Beschreibung der Beschaffung
Vergabenummer 41.14/4/2022-Frauenschuh
Überprüfung von Vorkommen des Frauenschuh (Cypripedium calceolus) in Sachsen-Anhalt
Leistungsbeschreibung
Sachstand: In den Jahren 2005, 2009 und 2010 wurden die aus Sachsen-Anhalt bekannten Vorkommen des Frauenschuhs landesweit überprüft. Einige Vorkommen würden später noch bekannt.
Von diesen insgesamt 130 im Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU) bekannten Vorkommen werden 10 Vorkommen im Rahmen des FFH-Stichprobenmonitorings regelmäßig erfasst und bewertet.
Für die restlichen 120 bekannten Vorkommen gibt es keine systematischen Untersuchungen zur Bestandssituation. Dem Arbeitskreis heimische Orchideen Sachsen-Anhalt (AHO) sind
weitere 10 Vorkommen bekannt geworden.
Aufgabenstellung: Die Leistung umfasst die Erfassung und Bewertung der 120 bekannten Vorkommen, die nicht Bestandteil des Stichprobenmonitorings sind. Dem AHO Sachsen-Anhalt liegen darüber hinaus Informationen über 10 Vorkommen vor. Diese Angaben sind beim AHO ST kostenpflichtig zu erwerben. Diese 130 textlich und durch Koordinaten beschriebenen Örtlichkeiten sind aufzusuchen und hinsichtlich Vorkommen des Frauenschuhs auch in der näheren Umgebung (die Wiese, das Waldstück) zu prüfen.
Die Bewertung erfolgt nach den bundeseinheitlichen Vorgaben für das FFH-Arten-Monitoring (BfN & BLAK 2017, vgl. Homepage des BfN
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/monitoring/Dokumente/FFH_BWS/BWS2017_Gefaesspflanzen_01.pdf).
Die Verbreitung der Art in Sachsen-Anhalt ist auf der Homepage des BfN dargestellt
https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/natura2000/Dokumente/Nationaler_FFH_Bericht_2019/Verbreitungskarten/PFLA_Kombination_kl.pdf
Der Auftraggeber verzichtet aus Gründen des Artenschutzes zunächst auf detaillierte Standortangaben zu den einzelnen Untersuchungsflächen. Auf Anfrage können potentielle Bieter die entsprechenden Informationen erhalten.
Sollten neue Vorkommen der Art erkannt werden, sind diese ebenfalls zu erfassen und bewerten.
Die Erfassungsergebnisse sind in einem Erfassungsbogen (analog Hein et al. 2009, 2010) zu dokumentieren. Dazu sind die Inhalte tabellarisch zu dokumentieren und zudem als Erfassungsbogen (Serienbrieffunktion) darzustellen.
Relevante Unterschiede zu den Erfassungsergebnissen aus 2009/2010 sind zu vermerken, Managementhinweise sind ggf. willkommen (in der Tabelle und im Ausdruck).
Eine für Sachsen-Anhalt zusammenfassende Bewertung des Erhaltungszustands, der Beeinträchtigungen, der Bestandsentwicklung und von Gefährdungen ist durchzuführen.
Jedes aktuelle Vorkommen ist räumlich abzugrenzen (Wiesenbereiche oder Waldstücke als Polygonzüge, ggf. Einzelvorkommen als Rechteck).
Abgrenzungskriterien für ein Vorkommen:
a) bei gleichem Biotop: Abstand zwischen den Frauenschuh-Individuen mehr als 100 m b) die Fundpunkte liegen weniger als 100 m auseinander, aber in unterschiedlichen Biotopen (ein unterschiedlicher Biotop liegt vor, wenn sich z.B. die Pflanzengesellschaft ändert) Von jedem aktuellen Vorkommen ist eine Vegetationsaufnahme anzufertigen.
Von jedem aktuellen Vorkommen ist ein Foto des Wuchsortes anzufertigen.
Die räumliche Abgrenzung, die Vegetationsaufnahme und Fotos sind mit der Software ‚BioLRT‘ zu dokumentieren.
Die Leistung ist als Datenbank (BioLRT-Zip-Datei; Übersichtstabelle) und als analoge Dokumentation (Word-file, PDF und Ausdruck) vorzulegen.
In der Übersichtstabelle und der Dokumentation ist zu vermerken, welche Vorkommen nicht bestätigt werden konnten (mit Datum der Untersuchung).
Vom AG bereitgestellte digitale Arbeitsgrundlagen
Die dem Auftraggeber (AG) bekannten Vorkommen werden dem Auftragnehmer (AN) nach Zuschlag als shapefile übergeben. Zudem erhält der AN eine digitale Version der Berichte zu den Erfassungen aus 2005-2010. Die Erfassungssoftware BioLRT, erforderliche digitale Karten und Luftbilder werden kostenfrei durch den AG zur Verfügung gestellt.
Vom AN zu übergebende Unterlagen/Leistungsbestandteile
Die Leistung ist als Datenbank (BioLRT-Zip-Datei; Übersichtstabelle) und als analoge Dokumentation (Word-file, PDF und Ausdruck) vorzulegen.
Kalkulation und Preisbildung
Für die Kalkulation ist das vom AG bereitgestellte Preisblatt (Anlage 3) zu verwenden. Im Preisblatt sind die Preise für die Einzelleistungen und die Gesamtleistung anzugeben.
Zusätzlich ist eine Kostenkalkulation mit differenzierter Darstellung des Zeit- und Kostenaufwandes beizufügen.
Leistungszeit
Teilleistung 1
Zu bearbeiten sind 100 (der insgesamt 130) potentielle Vorkommensflächen.
Die Abrechnung der Teilleistung 1 ist an Haushaltsmittel des Jahres 2022 gebunden.
Die Leistungen sind bis zum 30.11.2022 zu übergeben und abzurechnen.
Teilleistung 2
Zu bearbeiten sind die restlichen 30 (der insgesamt 130) potentiellen Vorkommensflächen.
Die Abrechnung der Teilleistung 2 ist an Haushaltsmittel des Jahres 2023 gebunden.
Die Gesamtleistung ist bis zum 30.11.2023 zu übergeben und abzurechnen.
Mit der Übergabe des Werkes durch den AN bedingt sich der AG eine Prüffrist bis zum 15.12. des jeweiligen Jahres aus, die gegebenenfalls mit der Abnahme des Werkes endet.
Die Abnahme kann auf Anforderung ausdrücklich erklärt werden. Eine Überweisung des Rechnungsbetrags gilt in der Regel als Abnahme der Leistung.