Beschreibung der Beschaffung
Gegenstand des Auftrags ist die Fortschreibung der Betriebsorganisatorischen Planung BO im Rahmen der Fortschreibung der baulichen Entwicklungsplanung.
Ausgangslage: Das Universitätsklinikum Frankfurt ist das einzige Universitätsklinikum im vollständigen Besitz des Landes Hessen. Seine Aufgaben erfüllt es in Kooperation mit dem Fachbereich Medizin der Goethe-Universität. Hierbei sind Universität, Fachbereich Medizin und Universitätsklinikum so eng miteinander verwoben, dass zusammenfassend von der Universitätsmedizin Frankfurt gesprochen wird. Die Universitätsmedizin Frankfurt erfüllt im Auftrag des Landes Hessen vier entscheidende Aufgaben.
- Sie ist Lehr- und Ausbildungsbetrieb, welcher der Sicherstellung der zukünftigen medizinischen Versorgung des Landes dient.
- Sie übersetzt als wissenschaftliche Einrichtung den weltweiten Fortschritt in der Medizin in die klinische Anwendung.
- Sie betreibt das größte und vom Spektrum umfassendste Krankenhaus Hessens. Mit der Krankenversorgung dient das Universitätsklinikum Frankfurt der Daseinsfürsorge und hält hierfür u.a. mit der Notfallversorgung, hochspezialisierten Angeboten für komplexe und seltene Krankheitsfälle und ausgewählten klinisch-akademischen Fachrichtungen wie z.B. der Infektiologie medizinische Angebote vor, die in Hessen entweder gar nicht oder nur an wenigen anderen Standorten angeboten werden können.
- Sie bietet den Entscheidungsträgern im Land Hessen informierende und unterstützende Leistungen im Bereich der öffentlichen Gesundheitsfürsorge sowie der System- und Zukunftsaufgaben an.
Das Universitätsklinikum umfasst folgende Kenndaten:
- rd. 420.000 m² Gesamtareal
- 200.000 m² NUF Gesamtnutzfläche
- rd. 165.000 m² NUF für die Kliniknutzung, Lehre und Forschung
- ca. 80 Gebäude mit ca. 15.500 Räumen
- ca. 50% der Gebäude sind zwischen 40 und 50 Jahre alt,
- zwei Häuser (Nr. 9 und 93) stehen unter Denkmalschutz
- 33 Medizinische Kliniken und Institute
- Fachbereich Medizin 23 Forschungsinstitute
- derzeit 1.279 stationäre Betten inkl. Tageklinik,
- zukünftig 1.500 Betten angestrebt.
Derzeit fehlt es - nach Auslaufen des Infrastrukturellen Masterplans von 2007 - an einer Langfristperspektive für die Entwicklung des Campus. Diese ist dringend geboten, um die Planungshorizonte der Infrastrukturentwicklung mit der strategischen Stoßrichtung des Universitätsklinikums zu synchronisieren und den technischen und inhaltlichen Entwicklungszielen angemessen Raum zu verschaffen.
Daher beabsichtigt die Universitätsklinikum Frankfurt die Fortschreibung der bestehenden baulichen Entwicklungsplanungen. Dies soll im Rahmen eines 2-teiligen Verfahrens, bestehend aus Betriebsorganisatorischer Planung und anschließender Bearbeitung des Gesamtareals durch interdisziplinäre Planungsteams erfolgen.
Ziel: Bei der Entwicklung des Campus Niederrad sollen die Bedarfe von Forschung & Lehre integral mit denen der Krankenversorgung mitgeplant werden, um patientennahe Forschung und Ausbildung zu vertiefen und damit die Qualität der Behandlung der Patienten auf universitärem Niveau weiter zu steigern.
Im Zuge der Fortschreibung der künftigen baulichen Entwicklungsplanung müssen die bisherigen teils schematischen städtebaulichen Ansätze auf Basis der strategischen Ziele des Universitätsklinikums Frankfurt überprüft, aktualisiert und vertieft werden.
Daher soll die Fortschreibung der baulichen Entwicklungsplanung:
- die Krankenversorgung und Forschung & Lehre integral denken,
- die Krankenversorgung in und rund um Haus 23 zu einem Zentralbau fortführen,
- eine städtebauliche Qualität des Campus ausbilden,
- die Nutzung der Baufelder verdichten,
- grüne Freiflächen für Patienten, Besucher und Mitarbeiter schaffen,
Adressen bilden,
- die Orientierung verbessern,
- den Verkehr neu ordnen,
- die Grundlagen für die bauliche Realisierung des Gesundheitscampus setzen,
- ein Rahmenkonzept zur Nachhaltigkeit aufstellen und
Ansätze zur Inklusion aufzeigen.
Die Leistungsbeschreibung für die BO-Planung ist in einzelne Leistungsstufen untergliedert. Die Leistungen bauen inhaltlich aufeinander auf:
- Leistungsstufe 1 - Standortanalyse mit baulicher und medizinisch-funktioneller Due Diligence (Schwachstellenanalyse) inklusive der strukturierten Abfrage der Anforderungen der Leistungsbereiche (Nutzende)
- Leistungsstufe 2 - Qualitative und quantitative Beurteilung der Zukunftsentwicklung mit medizinischen Trends und technischen Innovationen sowie der erwarteten Leistungsvolumina
- Leistungsstufe 3 - Herleitung der notwendigen Kapazitäten (z.B. Anzahl OPs, Betten, Diagnostik) und Beschreibung der Fehlstellen zur Einschätzung des baulichen Entwicklungsbedarfs
- Leistungsstufe 4 - Skizzierung der optimalen Anordnung der Bereiche auf dem Gelände auf Basis der Affinitätenmatrix (d.h. der räumlichen Bezüge der Bereiche zueinander) zur Erreichung optimaler Abläufe (z.B. kurze Wege)
- Leistungsstufe 5 - Planerische Konkretisierung zusammen mit dem interdisziplinären Planungsteam als Berater des Auftragsgebers (d.h. Verzahnung der Konzeption mit der baulichen Entwicklungsplanung)
Die Koordinierung der am Projekt beteiligten Akteuren (z.B. Fachplaner, Bauherr, Nutzer, Behörden) in den Leistungsstufen zur Beschaffung der erforderlichen Informationen und Durchführung der notwendigen Abstimmungen obliegt für seine Leistungen dem BO-Planer.
Die Ergebnisse sind nach jeder Leistungsstufe schriftlich zu dokumentieren und in einem Bericht festzuhalten.