Beschreibung der Beschaffung
Vorbemerkung:
Der Begriff „Kreishaus“ basiert auf früheren Planungsüberlegungen für ein Landratsamt in nur einem Gebäude. In dieser Ausschreibung werden verschiedene Begrifflichkeiten für dieses Projekt verwendet. Unter dem Projekttitel „Neubau Kreishaus Hohenlohekreis“ wird ein Ensemble von neu zu bauenden Gebäuden der Landkreisverwaltung („Landratsamt“) verstanden, das auch bestehende Gebäude der Landkreisverwaltung entlang der neuen Stadtachse miteinbezieht.
Der Hohenlohekreis beabsichtigt den Neubau des Kreishauses Hohenlohekreis in der Kreisstadt Künzelsau in mehreren Bauabschnitten.
Hierzu wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt, der aktuell noch bearbeitet wird.
Im Realisierungsteil des Wettbewerbs sollen am Standort Künzelsau in drei Gebäuden Ämter und Dezernate zusammengefasst werden. Der Neubau soll in zunächst zwei Bauabschnitten als ein Gebäudeensemble entstehen, welches eine offene und bürgernahe Verwaltung repräsentiert. Ergänzt wird das Ensemble durch einen möglichen dritten Bauabschnitt (Ideenteil des Wettbewerbs, nicht Bestandteil dieses Verfahrens).
BAUABSCHNITT 1 (REALISIERUNGSTEIL) Im ersten Bauabschnitt sind mit einer Nutzfläche von rund 6.000 m² NUF Arbeitsplätze für rund 290 Mitarbeiter zu planen.
BAUABSCHNITT 2.1 (REALISIERUNGSTEIL) Im Bauabschnitt 2.1 sollen Arbeitsplätze für rund 120 Mitarbeiter mit einer Nutzfläche von rund 3.600 m² NUF geplant werden.
BAUABSCHNITT 2.2 (REALISIERUNGSTEIL) Der Bauabschnitt 2.2 soll mit einer Nutzfläche von rund 3.200 m² NUF Platz für rund 180 Mitarbeiter bieten.
BAUABSCHNITT 3 (IDEENTEIL, nicht Bestandteil dieses Verfahrens) Im Ideenteil sind als 3. Bauabschnitt ergänzende Flächen für rund 90 Mitarbeiter mit einer Nutzfläche von mindestens 1.500 m² NUF zzgl. entwurfsabhängiger Flächen vorzuschlagen und die maximal mögliche Fläche darzustellen.
Das Wettbewerbsgebiet befindet sich in zentraler Lage im Innenstadtbereich der Stadt Künzelsau. Es knüpft an die bereits erfolgten Neugestaltungsbereiche Bahnhoftraße/ZOB und die Quartiersentwicklung „An der Stadtmauer“ sowie die Neugestaltung der Hauptstraße an.
Die sich derzeit noch auf dem Grundstück befindlichen Gebäude werden zugunsten der Neubebauung bauabschnittsweise zurückgebaut, beginnend ab dem zweiten Bauabschnitt. Eine mögliche Bauabschnittsbildung und eine ggf. notwendige Realteilung von den Gebäudeteilen sind im Rahmen des Wettbewerbs aufzuzeigen.
Ziel dieses Realisierungswettbewerbs ist es, für diesen Standort und in dem genannten Kontext einen zukunftsweisenden Beitrag zur Baukultur der Stadt Künzelsau zu schaffen, der selbstverständlich Baukultur mit Nachhaltigkeit vereint.
Der Auslober strebt eine Zertifizierung nach dem „Deutschen Gütesiegel Nachhaltiges Bauen“ in der Qualitätsstufe Gold an. Demnach sind bereits in der frühen Planungsphase die entsprechenden Zielvorgaben zum energieeffizienten und nachhaltigen Bauen zu berücksichtigen.
Darüber hinaus soll das Projekt die Fördervoraussetzung für die Nachhaltigkeits-Klasse bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erfüllen und mindestens den Effizienzgebäude 40-Standard (EG40) erreichen.
Die geschätzten Kosten KG 300+400 netto für den Realisierungsteil des Wettbewerbs betragen 36,5 Mio €.
Planungsbeginn: voraussichtlich November 2022; Fertigstellung BA 1: geplant Ende 2026.
Im Anschluss sollen der 2. Bauabschnitt, und 3. Bauabschnitt (dieser ist nicht Bestandteil dieses Verfahrens) geplant und ausgeführt werden, die genaue zeitliche Abfolge und Bauabschnittsbildung ist unter anderem auch entwurfsabhängig.
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Die weitere Planung und Ausführung im Anschluss an den Wettbewerb sollen auf der Grundlage von BIM erfolgen. Der Objektplaner übernimmt die Rolle des BIM-Gesamtkoordinators. Die Fachplaner haben entsprechend einen BIM-Koordinator zu stellen.
Der Auftraggeber stellt den Projektbeteiligten in Abstimmung mit den Planungsbeteiligten kostenfrei eine BIM-fähige Projektplattform zur Verfügung.
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Zusatz TGA:
Vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele legt der Auslober besonderen Wert auf eine energieoptimierte Bauweise. Infolgedessen soll bereits das architektonisch-konstruktive Konzept – unabhängig vom gebäudetechnischen Konzept – eine deutliche Reduktion des Endenergiebedarfs v. a. für die Gebäudeheizung und ggf. -kühlung, Beleuchtung und Luftförderung gewährleisten. Folgende Ziele werden angestrebt:
- Die Ökobilanz (Gebäude und Gebäudebetrieb) soll optimiert werden
- Eine CO2-Neutralität im Betrieb wird angestrebt
- Die Maximierung der gebäudenah erzeugten, regenerativen Energie ist obligatorisch
Es ist vorgesehen, ein Nahwärmenetz zur Versorgung des neu gestalteten Quartiers zu entwickeln. Die Stadt Künzelsau hat hierzu zusammen mit der Ludwigsburger Energie-Agentur e. V. (LEA) die Erstellung eines Konzepts begonnen. Es ist beabsichtigt, die Neubauten des neuen Kreishauses des Hohenlohekreises an das Nahwärmenetz anzuschließen. So kann mit der Anbindung der Neubauten des Landkreises ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet und ein beispielhaftes Lösungskonzept einer nachhaltigen Energieversorgung geschaffen werden.
Erste Ergebnisse im Zusammenhang mit dem Neubau des Landratsamtes werden noch vorgelegt.
Darüber hinaus wurde für den Wettbewerb von ee concept ein Vorab-Energiekonzept entwickelt. Der Einsatz von Außenluft-Wärmepumpen wird als einfache Übergangslösung empfohlen, die weder die aufwändige Erschließung von Umweltquellen notwendig machen, noch zusätzlichen umbauten Raum benötigen, der nach Anschluss an das geplante Nahwärmenetz nicht mehr genutzt wird. Darüber hinaus ist eine maximale, solare Aktivierung der Gebäudehülle anzustreben, um den Strombedarf der Gebäude soweit wie möglich mit lokal erzeugtem Strom zu decken. Die Wettbewerbsbeiträge sollen alle sinnhaft nutzbaren Photovoltaikflächen ausweisen und eine größtmögliche Fläche zur Eigen-Stromerzeugung vorsehen. Durch die Planung einer Hybridlüftung soll dabei eine Senkung des Strombedarfs erreicht werden. Der Grundluftwechsel wird bei minimiertem technischem Aufwand für RLT bereitgestellt, die zusätzliche Fensterlüftung ist in Zeitintervallen obligatorisch.
Wärme:
Die Gebäudehülle (gemittelter U-Wert der Umfassungsfläche) sollte die Mindestanforderung des EG 40 einhalten.
Kälte:
Eine aktive, gebäudetechnische Klimatisierung ist im Kontext der Klimaziele auszuschließen.
Licht:
Für die Beleuchtung soll LED-Lichttechnik genutzt werden.
Die Struktur der Technischen Gebäudeausrüstung soll reversibel und zukunftssicher sein.
Bei der Trassenführung sind unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit folgende Aspekte zu berücksichtigen:
- gute Zugänglichkeit der Leitungen
- Leitungen müssen leicht ohne größere bauliche Eingriffe nachinstallierbar sein
- Lüftungsleitungen müssen gem. den Hygienevorgaben gereinigt werden können
- Möglichst kurze Anbindungen
- Mindestens 20% Platzreserve
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Für die Leistungen der Fachplanung TGA gem. §§ 53, 55 HOAI ALG 1-3,8 (HLS), LPH 1-9 wird ein geeignetes Ingenieurbüro gesucht.
Die genannten Leistungen beziehen sich auf den 1. und 2. Bauabschnitt.
Für die beiden Bauabschnitte sind getrennte Verträge mit jeweils stufenweiser Beauftragung vorgesehen. In der ersten Stufe werden die Leistungsphasen 1-3 beauftragt. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die weitere Beauftragung der jeweils nachfolgenden Leistungsstufe, ebenso hält sich der Aufraggeber vor, einzelne Leistungen innerhalb einer Leistungsstufe selbst oder durch Dritte erbringen zu lassen.
Die Fachplanung TGA (Elektro) ist Gegenstand einer separaten Auftragsbekanntmachung