Beschreibung der Beschaffung
Der Kassler-Bau der Toni-Jensen-Gemeinschaftsschule wird komplett saniert. Die Gesamtsanierung und die Umsetzung von
Energieeffizienzmaßnahmen beinhalten die energetische Ertüchtigung der Gebäudehülle. die Erneuerung der Versorgungsleitung und der Haustechnik sowie die Ertüchtigung des Brandschutzes. Der Umfang der
Sanierungsarbeiten wurde im Dezember 2021 auf Grundlage einer gutachterlichen Voruntersuchung ermittelt.
Aufgrund der Schadstoffbelastung in den Decken und Wänden ist eine vollständige Entkernung erforderlich. Die Sanierungsarbeiten werden in einem Bauabschnitt abgewickelt. Um den Schulbetrieb aufrecht zu halten, sind Interimsmaßnahmen notwendig, die nicht Vertragsbestandteil
sind und bauseits organisiert werden. Um den Umfang der Interimsmaßnahmen zu begrenzen, ist eine kompakte Bauzeit erforderlich.
Zielkatalog Sanierungsmaßnahmen-Baukonstruktion
Aus den Untersuchungen und Bewertungen des Bestandes ergibt sich in Abstimmung mit den Beiträgen der unterstützenden Fachplaner folgender Zielkatalog für eine Sanierung:
Fassaden
- Energetische Sanierung der im Originalzustand befindlichen Fassade
- Die Fassade soll mit einem System aus teilvorfabrizierten Elementen ertüchtigt werden. Die Aufgabe umfasst nicht nur die
Systemplanung der Fassade unter Berücksichtigung einer kompakten Bauzeit, sondern auch die Ausführungsplanung und
Planungsleistungen bis zur Fertigstellung mit entsprechenden Regeldetails.
- Energetische Sanierung der Fenster und Außentüren, lichte Durchgangsmaße sind zu prüfen
- Energetische Sanierung des Daches des eingeschossigen Baukörpers
Innenbereich
- Behebung brandschutztechnischer Schwachstellen und Sicherung der Rettungswege
- Umsetzung der Vorgaben für eine barrierefreie Ausbildung des Gebäudes in Anlehnung an DIN 18040-1
- Sanierung der schadstoffbelasteten Rasterdecken und Trennwände
- Sanierung Estrich und Bodenbeläge-Verbesserung der Wärmedämmung
- Erneuerung der sanitären Anlagen
Tragwerksplanung-Betonsanierung Bestand
Es handelt sich bei den Gebäuden um Skelettbauten mit aussteifenden Treppen-bzw. Sanitärkernen, die in Ortbeton hergestellt wurden. Das orthogonale Stützenraster hat eine
Abmessung von 7,20 x 7,20m. Die Fertigteilstützen mit Auflagerkonsolen haben einen Querschnitt von 40x40cm und
sind in einzelnen Köcherfundamenten gegründet. Es wird davon ausgegangen, dass auch die Decken tragfähig und intakt
sind.
Eine Untersuchung über die Zustandsbewertung des
Tragwerkes wird durch einen Fachplaner bauseits durchgeführt. Für die Sanierung gilt es zu klären, ob aus statischer Sicht
Bedenken gegen den Lasteintrag von neuen Bauteilen bestehen. Des Weiteren ist die Traglast der vorhandenen
Deckenkonstruktion zu prüfen. Die Betondeckung entspricht nicht den aktuellen normativen Vorgaben.
Der Untersuchungsbericht wird zur Beurteilung des Tragwerkes zur Verfügung gestellt.
Zielkatalog Sanierungsmaßnahmen-technische Anlagen
Technische Ausrüstung Anlagengruppe 1,2
Das Rohrleitungsnetz beider Gebäudeteile ist zu sanieren. Das Trinkwassernetz besteht aus einem Materialmix aus verzinkten
Stahlleitungen und Kupfer (TWW und TWK). Die Abflussleitungen sind zum größten Teil aus gusseisernen Rohren (SML), der Rest ist aus hochtemperaturbeständigem Kunststoffrohren(HT). Die Heizungsverrohrung ist aus schwarzem Stahlrohr. Die Wärmeverteilung erfolgt über
Heizkörper
Bei der Sanierung der Außenfassade müssen die Heizkörper versetzt werden.
Technische Ausrüstung Anlagengruppe 4, 5
Die gesamte Elektrotechnik wird abgängig sein und muss erneuert werden. Die Sicherheits- und Notleuchten sowie das gesamte Leitungsnetzmüssendem Brandschutzkonzept
angepasst werden und ein Standort für die neue
Zentralbatterieanlage muss festgelegt werden. Der Zentralbatterieraum muss eine L30 Be- und Entlüftung nach außen aufweisen. Die Sicherheitsbeleuchtungsanlage wird in
Funktionserhalt aufgebaut.
Die gesamte Elektroinstallation und die
Niederspannungsschaltanlagen von der Hauptverteilung bis zu den Unterverteilungen wird erneuert. Die Anschlüsse sind den Erfordernissen an den heutigen Schulbau sowie den Fachklassen anzupassen. In den Flucht-und Rettungswegen sind Leitungstrassen mit Befestigungen vorzusehen.
Trassendurchführungen durch Brandabschnittswände sind
fachgerecht zu schotten.
Für die Sonnenschutzanlage ist eine neue Verkabelung und Steuerung vorzusehen.
Die Bestandsleuchten sind veraltet mit konventionellen Vorschaltgeräten und Leuchtstoffröhrentechnik. Diese sind
gegen neue Beleuchtungsanlagen in LED-Technik mit Tageslichtregelung und Präsenzregelung zu tauschen.
Im Rahmen der energetischen Sanierung der Gebäudehülle ist die äußere Blitzschutzanlage zu erneuern. Für den inneren
Blitzschutz sind Überspannungselemente und Kombiableiter in den Unterverteilungen vorgesehen. Die Telekommunikationsanlage ist derzeit an die Telefonanlage
der Grundschule angebunden. Im Rahmen der Sanierung wird das gesamte Leitungsnetz in dem Baukörpererneuert. Im
Zusammenhang mit der EDV-Verlegung wird eine strukturierte neue Verkabelung vorgesehen. Im Behinderten-WC muss eine Lichtrufanlage installiert werden.
Für die elektroakustischen Anlagen werden neue Deckeneinbaulautsprecher vorgesehen sowie das Leitungsnetz erneuert, die Anbindung erfolgt an die Ela-Anlage der Grundschule.
Gemäß Schulbaurichtlinie wird eine
Alarmierungsanlagemontiert. Diese ist mit einem eigenständigen Brandmeldecomputer als
Hausalarmierungsanlage mit nicht automatischen Handfeuermeldern sowie einer neuen Zentrale, Ringbussirenen
in den Klassenräumen zur Alarmierung und einem neuen Leitungsnetz ausgestattet. Die Alarmierungsanlage wird in
Funktionserhalt aufgebaut.
Weitere Ausführungen siehe Abschnitt VI.3.