Beschreibung der Beschaffung
Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt Westfalen mit Hauptsitz in Bochum (nachfolgend: CVUA-Westfalen) wurde zum 01.01.2014 als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet.
Das CVUA-Westfalen ist zurzeit mit rund 200 Mitarbeitern an den vier Standorten Arnsberg, Bochum, Hamm und Hagen lokalisiert und unterhält dort Laboratorien, die gemäß Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch sowohl Lebensmittel pflanzlichen und tierischen Ursprungs, Futtermittel als auch Bedarfsgegenstände, Kosmetika und Reinigungsmittel untersuchen und beurteilen. Darüber hinaus werden im CVUA-Westfalen vielfältige veterinärmedizinische Diagnoseverfahren durchgeführt, um Krankheits- oder Todesursachen von Nutz-, Heim- und Wildtieren festzustellen. Damit soll vor allem eine mögliche Ausbreitung von Tierseuchen in landwirtschaftlichen Beständen oder eine Übertragung von Tierkrankheiten auf Menschen (Zoonosen) frühzeitig erkannt und bekämpft werden. Außerdem dienen diese Untersuchungen auch dem Tierschutz.
Das CVUA-Westfalen soll an einem neuen Standort räumlich und organisatorisch zusammengeführt werden. Daher beabsichtigt das CVUA-Westfalen im Gewerbepark „Ecoport“, Gemeinde Holzwickede, auf den Flurstücken 1537 und 1539 mit einer Grundstücksgesamtgröße von ca. 13.400 m² einen Neubau zu realisieren. Dieser zentrale Standort soll optimierte Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ermöglichen. Der Kauf des Grundstücks wurde bereits durchgeführt.
Das CVUA-Westfalen besteht aus fünf Fachbereichen, die sich mit unterschiedlichen Themen-gebieten beschäftigen. Die Fachbereiche werden ergänzt um Zentrale Dienste, die für das gesamte Haus zur Verfügung stehen. Die künftigen Fachbereiche untergliedern sich in:
• FB1 Verwaltung
• FB2 Pflanzliche Lebensmittel, Futtermittel, Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmittel
• FB3 Spezielle Instrumentelle Analytik
• FB4 Tierische Lebensmittel und Mikrobiologie
• FB5 Diagnostik von Tierkrankheiten
Zu den zentralen Diensten gehören folgende Bereiche:
• zentrale Versorgung (Zentrallager, Gefahrstofflager, Reinigung)
• Spülküchen
• Zentrale Probenannahme
• Sozialflächen (Umkleide, Aufenthaltsräume, Cafeteria)
• Besprechung/Konferenz
• Haustechnik
• Archiv
Der Neubau soll ein hochmodernes, modular gestaltetes Laborgebäude werden, dass auch baulich die Bedürfnisse und Erfordernisse für optimierte Prozessabläufe bereitstellt und dabei gleich-zeitig so flexibel nutzbar geplant ist, dass das Raumkonzept auch auf etwaige künftige Nutzungsänderungen einfach reagieren kann.
Für den Neubau wurde eine Nutzfläche (NUF) von ca. 7.500 m² ermittelt. Auf Basis dieser Nutzfläche wurde durch einen Generalplaner eine Entwurfs- und Genehmigungsplanung mit der Bruttogrundfläche (BGF) von ca. 17.350 m² erarbeitet. Die ermittelte BGF enthält neben Laborflächen auch Flächen für Büro-, Lager- und Sozial-/Sanitär-Räume, für die der Herstellungsaufwand, ins-besondere für die haustechnischen Anlagen, geringer ist als für Laborflächen.
Gebäudedaten:
- NUF ca. 7.500m², davon ca. 3.350m² Laborfläche
- BGF ca. 17.350 m²
- BRI ca. 86.450 m³
- Abmessungen: ca. 53m x 90m
- Innenhof: ca. 15m x 28m
Das L-förmige Grundstück weist ein Gefälle in Nord-Südrichtung von ca. 8m auf. Östlich des Gebäudes befinden sich 122 Mitarbeiter- und Besucherparkplätze sowie, mittig platziert, der Haupteingang des CVUA Westfalen. Auf der Westseite befinden sich weitere 22 Parkplätze sowie die Zufahrt zur Pathologie (Sektionshalle). Dort werden Tiere angeliefert und anschließend untersucht.
Das Gebäude ist klar logisch strukturiert. Der quadratische Baukörper besteht aus drei Nutzgeschossen zzgl. halber in das Gefälle geschobenen Unterkellerung und sowie zwei Technikzentralen auf dem Dach. Die großflächigen Laborbereiche sind zwischen den aussteifenden Betonkernen als dreibündige Struktur mit Nord-Süd-Ausrichtung angeordnet. Die Bürobereiche gliedern sich im Osten und Westen als klassische Einer-, Zweier- oder Dreierbüros an. In der Mitte des Bauwerkes befindet sich ein Innenhof mit Aufenthaltscharakter, der vom EG aus zugängig aus.
Bei den Laboren wird zwischen den chemisch/physikalischen und den biologischen Laboren bis zu einer Schutzklasse S3 unterschieden. Hinzu kommt die o.g. Pathologie (Sektionshalle) als zweigeschossiger Raum. Das Haus ist als Stahlbetonskelettbau mit Flachdecken ausgebildet. Das CVUA strebt einen hohen energetischen Standard für den Neubau an. Eine extensive Dachbegrünung wird für die freien Dachflächen vorgesehen.
Die Planungsleistungen werden durch einen Generalplaner ausgeführt. Aktuell befindet sich die Planungen in der Endphase der LP 3 (Entwurfsplanung). Für die bauliche Umsetzung ist beabsichtigt, einen Generalübernehmer zu beauftragen, der auch die Planungsleistungen ab LP 5 übernehmen soll. Die Beauftragung des Generalübernehmers soll nach derzeitigem Stand als Referenzpreisvertrag mit „open-book“ Elementen erfolgen.
In Bezug auf das anstehende Vergabeverfahren zur Findung des Generalübernehmers sowie die anschließende Umsetzung des Neubaus sollen nunmehr Projektsteuerungs- und Projektmanagementleistungen beschafft werden.
Nähere Einzelheiten zum Umfang der benötigten Projektsteuerungs- und Projektmanagementleistungen können der Leistungsbeschreibung (Anlage B.1) entnommen werden. Der Projektsteuerungsvertrag mit branchenüblichen Regelungen und einer angemessenen Risikoverteilung wird mit der Aufforderung zur Abgabe eines Erstangebotes zur Verfügung gestellt werden. Dieser wird vollumfänglich zum Gegenstand der Verhandlungen gemacht werden können. Bereits jetzt wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine stufenweise Beauftragung beabsichtigt ist, d.h. in der ersten Stufe wird zunächst die Begleitung des Vergabeverfahrens beauftragt werden. Voraussetzung für die weitere Beauftragung ist der erfolgreiche Abschluss des Vergabeverfahrens „Generalübernehmer“ sowie der finale Umsetzungsbeschluss des Verwaltungsrates des CVUA Westfalen.