Beschreibung der Beschaffung
Zur Erkundung der geologisch-geotechnischen Verhältnisse im Bereich der geplanten und oben angeführten Baumaßnahmen sind nach derzeitigem Planungsstand insgesamt 55 vertikale 6 m bis ca. 60 m tiefe Baugrundaufschlussbohrungen DN 178/DN 146 mit ca. 888 lfm und 42 Schwere Rammsondierungen mit 6 m bis 15 m Tiefe, insgesamt ca. 353 lfm vorgesehen. Optional ist die Durchführung weiterer 9 vertikaler ca. 45 m bis ca. 60 m tiefer Baugrundaufschlussbohrungen mit ca. 480 lfm vorgesehen.
Neben der Baugrunderkundung mittels Kernbohrung wird die fachgerechte geotechnische Beprobung durch den Auftragnehmer (AN) gefordert.
Weiterhin sind durch den AN die boden- und felsmechanischen sowie umwelttechnischen Untersuchungen an den aus den Bohrungen entnommenen Proben nach Rücksprache und Festlegung durch den Sachverständigen für Geotechnik durchzuführen.
Im Einzelnen ist die Ausführung der nachfolgend beschriebenen Feldarbeiten geplant:
• Senkrechte Bohrung im Rammkern-, Rotationskern- und/oder Sonic-Drilling-Bohrverfahren gemäß EC7 mit einem Bohrlochdurch¬messer von 178 mm bzw. 146 mm für Baugrundaufschlussbohrungen (KB-PT-48/25 – KB-PT-64/25; BS-21/2025 – BS-35/2025; BK-L10-01/25 – BK-L10-23/25 sowie optional KB-PT-65/25 bis KB-PT-67/25 und KB-SM-55/25 bis KB-SM-60/25).
• Entnahme von Bodenproben der Güteklasse 1 bis 5 nach DIN EN 1997-2:2010-10 auf Anweisung sowie von Braunglasproben.
• Entnahme von Felsproben der Güteklasse 1 bis 3 nach DIN EN 1997-2:2010-10 auf Anweisung.
• Einmessen von Rechts- und Hochwerten (Gauß-Krüger) und ETRS89/UTM-Abb. sowie der Höhe der Geländeoberkante der Bohr- und Sondierpunkte im Höhensystem DHHN12 und DHHN2016.
• Verfüllen der Bohrlöcher mit geeignetem Material bzw. nach Vorgabe aus den Amts-Bescheiden (Bohrgut, Tonpellets, Zement-Bentonit-Suspension).
• Ausbau von 8 Bohrungen zu 5“-Grundwassermessstellen (Ausbautiefe ca. 25 m bis 60 m) inkl. Kurzzeit-Pumpversuch (Pumpdauer min. 60 min) während Klarpumpen und Einbau Datenlogger. Optional auch von 5 weiteren Bohrungen (im Bereich PT und SM).
• Ausführung von hydrogeologischen Feldversuche gemäß LV-Spezifikationen:
o Pumpversuche „Brunnentest“ gemäß DVGW Arbeitsblatt W111: 3-stufiger Test (vsl. 1 l/s, 2 l/s und 3-5 l/s), Pumpzeit: 2 h je Stufe. An neu zu errichtenden GWMs in PT-Ost (vsl. 2 Stück, optional auch an ausgewählten GWMs in Süßenmühle). Aufzeichnung Pumpzeit und Wiederanstieg.
o Bestimmung der Vor-Ort-Parameter an Wasserprobe aus Pumpversuchen „Brunnentest“.
o Datenlogger während Pumpversuchen „GW-Leitertests“ für insg. ca. 15 Beobachtungsmessstellen in stark gespannten bis artesischen GWMs liefern, einbauen und auslesen (gemäß LV-Spezifikationen).
o Pumpversuche „GW-Leitertest“ gemäß DVGW Arbeitsblatt W111: vsl. 2 x 100 h und 2 x 200 h Pumpzeit an neu zu errichtenden und bestehenden GWMs in PT-West inkl. kontinuierlicher Aufzeichnung der Vor-Ort-Parameter. Aufzeichnung Pumpzeit und Wiederanstieg (mind. 75 % von t (Pumpzeit)). Optional auch Ausführung zusätzlicher Pumpversuche „GW-Leitertest“ an neu zu errichtenden und bestehenden GWMs im Bereich Süßenmühle (SM) (ca. 2 Stück).
• Ausführung von Schweren Rammsondierungen (DPH, DIN EN ISO 22476 2:2012 03, DPH-PT-11/25 – DPH-PT-17/25; DPH-BS-01/2025 – DPH-BS-12/2025; DPH-L10-01/25 – DPH-L10-23/25).
• Ausführung des boden- und felsmechanischen sowie umwelttechnischen Labor-programms, u. a. folgender Versuche:
o Bestimmung der Kornverteilungen nach DIN EN ISO 17892:2017 04
o Bestimmung des Wassergehalts nach DIN EN ISO 17892:2015 03
o Bestimmung der Zustandsgrenzen nach DIN EN ISO 17892 12:2020 07
o Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts nach DIN EN ISO 17892 11:2021 03
o Ermittlung des Steifemoduls (Oedometerversuch) nach DIN EN ISO 17892 5: 2017 08
o Bestimmung der Scherfestigkeit (Rahmenscherversuch) nach DIN EN ISO 17892 10: 2019 04
o Bestimmung des Glühverlustes gemäß DIN 17685 1:2023 04
o Bestimmung der Abrasivität mittels CERCHAR- und LCPC-Versuch (NF-P 94-430-1:2000-10 und Empfehlung Nr. 23 des AK 3.3 der DGGT (2016), NF P 18 579:2013-02)
o Bestimmung der Einaxialen Druckfestigkeit von Festgestein gemäß Empfehlung Nr. 1 des AK 3.3 der DGGT (2004)
o Bestimmung der Punktlastfestigkeit von Festgestein gemäß Empfehlung Nr. 5 des AK 3.3 der DGGT (1 Versuch besteht aus 10 Einzelversuchen (Würfel).
o Wasserlagerungsversuch gemäß DIN EN ISO 14689:2018 05
o Chemische Analyse gemäß Ersatzbaustoffverordnung EBV BM-0/BG-0
o Chemische Analyse Ergänzungsparameter EBV von BM-0/BG-0 auf BM-0*/BG-0*
o Chemische Analyse gemäß Ersatzbaustoffverordnung EBV BM-0*/BG-0*
o Bestimmung der Beton- und Stahlaggressivität von Wasser nach DIN 4030 2:2024 07 und DIN 50929 3:2018 03
o Bestimmung der Basisparameter im Grundwasser (in Anlehnung an LfU-Merkblatt 3.8/1 Anhang 1, Tab. 3)
o Chemische Analyse der anorganischen Stoffe im Grundwasser gemäß BBodSchV, Tab. 1, ergänzt durch zusätzliche Parameter
o Chemische Analyse der Pflanzenschutzmittel im Grundwasser gemäß LUBW, Grundwasserüberwachungsprogramm 2022, Tabelle 2.4
Nähere Einzelheiten zum vorgesehenen Bohrprogramm der Feldarbeiten sind in der Anlage 1 tabellarisch zusammengestellt und werden in nachfolgender Baubeschreibung erläutert und mit zugehörigem Leistungsverzeichnis ausgeschrieben. Ebenso werden die geforderten hydro-geologischen Feldversuche, die boden- und felsmechanischen sowie umwelttechnischen Laborversuche mit zugehörigem Leistungsverzeichnis genauer beschrieben und ausgeschrieben.
Es wird gefordert, dass die für den Einsatz vorgesehenen Geräteführer über ausreichende Erfahrungen, sowohl was die technischen Anforderungen als auch was die geologisch-geo-technischen Besonderheiten anbelangt, verfügen, sowie über die entsprechenden Qualifikationsnachweise im Allgemeinen.