vorgesehen und sollen auch über Edelstahl-Kugelhähne abgesperrt werden. Aus hygienischen Gründen sollen alle nicht genutzten Entnahmestellen demontiert werden. Alle zugänglichen Bestandsleitungen sollen ebenfalls demontiert werden, außer die in den Wänden befindlichen Leitungen, die brandschutztechnisch zu verschließen sind. Dies Steigstränge sollen in neue Installationsschächte mit Trockenbauverkleidung verlegt werden. Die Steigleitungen sind einzeln absperrbar. Die Zirkulationsstränge werden über thermisch geregelte Strangventile abgeglichen. Je Verteilerabgang in der Technikzentrale 2. UG ist je eine Zirkulationspumpe geplant.
Alle Leitungen werden in Edelstahl gepresst ausgeführt. Die Armaturen werden in Rotguss oder Edelstahl (Kugelhähne auf Verteiler) ausgeführt.
Die Warmwasserbereitung für die Sanitärgruppen erfolgt zentral über das vorhandene Speicherladesystem. Die Warmwasserzapfstellen außerhalb der Sanitärgruppen werden über Untertischspeicher eingebaut.
Grundsätzlich sieht die Planung vor, das vorhandene Abwassersystem grundlegend nach dem Freispiegelsystem mit direkter Lüftung zu erneuern. Alle zugänglichen Bestandsleitungen werden demontiert. Die bestehenden Fallleitungen sind nicht in Schächten verlegt, sondern in Wänden eingemauert. Diese sollen nicht demontiert werden, sondern sind unmittelbar an der Wand zu trennen und gas- und druckdicht zu verschließen. Eventuelle Deckenöffnungen sollen brandschutzgerecht vermörtelt werden. Die neuen Fallleitungen sollen ebenfalls in neue Trockenbau-Installationsschächten gemeinsam mit den Versorgungsleitungen verlegt werden und zu den bestehenden Grundleitungsanschlüssen verzogen. Alle neuen Fall- und Sammelleitungen sollen in PE-Rohr ausgeführt werden. Um Kondensat zu verhindern, sollen die Entlüftungsleitungen im Dachgeschoss gedämmt werden.
Die vorhandenen Grundleitungen, welche nicht mehr benötigt werden, verbleiben im Boden und werden vom Rohrnetz getrennt, die Endstellen werden verschlossen.
Umfang der neuen Sanitäranlage:
o Aufbau neuer Verteiler/ Sammler
o Montage Abwasserleitungen aus Silent PE-Rohr ca. 1.500 m
o Montage Trinkwasserleitungen aus VA-Rohr bis DN 50 ca. 4.500 m
o Montage Trinkwasserleitungen aus VA-Rohr bis DN 100 ca. 300 m
o Einbau WC-Gruppen ca. 20 Stück
o Einbau von Teeküchen ca. 14 Stück
Demontagearbeiten:
o Demontage Abwasserleitungen bis DN 150 ca. 800 m
o Demontage Wasserleitungen (mit KMF-Dämmung) bis DN 100 ca.2.900 m
o Demontage Sanitärgegenstände ca. 220 Stück
3. Anlagegruppen 2 und 8:
Im Haus 47 soll die Heizungsanlage vollständig erneuert werden. Die Planungsleistungen umfassen die Anlagengruppe 2 Wärmeversorgungsanlagen sowie die Anlagengruppe 8 Gebäudeautomation.
Die Ausführung muss organisatorisch in mehreren Bauabschnitten (voraussichtlich in vier Abschnitten) jeweils in der heizfreien Zeit erfolgen. Dabei werden die Gebäudeteile außerhalb der Baustellenbereiche weiter genutzt und die Einschränkungen für diese Verwaltungsbereiche müssen auf ein Minimum reduziert werden. Neben der fachtechnischen Planung muss somit auch bei der Konzeptionierung des Umbaukonzeptes zusammen mit den anderen Planungsbeteiligten aktiv mitgearbeitet werden. Die Bauleitertätigkeiten während der Ausführungsabschnitte werden daher kleinteilig mit häufiger Vor-Ort-Präsenz sein.
Zudem sind Anlagenteile der alten Heizungsanlage vorwiegend im Unter- und Dachgeschoss mit teilweise schadstoffbelastetem Material (meist Dämmstoffe) fachgerecht demontieren zu lassen. Die vorhandenen alten Steigleitungen sollen verbleiben und nur brandschutztechnisch verschlossen werden.
Umfang der neuen Heizungsanlage:
o Aufbau einer neuen Heizungszentrale für den Anschluss an ein vorhandenes Fernwärmenetz mit ca. 1.000 kW Leistung, Pumpenwarmwasserheizung bestehend aus Wärmetauschern mit mehreren Heizungssträngen,
o weitläufiges Wärmeverteilnetz aus Stahlrohr gepresst und geschweißt (ca. 6.300 m in DN 15 bis DN 65 mit rund 640 Armaturen),
o Fernwärmeleitungen (ca. 150 m in DN 100) zwischen Unter- und Dachgeschoss zur neuen Heizungszentrale,
o Montage und Neuanschluss von ungefähr 650 Raumheizflächen,
o Anlagentechnische Wärmedämmung mit Brandschutz,
o Regelungstechnik für die neue Heizungszentrale mit BACnet-Aufschaltung auf die vorhandene Gebäudeleittechnik.
Demontageleistungen:
o Demontagen von Rohrleitungen ohne Dämmung (ca. 2.400 m in DN 15 bis DN 50 und ca. 1.300 m in DN 65 bis DN 100) von Rohrleitungen mit Dämmung (ca. 550 m in DN 65 bis DN 100), von rund 810 Heizkörpern und von etwa 260 Armaturen aller Größen.