Beschreibung der Beschaffung
Die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) plant im
Hamburger Süden den Neubau der Bundesautobahn 26, die sogenannte
Hafenpassage Hamburg.
Gegenstand der vorliegenden Leistungsbeschreibung ist der gesamte Abschnitt 6b
zwischen den zukünftigen Anschlussstellen HH-Moorburg und HH-Hohe Schaar als
Verkehrseinheit (VKE) 7052 sowie der westliche Teil des Abschnittes 6c, der parallel
zum Streckenabschnitt zwischen den Bahnhöfen Hausbruch und Hohe Schaar Alte
Süderelbe verläuft als VKE 7053.
Im Abschnitt 6a/VKE 7051 sind zwei neu zu errichtende Brückenbauwerke im Zuge der A 26 Ost zu berücksichtigen: Das Bauwerk 10 (BW 10) über die verlegte Moorburger Landscheide mittels einer neuen Eisenbahnbrücke und das Bauwerk 08 (BW 08) über die eingleisige Südbahn mittels einer neuen Straßenüberführung.
Ziel der Neubaumaßnahmen ist die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und der
Anbindung der Umschlaganlagen im Hamburger Hafen.
Die hier benannte BAB 26 Ost befindet sich entlang der Eisenbahnstrecke 1253 von
Abzweig Hamburg-Hausbruch bis zum Abzweig Hamburg-Süderelbe und verläuft im Bundesland Hamburg. Sie ist zentraler Bestandteil der Anbindung des Hamburger
Hafens an das Schienennetz der DB infraGo.
Die Strecke 1253 ist im Planungsbereich eine zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn.
Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist die Hamburg Port Authority (HPA).
Der Abschnitt 6b ist insgesamt ca. 3.900 m lang. Aus dem Abschnitt 6c werden
zusätzlich die westlichen ca. 1.700 m mitbetrachtet. Die BAB 26 Ost wird hier jeweils
mit einem vierstreifigen Querschnitt hergestellt. Die meisten Streckenabschnitte und
Knotenpunktbereiche befinden sich auf Ingenieurbauwerken, darunter auch die
Querung der Süderelbe sowie die Querung und Überbauung der vorhandenen und
geplanten Eisenbahnanlagen der Hafenbahn der Hamburg Port Authority AöR (HPA)
sowie der Shell Deutschland Oil GmbH. Insgesamt sind Verkehrsanlagen in bis zu drei übereinanderliegenden Ebenen vorgesehen.
Die geplanten Ingenieurbauwerke und Verkehrsanlagen verlaufen weitestgehend im
gleichen Korridor wie die bereits vorhandenen und die für den Ausbau der
Schieneninfrastruktur geplanten Eisenbahnverkehrsanlagen der HPA. Daher stehen
sie in direkter Nachbarschaft und Interaktion zueinander. Im Bereich der geplanten
BAB 26 Ost sind durch die HPA drei tangierende Projekte der Schieneninfrastruktur
vorgesehen:
a) Neue Bahnbrücke Kattwyk einschl. angrenzender Streckenabschnitte
b) Südliche Bahnanbindung Altenwerder (SBA westlich der Süderelbe)
c) Zweigleisiger Ausbau Hohe Schaar einschl. vier zusätzlicher Gleise im Bf. Hohe Schaar
Die neue Bahnbrücke Kattwyk und die angrenzenden Streckenabschnitte sind seit
Mitte Dezember 2020 in Betrieb und stellen für die BAB 26 Ost zum Zeitpunkt der
Bauausführung den neuen Bestand dar.
Die beiden weiteren Maßnahmen b) und c) werden baulich erst nach dem Bau derBAB 26 Ost hergestellt. Die Maßnahmen sind im Vorentwurf mit dem Bauvorhaben der A 26 Ost abgestimmt worden, derzeit läuft hierzu die Entwurfs- und Genehmigungsplanung.
Die Planungen der BAB 26 Ost wurden für den Planfeststellungsentwurf ebenfalls
grundsätzlich auf den jeweiligen Planungsstand der HPA abgestimmt. Sofern sich in
den Abstimmungen noch zu klärende Schnittstellen für die zukünftigen Kreuzungsbereiche ergeben, welche für den Bau und den späteren dauerhaften
Betrieb der A 26 relevant sind, führt der AN die Klärung unter Beteiligung des AG
ebenfalls durch.
Aufgrund der baubedingten Eingriffe in bestehende Betriebsanlagen der HPA durch die Realisierung der A26 Ost ist eine Anpassung der eisenbahntechnischen Betriebsanlagen aus trassierungstechnischen Gründen erforderlich.
Darüber hinaus gibt es bahntechnische Schnittstellen in den Bereichen Bahnbetrieb,
betriebliche Sperrpausenplanung, Vertrags- und Gestattungswesen, etc., die einer
besonderen Berücksichtigung und Abstimmung bedürfen.
Gegenstand und Inhalt der hier zu vergebenen Leistungen ist die Erbringung von
Beratungs- und Abstimmungsleistungen, sowie das eigenverantwortliche Mitwirken an den Ausschreibungsunterlagen für die Planung im Leistungsbereich der Leit- und
Sicherungstechnik (LST) und Telekommunikationstechnik (TK/EKOM).
Die Beratungs- und Projektsteuerungsleistungen zur technischen Abstimmung,
Baubetrieb & Eisenbahnbetrieb, Genehmigungen & Gestattungen sowie die Erstellung von Ausschreibungsunterlagen für die Fachgewerke bezogene Planungen von Eisenbahnverkehrsanlagen einschließlich der technischen Ausrüstung (außer LST und
TK/EKOM) werden von Dritten erbracht.
Auftraggeber für die zu vergebenen Leistungen ist die Deutsche Einheit
Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES). Die Projektsteuerung Leit- und
Sicherungstechnik des Auftragnehmers ist in der Projektabteilung der DEGES des
Abschnittes 6b angeordnet.
Die Objektplanungen für die Ingenieurbauwerke und die Straßenverkehrsanlagen sind ebenfalls durch die DEGES beauftragt und werden derzeit durchgeführt
(siehe Anlage B.1-Leistungsbeschreibung)