Beschreibung der Beschaffung
Neubau MINT-Zentrum Bensheim. Tragwerksplanung gemäß §§ 49 ff. HOAI, Leistungsphasen 1 bis 6, stufenweise Übertragung, zunächst die Lph 1 bis 3. Die weiteren Leistungen ab Phase 4 werden dem Auftragnehmer (ggfs. auch nur für Abschnitte bei abschnittsweiser Übertragung) schriftlich übertragen. Für die weiteren Leistungen gelten die Regelungen des Vertrags.
Der Neubau „MINT-Zentrum“ wird in unmittelbarer Nähe zur Geschwister-Scholl-Schule in Bensheim an der Taunusstraße errichtet (Eifelstraße 43). Es umfasst den Neubau eines 1-geschossigen Gebäudes überwiegend in Holzbauweise, als Passivhaus bzw. Energie-Plus-Haus in der KfW-Energieeffizienzklasse 40+.
Das Zentrum dient für experimentelles Arbeiten im Bereich MINT = Mathematik,- Informatik,- Naturwissenschaften + Technik – Forschung.
Ziel ist die Förderung und hochbegabten Förderung von Schüler/innen durch die experimentelle Ausstattung der Räume, die über die bereits gute Regelausstattung an den Schulen des Kreis Bergstraße hinausgeht.
Es sollen Laborversuche, experimentelle Aufbauten und Arbeitsergebnisse hier über längeren Zeitraum erforscht werden können ohne ständigen Auf- und Abbau, wie es im „normalen“ Unterrichtsraum an einer Schule der Fall ist. Zudem gibt es Präsentationsmöglichkeiten von abgeschlossenen Arbeiten und Versuchen.
Zum Entwurf und Raumprogramm des Gebäudes:
Zielsetzung für die Planung war, außer der technischen Ausstattung innen, ein Gebäude zu realisieren, dass schon von außen die Funktion und Nutzung erkennen lässt. Die entstandene transparente Konzeption und gewählte Form als Solitär fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Mit einem ausgewählten Expertenteam wurde ein Raumprogramm entwickelt. Dieses sieht 2 von der Einrichtung her, hochflexible Multifunktionsräume vor. Ein Raum wird hier auf Biologie- und Chemie-Inhalte ausgerichtet und ein weiterer Raum auf Physik + Technik / IT.
Die Raumgrößen orientieren sich an modernen Fach-Klassenräumen und sind für eine Kapazität von je 15 Schüler/innen ausgerichtet. In einem Cluster werden Einzellaborplätze vorgesehen. Materiallager für Laborzwecke sowie Nebenräume wie Garderobe, Umkleide und Sanitärräume sind in den Grundriss integriert. Weitere Raumfunktionen, wie Eingangs,- Empfangs- + Kommunikationsflächen sind offen gestaltet und ein Lounge-Bereich (MINT-Cafe) mit Außenbereich ergänzt das entwickelte Raumkonzept. Hier soll ein Ort entstehen, der sich von klassischen Schulräumen unterscheidet. Versuchsanlagen sowie die Möglichkeit für Ausstellungen sollen in einem „Show-Room“ präsentiert werden können. Der Außenbereich / Freigelände, soll so gestaltet werden, dass auch hier „unter freiem Himmel“ experimentiert werden kann. Der Außenbereich soll zudem ein „Wohlfühlort“ für Pausen und Erholung sein.
Allgemeine Anforderungen an das Gebäude:
Der Neubau wird als eingeschossige Konstruktion in überwiegend Holzbauweise ausgeführt werden. Die Fassadenflächen werden überwiegend transparent gestaltet mit integriertem Sonnenschutz. Das Flachdach ist ebenfalls in Holzkonstruktion mit einer extensiven Dachbegrünung vorgesehen. Das Gebäude ist nicht unterkellert.
Das Thema Energieeffizienz, Nachhaltigkeit bzw. Ressourcenschonung stehen bei der Planung des Gebäudes neben der Nutzerfüllung im Vordergrund. Der Neubau soll unter den Gesichtspunkten des Energie-, und Ressourcenschonenden Bauens, sowie dem Einsatz von regenerativen Energien im Bereich der Energiegewinnung geplant und ausgeführt werden. Die Minimierung des Energiebedarfs (Primär/ Endenergie- bedarf) ist hierbei die Zielsetzung. Die gegenseitige Abhängigkeit von Baukonstruktion, Baumaterialien und eingesetzter Anlagentechnik erfordert eine vorausschauende integrale Gesamtplanung in diesem Projekt.
Prinzipiell ist die TGA so zu planen, dass die Instandhaltung und Überwachung der Anlagen mit einem geringen Aufwand und möglichst ohne Nutzerbeeinträchtigung möglich sind.
Folgende Themen beeinflussen (indirekt) verschiedene Aspekte der Nachhaltigkeit, wie z.B. die Behaglichkeit und Nutzerzufriedenheit, die Sicherheit sowie direkte Umwelteinflüsse wie die Vermeidung von Müll durch Recycling, und sind im Rahmen dieses Projektes zu berücksichtigen.
Der Schallschutz; grundsätzlich ist eine hohe schallschutztechnische Qualität Voraussetzung für das Wohlbefinden sowie den Erhalt der Gesundheit und der Leitungsfähigkeit der Gebäudenutzerinnen und -nutzer.
Der Wärme- und Tauwasserschutz; Ziel der wärme- und feuchteschutztechnischen Qualität ist die Minimierung des Wärme-, und Kältebedarfs für die Raumkonditionierung. Damit soll gleichzeitig eine hohe thermische Behaglichkeit und die Vermeidung von Bauschäden sichergestellt werden.
Reinigung und Instandhaltungsfreundlichkeit; durch eine gezielte Reinigung und Instandhaltung wird die Voraussetzung geschaffen, die eingesetzten Materialien bis an ihre maximal mögliche Lebensdauer zu nutzen.
Bedienungs- und Instandhaltungsfreundlichkeit der TGA; die Zielsetzung liegt in dem Erreichen und der Aufrechterhaltung einer angemessenen Qualität der technischen Anlagen, um den planmäßigen Gebäudebetrieb sicherstellen zu können. Durch die Gewährleistung einer hohen Bedien- und Instandhaltungsfreundlichkeit werden positive Auswirkungen unter anderem auf den Komfort und die Inanspruchnahme betriebsbedingter Ressourcen (zum Beispiel Energieträger und Wasser) erreicht.
Das Gebäude hat eine BGF von ca. 900 qm und einen BRI von ca. 5.000 cbm.
Die weitere Planung soll zeitnah nach Beauftragung erfolgen. Die Kostenschätzung ergibt einen Betrag von rund 3,0 Mio. Euro (Brutto, KG 300 bis 700).