Beschreibung der Beschaffung
1. Städtebauliche Situation:
1.1 Lage im Dorf
Das Plangebiet liegt im Zentrum der Ortschaft Neuschönau.
Es wird begrenzt durch die Kaiserstraße, vom Hangweg, vom Rathaus, vom Friedhof und vom Bäckerweg.
Die Plangebietsgröße des BA 1 beträgt insgesamt ca. 3.400,00 m².
1.2 Ist-Zustand
Als unmittelbarer Ortskern gilt der Bereich um die Kirche St. Anna, dem direkt nördlich angrenzenden Friedhof, dem Rathaus mit dem neuen Bürgersaal und Infozentrum mit barrierefreien Zugang, dem Lebensmittelmarkt Edeka, dem Sparkassengebäude, einer freien Tankstelle sowie dem Gasthof Euler.
Der Ortsmitte fehlt es an klarer Strukturierung, geordnete Parkierung, qualitätsvolle Gestaltung und Aufenthaltsmöglichkeiten.
Zudem bestehen kein Flächen für gemeinschaftlich-soziale Veranstaltungen.
Der Ortskern ist duch seine topographische Hanglage mit ca. 8 bis 11 % Gefälle nur bedingt barrierefrei zu gestalten.
Die hochfrequentierte Durchgangsstraße "Kaiserstraße" (Kreisstraße) zum Nationalparkzentrum Lusen kreuzt mit geringem Attraktivitätspotential den Dorfplatz.
Ein angrenzendes, leerstehendes 2-stöckiges Pfarrhaus begrenzt nach Osten die Einfassung des Dorfplatzes und ermöglicht gemeinsam mit Rathaus, Kirche, Bäckerei und ehemaligen Gasthof ein geschlossenes Ensemble.
1.3 Planungrechtliche Situation
Im Rahmen der städtebaulichen Sanierung ist eine Aufstellung eines Bebauungsplanes nicht beabsichtigt.
Im Falle einer Durchführung wird diese gegenständig beauftragt.
1.4 Verkehrstechnische Situation
Die Hauptverkehrsachse von Neuschönau ist die von Grafenau heranführende Kreisstraße FRG 5.
Sie ist die Hauptzufahrtsstraße zu den Einrichtungen des Nationalparkzentrum Lusen (Hans-Eisemann-Haus mit Tierfreigelände, Baumwipfelpfad) und daher gekennzeichnet durch ein hohes Aufkommen an Tagesgästen, insbesondere an den Wochenenden.
Im Ort trägt sie die Bezeichnung "Kaiserstraße" und weiterführend in Richtung Nationalparkzentrum Lusen und nach Freyung die Bezeichnung "Böhmstraße".
Die Durchgangsstraße nimmt den Hauptverkehr auf, der von Süden zum Nationalparkzentrum Lusen und weiter nach Freyung bzw. zurück in Richtung Grafenau gerichtet ist.
Dieser Durchgangsverkehr verläuft ohne jedwede Entlastung und Entlastungsmöglichkeit mitten durch den Ortskern und bringt eine Reihe von verkehrsbedingten Problemen mit sich, zu denen etwa die Geräuschkulisse und der Emissionspegel zählen.
Nicht zu unterschätzen ist das nicht selten zu beobachtende, nicht immer geschwindigkeitsangepasste, lärmerzeugende und beschleunigungsfreudige Fahrverhalten von Verkehrsteilnehmern.
Der nördlich vom Friedhof und Rathaus kommende- und gehende Fahrverkehr wird über die Hangstraße zwischen Rathaus- und Kirchenprotal hindurch Richtung Kaiserstraße erschlossen.
Es besteht die Möglichkeit und die Absicht diesen Fahrverkehr über die Verbindungsstraße nördlich zwischen Kirche und Friedhof einspurig abzuleiten.
2. Anlass, Zweck und Ziel der Planung
2.1 Anlass der Planung
2015 wurde im Rahmen eines Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes ISEK und mit der Fortführung im Jahre 2021 ein Gesamtkonzept zur Entwicklung der Gemeinde Neuschönau erstellt.
Im Konzept wurden Defizite, Problemfelder und Chancen zur Profilbildung erkannt und Lösungen vorgeschlagen.
Einige Punkte wurden bereits umgesetzt.
Dazu gehören unter anderem der barrierefreie Umbau des Rathauses in ein Kultur- und Bürgerzentrum mit seinem direkten Umfeld sowie der Neubau des Bürgersaals im Jahre 2019.
Als nächster Schritt soll hiermit der direkt angrenzende Bereich vor dem Rathaus und dem Kirchenumfeld saniert werden.
2.2 Ziel und Zweck der Planung
Die im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept ISEK definierten Defizizte im Ortszentrum sollen über zwei Bauabschnitte behoben werden.
In der Gemeinde Neuschönau hat sich im Verlauf der letzten 50 Jahre um eine vergleichsweise jungen Ortskern eine beachtliche Außenentwicklung vollzogen.
Um eine weitere Zersiedelung zu verhindern, sollte nun der bereits bestehende Trend zu einer qualitätsvollen Innenentwicklung verstärkt werden.
Die Qualität des Innenzentrums sollte in den nachfolgenden Punkten aufgewertet werden:
- Belebung der Wohnfunktion im Ortskern
- Erhalt und Stärkrung des Nahversorgungsangebotes
- bereits vorhandene oder zu erwartende Leerstände bereinigen bzw. verhindern
- eine attraktive, städtebauliche Neugestaltung
- eine touristische Aufwertung im baulichen und thematischen Sinn
- in der Ortsmitte einen Platz und eine Lokalität schaffen, die einen zentralen
Veranstaltungsort bzw. Sammelort für gemeindliche Aktivitäten und Geselligkeiten
mit Mehrzweckcharakter bereit stellt und zugleich den Durchgangsverkehr nicht
behindert
- eine verkehrstechnische Beruhigung in der Kaiserstraße schafft
- Aufhebung soweit möglich von Defiziten in der Barrierefreiheit
- fehlende Parkplätze, welche durch den Neubau des Bürgersaals entfallen sind,
wieder bereitstellen