Beschreibung der Beschaffung
Das Bauvorhaben liegt im Landkreis Hersfeld-Rotenburg, unmittelbar östlich des Bad Hersfelder Stadtzent-rums. Das Bestandsbauwerk führt die B 324 über die Stadtstraßen "Peterstor" und Bismarckstraße sowie über die ICE Bahnstrecke 3600 (Frankfurt a.M. - Göttingen) und die Strecke 3810 des Regionalverkehrs (Knüllwaldbahn).
Die Bundestraße Frankfurter Straße / B324 zweigt von Osten kommend von den Bundesstraßen B 62 bzw. B 27 ab und führt über das nördliche Bestandsbauwerk ins Bad Hersfelder Stadtzentrum. Das südliche Bauwerk verzweigt sich am westlichen Brückenende in drei Rampen, von denen zwei (Hainstraße, Breiten-straße) direkt aus der Innenstadt führen. Die dritte Rampe (Bismarckstraße West) bringt die B 324 von einer von Nordwesten kommenden Ringstraße über das Bestandsbauwerk nach Osten.
Das vorhandene Brückenbauwerk über die ICE-Bahnstrecke und die Stadtstraßen "Peterstor" und Bis-marckstraße (östlicher Abschnitt) hat trotz einer Teilsanierung im Jahr 2016 laut Nachrechnung nur noch eine Restnutzungsdauer bis 2025. Daher sind der Rückbau des bestehen den Bauwerks und ein Ersatz-neubau für das Bauwerk (Brücke und Unterführung) vorgesehen.
Das Brückenbauwerk wurde 1968 fertiggestellt und besteht gemäß den Bauwerksbüchern (Anlage 1) ins-gesamt aus 6 Teilbauwerken:
Die Teilbauwerke A1 und B1 sind monolithisch verbunden und bilden gemeinsam den nördlichen Überbau. Dieser ist auf 12 Stützenachsen gelagert und von dem südlichen Überbau durch eine Bewegungsfuge ge-trennt. Auf dem Teilbauwerk B1 befinden sich zwei Fahrspuren, welche auf Teilbauwerk A1 weitergeführt werden. Auf der Rampe Bismarckstraße West weitet sich das Teilbauwerk A1 auf drei Fahrspuren auf.
Der südliche Überbau besteht aus den Teilbauwerken A2, A3, A4 und B2, welche ebenfalls monolithisch verbunden sind. Die Rampen Bismarckstraße, Breitenstraße und Hainstraße führen jeweils eine Fahrspur auf die Teilbauwerke A2, A3 und A4, welche nach ihrem Zusammenschluss in das Teilbauwerk B2 überge-hen. Hier werden die drei Fahrspuren auf zwei reduziert.
Auf dem nördlichen Bestandsbauwerk verläuft ein ca. 2,0 m breiter kombinierter Fußgänger- und Radweg mit weiterführendem Anschluss an die Breitenstraße.
Unter dem Bestandsbauwerk befindet sich eine ca. 5,0 m breite Unterführung, welche den Fußgänger- und Radverkehr unter die Bismarckstraße und Bahnstraße hindurchführt und aus mehreren seitlichen Abzwei-gungen besteht. Am östlichen Ende nach der Bahnunterquerung befindet sich eine Rampe zum "Peterstor". Auf der Innenstadtseite gibt es insgesamt vier Treppenzugänge aber keine Fahrrad- bzw. barrierefreie Rampe. Auf der Ostseite ist die ca. 9%-ige Rampe ebenfalls nichts mobilitätsgerecht.
Zwischen den Verkehrsflächen wird der Brückenschatten als Parkfläche genutzt. Im Bereich der Straße "Peterstor" liegt das Rechteckprofil des Fließgewässers "Geis", das ca. 130 m südlich des Bauwerks in einen offenen Graben und ca. 200 m danach in die Fulda mündet. Hiervon zweigt die verrohrte Fliegengeis ab, welche zunächst südlich der B 324 in Richtung Westen verläuft und das Brückenbauwerk dann noch vor der Bahntrasse unterirdisch quert.
Während des Umbaus der B 324 ist der Verkehr mit mindestens einer Fahrspur in jede Richtung aufrecht-zuerhalten. Für alle Bauphasen sind die für die Nutzung sämtlicher unterführten Straßen oder Wegverbin-dungen vorzusehenden Sicherungsmaßnahmen zu berücksichtigen.