Beschreibung der Beschaffung
1. Veranlassung und Zweck
Die Stadt Zweibrücken, als Eigentümer und Träger der Mannlich Realschule Plus, beabsichtigt, die Nebenräume (Umkleiden, Sanitärräume, Abstellräume und Lehrerraum) zu modernisieren und energetisch zu sanieren. Die geplante Maßnahme ist als Sanierungsmaßnahme ausgelegt, d. h. die gesamte Gebäudestruktur sowie die Lage der Außenwände werden nicht verändert. Die Tragkonstruktion des Gebäudes bleibt bestehen. Die Innenwände werden leicht an die heutigen Bedürfnisse angepasst.
2. Allgemeines
Das Schulgebäude der Mannlich Realschule Plus wurde 2007 im ehemaligen Pausenhof und Sportplatzbereich neu erstellt. Die parallel zu der Sporthalle im Jahr 1971 gebaute Schule wurde nach Erstellung des neuen Gebäudes komplett rückgebaut. Die hier betroffene Sporthalle besteht noch aus dem Jahr 1971 und es wurden bisher im Bereich der Nebenräume keine Sanierungsmaßnahmen bzw. energetischen Maßnahmen durchgeführt.
Die Gebäudestruktur und somit die äußere Form ändern sich nicht. Die Grundrisse werden lediglich in kleineren Bereichen etwas angepasst und ergänzt. Die Tragstruktur des Gebäudes lässt es nicht zu, komplett neue Grundrisse zu erstellen. Diese Tragstruktur ist in einer Stahl-Filigrankonstruktion aus Gitterträgern ausgeführt. In den vorhandenen Wänden sind Queraussteifungen, Eckaussteifungen sowie Stützen untergebracht, die nicht veränderbar sind. Dies wurde durch eine Untersuchung des Statikbüros BORAPA bestätigt.
Der geänderte Raumbedarf ist in beiliegender Flächenaufstellung beigefügt.
3. Lage des Gebäudes
Die Mannlich Realschule Plus befindet sich im nördlichen Stadtrandbereich von Zweibrücken. Die Schule liegt am Rande eines Wohngebietes mit direkten Straßenanschluss. Die Sporthalle liegt westlich der neugebauten Schule als solitär stehendes Gebäude. Das Gebäude besteht aus zwei Bereichen, dem höheren Bereich als Sporthalle, dem niedrigeren Bereich mit den Nebenräumen sowie einer im Bereich des niedrigen Bereiches liegenden Vertiefung der kleinen Gymnastikhalle.
Die Schule hat eine eigene Straßenanbindung im Einbahnstraßenverkehr, die auch von Schulbussen benutzt wird und in dessen Bereich die Parkplätze sowie die Bushaltestellen angeordnet sind. Südlich der Sporthalle ist der Sportaußenbereich angesiedelt.
4. Bau- und Ausführungsart
Die bestehende Sporthalle wurde im Jahr 1971 als Stahlleichtkonstruktion mit vorgehängten Betonelementen errichtet. Die Sichtbeton-Außenwände sind innenseitig mit Gipskartonplatten und einer dünnen mineralischen Dämmung im Zwischenraum bekleidet.
Die Stahlkonstruktion der hier betroffenen Nebenräume ist analog, wie die der Sporthalle aufgebaut. Jedoch sind die Stahlkonstruktionen der Nebenräume als aussteifende Konstruktion für die Sporthallenelemente mit herangezogen.
Somit kann die Konstruktion nicht grundlegend verändert werden und die hier vorgefundenen statischen Gegebenheiten müssen bei der Neuplanung mit berücksichtigt werden. Dieses hat zur Konsequenz, dass der Grundriss nicht grundlegend geändert werden kann, da sonst die aussteifenden Diagonalstützen sowie weitere Stützen nicht mehr in den Wänden liegen würden. Die Dachkonstruktion ist als aussteifende Holzplatte auf die Stahlkonstruktion aufgelegt.
Nach Berechnung des Statikbüros BORAPA ist die gesamte Konstruktion sehr stark ausgelastet bzw. teilweise werden die weiter anzusetzende neuen Werte dazu führen, dass die vorhandene Konstruktion die neuen Lastansätze rechnerisch nicht aufnehmen kann.
Um notwendigen statischen Eingriffen in dieser Konstruktion entgegenzuarbeiten, wurde ein Konzept erarbeitet, dass es ermöglicht, die vorhandene Konstruktion weiter zu benutzen. Grundlage des Konzeptes ist, dass das vorhandene Dach abgetragen wird und ein neues aufgebracht wird, welches weniger Eigenlast in die Konstruktion einbringt.
Das neue Dach soll als Trapezblechdach mit außenliegender Dämmung und Flachdachabdichtungsbahn als harte Abdichtung ausgeführt werden. Die Trapezbleche sollen sichtbar bleiben und werden daher als Akustikbleche mit Akustikeinlage vorgesehen. Somit entfällt der gesamte Lastansatz für eine abgehängte Deckenkonstruktion und die vorhandene Stahlkonstruktion muss nicht ertüchtigt werden.
Im Bereich der Haustechnik wurde im Ansatz festgelegt, dass die Leitungsführung sichtbar erfolgen kann. Die Innenräume werden sämtlich mit einer Be- und Entlüftungsanlage versehen und mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet. Somit sind auch in den Umkleiden keine Lüftungsflügel für Fenster nötig.
Die Außenfassade wird bis auf die Tragkonstruktion zurückgebaut und durch eine neue energetisch wirksame Außenfassade ersetzt. Diese besteht aus einer nichttragenden Außenkonstruktion in Fertigbauweise mit innenliegender Dämmung und Dampfsperre. Die sichtbaren Außenseiten werden mit großformatigen Platten verkleidet.
Im vorhandenen Grundriss sind, zur Belichtung der Umkleiden, eine Vielzahl von Lichtkuppeln eingebaut. Diese werden aufgrund der energetischen Nachteile sowie der schwierigen und immer wieder anfälligen Einbindung in die Dachabdichtung reduziert. Dafür werden in der Außenfassade neue Oberlichter eingebaut.
Die in geringen Zügen geänderte Grundrissplanung berücksichtigt die Inklusion von behinderten/beeinträchtigten Schülern in der Art, dass in den gemeinsamen Umkleiden jeweils eine Behindertentoilette mit einem vorgelagerten Umkleidebereich vorgesehen ist. Somit sind in diesem Konzept 3 Behinderten-WC-Anlagen vorgesehen: eine im Bereich der Jungenumkleide, eine im Bereich der Mädchenumkleide, sowie eine vom Flur zugängliche für den sonstigen Bedarf.
Die Wände und Böden werden gemäß den aktuellen Vorgaben in den Qualitäten der einschlägigen Normen ausgeführt. Die Wasserversorgungsanlagen, die Umkleiden und Duschen werden nach neuesten Gesichtspunkten erstellt.
Gegenstand dieses Verfahrens ist die Vergabe von Architektenleistungen Objektplanung (Leistungsphasen 4-9 des § 39 HOAI) für die Sanierung der o.g. Turnhalle Mannlich Realschule+ in Zweibrücken.