Beschreibung der Beschaffung
Ausgangssituation:
Die Landeshauptstadt Wiesbaden (LHW) plant im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme "Ostfeld", gemäß § 165 ff. Baugesetzbuch (BauGB), einen europaweiten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb auszuloben. In diesem Zusammenhang beabsichtigt die LHW die konzeptionelle Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens und die Durchführung (Wettbewerbsbetreuung) zu vergeben.
Das Plangebiet befindet sich im Osten von Wiesbaden und umfasst einen Bereich von ca. 450 ha. Gemäß dem Strukturkonzept, welches im Rahmen der vorbereitenden Untersuchung für die städtebauliche Entwicklungsmaßnahme erarbeitet wurde, ist im Süden des Plangebiets ein neuer Stadtteil für etwa 8.000 bis 12.000 Einwohner auf einer Fläche von ca. 68 ha sowie im Norden ein zentraler Behördenstandort des Bundeskriminalamtes (BKA) auf einer Fläche von ca. 27 ha geplant. Der Großteil des Plangebiets soll neben den für die Siedlungsentwicklung erforderlichen Infrastrukturen als Landschaftsraum erhalten und gestärkt werden. Die Errichtung eines neuen Stadtteils soll dem in Wiesbaden erhöhten Bedarf für Wohnen und Arbeiten entsprechen und den Anforderungen eines nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadtteils gerecht werden. Zur Umsetzung der Anforderungen sind im Rahmen des Planungswettbewerbs und darauf aufbauenden Planungsprozessen Ideen und Lösungen insbesondere für die Themenbereiche Wohnen und Arbeiten, Klima, Stärkung von Freiraum- im Stadtteil und Biotopstrukturen im Landschaftsraum, Schienenanbindung, autoarmer Stadtteil, Konzeption eines Plus-Energie Stadtteils und Reduktion des CO2-Verbrauchs zu entwerfen sowie einen lebenswerten und sozial gemischten Stadtteil mit eigener Identität zu konzipieren.
Neben der Entwicklung eines neuen urbanen Stadtteils im Süden, besteht die Absicht einen zentralen Behördenstandort des Bundeskriminalamtes mit perspektivisch 7.000 Mitarbeitern auszuweisen. Dabei sind Synergien zwischen dem bebauten Raum mit dem Landschaftsraum im Hinblick u.a. auf Vernetzungen und klimatische Rahmenbedingungen zu schaffen und es soll den spezifischen Nutzungsanforderungen an den Standort entsprochen werden.
Der Landschaftsraum umfasst mit rund 75% der Fläche den größten Teil des Plangebiets. Seine Funktion als natur- und klimasensibler Raum ist zu erhalten. Entsprechende Nutzungskonzepte für den Landschaftsraum im Hinblick u.a. auf die Landwirtschaft, Naherholung und der lokalen Nahversorgung sind entsprechend den übergeordneten Nutzungsansprüchen zu berücksichtigen.
Die Ergebnisse des europaweiten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs sollen als Grundlage für die Erstellung eines Rahmenplans dienen, der in Vorbereitung der Bauleitplanung erarbeitet werden soll.
Auf Quartiersebene soll sodann mit vertiefenden Teilkonzepten, die sich ggf. aus weiteren Wettbewerbsverfahren ergeben, die verbindliche Bauleitplanung konkretisiert werden. Auch die Konzeptvergabe für die zu veräußernden Grundstücke soll hieraus abgeleitet werden.
Gegenstand der zu beauftragenden Leistung:
Gegenstand der Ausschreibung ist das Wettbewerbsmanagement für den europaweiten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Planungswettbewerb, welches sich in folgende Phasen gliedert:
- Phase 1: Vorbereitende Konzeptionsphase
- Phase 2: Durchführung und Betreuung Wettbewerbsverfahren
- Phase 3: Fachliche Begleitung und Beratung Rahmenplanerstellung
Phase 1 - Vorbereitende Konzeptionsphase:
Bereits in der Vorbereitung zur Durchführung des Wettbewerbsverfahrens soll der Auftragnehmer intensiv in die Grundlagenermittlung für die Auslobung eingebunden werden und dabei die Belange der einzelnen Akteure (Fachämter, städtische Gremien, Behörden, externe Fachexperten, Multiplikatoren/Botschafter) aufnehmen und diese im Hinblick auf die Ziele und Intentionen des Wettbewerbsverfahrens prüfen, aufbereiten und den Auftraggeber dahingehend beraten. Im nächsten Schritt soll der Auftragnehmer ausgehend von der Grundlagenermittlung konzeptionelle Szenarien erarbeiten, deren Ergebnisse und Aussagen als planerische Leitplanken mit den weiteren in dieser Phase ausgearbeiteten Rahmenbedingungen in die Auslobung einfließen sollen.
Phase 2 - Durchführung und Betreuung Wettbewerbsverfahren:
Der Auftragnehmer übernimmt im Rahmen des Wettbewerbsmanagements die Beratung, Ausarbeitung und Durchführung des Wettbewerbsverfahrens für einen europaweiten städtebaulichen und landschaftsplanerischen Planungswettbewerb, der nach derzeitigem Stand mit einem vorgeschalteten Teilnahmewettbewerb durchgeführt werden soll. Im Rahmen des Wettbewerbsmanagements werden vom Auftraggeber bei Bedarf weitere Leistungen des Auftragnehmers angefragt. Dazu zählen Leistungen im Rahmen der Auftragsverhandlung als auch Unterstützungsleistungen im Umgang mit möglichen Verfahrensrügen und Einsprüchen.
Phase 3 - Fachliche Begleitung und Beratung Rahmenplanerstellung:
Die LHW beabsichtigt einen oder mehrere Preisträger des Wettbewerbsverfahrens mit der Erstellung eines Rahmenplans zu beauftragen; behält sich die Entscheidung aber mit Abschluss des Wettbewerbsverfahrens vor. Ein entsprechendes Vorgehen ist durch den Auftragnehmer bei der Ausarbeitung des Wettbewerbsverfahrens bzw. der Wettbewerbsart zu beachten und mit dem Auftraggeber abzustimmen. Der Auftraggeber wünscht während der Phase der Rahmenplanerstellung vom Auftragnehmer bei Bedarf eine fachliche Beratung bzw. Empfehlung im Hinblick auf die Umsetzung der Ziele des Wettbewerbsverfahrens.
Die zu vergebenen Leistungen für das Wettbewerbsmanagement umfassen folgende Leistungsbausteine:
Leistungsbaustein 1: Grundlagenermittlung und Zusammenstellung
Leistungsbaustein 2: Erarbeitung von konzeptionellen Szenarien mit Formulierung planerischer Leitplanken
Leistungsbaustein 3: Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens
Leistungsbaustein 4: Durchführung des Wettbewerbs
Leistungsbaustein 5: Auftragsverhandlung
Leistungsbaustein 6: Verfahrensrügen und Einsprüche
Leistungsbaustein 7: Fachliche Begleitung und Beratung Rahmenplanerstellung
Optionen
Es erfolgt ein stufenweiser Leistungsabruf (Optionen), vorbehaltlich der Gremienbeschlüsse zur weiteren Umsetzung des Projektes sowie der Entscheidung des Auftraggebers im weiteren Projektverlauf:
Stufe I:
- Baustein 1: Grundlagenermittlung und Zusammenstellung
- Baustein 2: Erarbeitung von konzeptionellen Szenarien mit Formulierung planerischer Leitplanken
Stufe II:
- Baustein 3: Vorbereitung des Wettbewerbsverfahrens
- Baustein 4: Durchführung des Wettbewerbs
Stufe III:
- Baustein 5: Auftragsverhandlung
Stufe IV:
- Baustein 6: Verfahrensrügen und Einsprüche
Stufe V:
- Baustein 7: Fachliche Begleitung und Beratung Rahmenplanerstellung
Der Auftragnehmer hat keinen Anspruch auf den Abruf von einzelnen und / oder sämtlichen Stufen und kann aus einem Nichtabruf auch keine weitergehenden Ansprüche (z. B. auf Schadensersatz oder Honorarerhöhung) herleiten.
Zeitrahmen:
Aufforderung zur Angebotsabgabe: ca. Ende April 2022
Angebotsabgabe: ca. Mai 2022
Präsentation / Verhandlungsgespräche: ca. Mai / Juni 2022
Abschluss des Verfahrens: ca. Juni 2022
Leistungsbeginn: ca. Juli 2022
Phase 1: ab ca. 3. Quartal 2022
Phase 2: ab ca. 4. Quartal 2022
Phase 3: bis ca. Ende 2023
Leistungsende: ca. Dezember 2023