Das knapp 30 ha große Gelände des ehemaligen Bergwerks Westerholt 1/2 liegt ungefähr hälftig auf den Gemeindegebieten der Städte Gelsenkirchen und Herten in den Stadtteilen Hassel und Westerholt. Nördlich schließt sich Wohnbebauung an den Standort an, südlich wird die Fläche von Gleisen der DB begrenzt. Nach Westen besteht über die Brücke der ehem. Zechenbahntrasse die direkte Verbindung zum Areal der ehem. Kokerei Hassel, auf dem ein Stadtteilpark nebst Biomasseplantage entstand.
Die Schachtanlage Westerholt hat zum 19.12.2008 den Betrieb eingestellt. Im Folgejahr wurden alle 3 Schächte verfüllt.
Derzeit erfolgt der Rückbau von einigen Anlagenteilen. Rund die Hälfte aller zum Erhalt vorgesehenen Gebäude steht unter Denkmalschutz. Es liegen aktuelle, digitale Aufmaßpläne sämtlicher Gebäude und Fotoaufnahmen sowie Aufnahmen von Befliegungen vor. Die Gebäudesubstanz ist seit nunmehr 13 Jahren ungenutzt, ungeheizt und ohne nennenswerte Sicherungsmaßnahmen der Witterung ausgesetzt. Das hat zu umfangreichen Schäden geführt, die sich in drei Kategorien fassen lassen:
- Eindringen von Wasser (Dachschäden)
- Eindringen von Personen (Schäden durch Glasbruch/offene Fassaden)
- Eindringen von Bewuchs (Großflächige Überwucherung der Gebäude)
Im Rahmen einer vorangehenden Beauftragung wurden die Schäden erfasst, kartiert und bewertet. Dadurch ergibt sich beim Großteil der Gebäude Handlungsbedarf für provisorische Maßnahmen, für die Leistungsverzeichnisse erstellt wurden. Die vorgesehenen (Not-) Sanierungsarbeiten werden im Frühjahr 2022 von der EG NZW direkt beauftragt und betreut.
Zwei der untersuchten Gebäude weisen über die reinen Sicherungsmaßnahmen hinaus jedoch Schäden in der Tragkonstruktion auf. Dabei handelt es sich um die Gebäude 122 (Ausbildung) und 130 (Betriebswerkstatt/Schlosserei), bei denen Teile der Dachkonstruktion so stark geschädigt sind, dass sie ausgetauscht werden müssen. Dabei handelt es sich um zusammenhängende Deckenfelder, deren Betondielenkonstruktion gegen Trapezblechfelder ausgetauscht werden sollen.
Der Auftraggeber hat sich entschlossen, diese Gebäude aus dem Gesamtpaket der (Not-) Sanierungsmaßnahmen herauszulösen und in Hinblick auf den Genehmigungs-, Planungs- und Bauüberwachungsbedarf separat mit dieser Leistungsbeschreibung zu vergeben. Dabei sollen die Maßnahmen so geplant und umgesetzt werden, dass sie im Laufe der späteren Ertüchtigung der Gebäude zur Nachnutzung nicht erneut bearbeitet werden müssen.
Mit der vorliegenden Ausschreibung werden Planungsleistungen im Bereich der Objektplanung und der Tragwerksplanung vergeben.
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2022-04-25. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2022-03-23.
Wer? Wie?| Datum | Dokument |
|---|---|
| 2022-03-23 | Auftragsbekanntmachung |
| 2022-05-05 | Bekanntmachung über vergebene Aufträge |