Beschreibung der Beschaffung
In den 3 Betriebsgebäuden West, Mitte und Ost sind jeweils die zentralen Komponenten
für die Technik in den zugeordneten Tunnelbereichen untergebracht. Während
die beiden äußeren Betriebsgebäude zwar unterirdisch, aber dennoch von oben
zugänglich sind, ist das Betriebsgebäude in der Tunnelmitte nur vom Tunnel aus erreichbar.
In den Betriebsgebäuden sind im Wesentlichen die Anlagen für die Energieversorgung,
die Beleuchtung und die Lüftung mit der dazu gehörenden Messtechnik
und den Steuerungen installiert. Damit alle Teilsysteme zusammenarbeiten können,
sind die 3 Betriebsgebäude mehrfach redundant miteinander vernetzt. Die gesamte
Technik wird von 2 redundanten SPSen gesteuert, die mittels des übergeordneten
Zentralen Leitsystems kontrolliert werden. Über eine bauseitige
Richtfunkstrecke werden die Daten und Videobilder aus dem Tunnel zur Integrierten
Rettungsleitstelle in Aalen übertragen, von wo aus der Tunnelbetrieb und die -technik
rund um die Uhr überwacht werden.
Die "Betriebstechnische Tunnelausstattung" im Gmünder Einhorn Tunnel umfasst
folgende Anklagenteile:
- die Tunnelbeleuchtung (in moderner LED-Technik),
- die Fluchtweg und Sicherheitsbeleuchtung,
- eine aktive Leiteinrichtung, die besonders in den Verschwenkungsbereichen die
Fahrspurerkennung erleichtert,
- die Verkehrsbeeinflussungs- und die Tunnelsperranlage mit Vorwegweisern auf
beiden Tunnelseiten,
- eine BOS-Funkanlage (in analoger und digitaler Technik) im Tunnel, den Betriebsgeb
äuden, dem Rettungsstollen mit Fluchttreppenhäusern und den nahen
oberirdischen Tunnelumfeld,
- eine Notruf- und Telefonanlage (in moderner VoIP-Technologie),
- eine Videoanlage mit Videodetektion und über 100 Kameras,
- eine Lautsprecheranlage mit 53 Grenzflächenhörnern und 34 klassischen Druckkammerlautsprechern,
- ein automatisches Brandmeldesystem, bei dem nicht mehr punktuell in regelmäßigen
Abständen die Temperatur gemessen wird, sondern kontinuierlich über die
gesamte Tunnellänge,
- die Tunnelentwässerung mit insgesamt 17 Pumpen in 5 Pumpwerken und
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ebb_0_34259875_2383809997.doc - Stand: 19.12.2024
- die Steuerungen für die Tunnelbe- und -entlüftung, wobei die Wartung an den
Ventilatoren und Entlüftungsanlage ein separater Wartungsvertrag ist.
Das Lüftungskonzept sieht vor, dass die Abgase im gesamten Tunnel über eine Kalotte
(Hohldecke) zum mittleren Betriebsgebäude gesaugt werden und dort von 2 Abluftmaschinen
mit je 420 kW Leistung nach oben durch einen Kamin ausgeblasen
werden. Dafür wurde ein 130 m langer Abluftkamin mit 6,5 m Durchmesser durch
den Berg nach oben gebaut. Im Brandfall wird die Rauchabsaugung noch durch 3
Strahlventilatoren mit je 22 kW in der Nähe des Westportals und 8 baugleiche
Strahlventilatoren in der Nähe des Ostportals unterstützt. Alle diese Ventilatoren
können über Frequenzumrichter stufenlos gesteuert oder bei Ausfall der Elektronik
über Sanftanläufer direkt eingeschaltet werden.
Weiterhin wurden diverse Nebengewerke installiert, die für die Sicherheit der Anlage
oder des Personals sowie für die Funktion der Tunneltechnik notwendig sind, wie
z.B. die Energieverteilungen, unterbrechungsfreie Spannungsversorgungen über die
Doppelböden und die Betriebsgebäudelüftungen bis hin zu den Einbruchmeldeanlagen
und der Sanitärtechnik für die WCs in den Betriebsgebäuden.
Parallel dazu wurde von den Stadtwerken Schwäbisch Gmünd die Erweiterung des
20kV-Mittelspannungsnetzes vorgenommen. In jedem der 3 Betriebsgebäude wurde
eine Mittelspannungsstation errichtet und mehrfach an schon vorhandene Stationen
im Stadtgebiet angeschlossen. Die Schnittstelle zur Energieversorgung des Tunnel
befindet sich auf der 230V/400V-Ebende, d.h. die Transformatoren gehören noch
zum Eigentum der Stadtwerke, obwohl diese exklusiv für die Versorgung des
Tunnels installiert wurden.
Die Versorgung des Tunnels erfolgt über 5 Transformatoren mit einer Gesamtleistung
von 3,5 MVA, die auf die 3 Betriebsgebäude aufgeteilt sind (2 × 630 kVA im BG
West + 2 × 800 kVA im BG Mitte + 1 × 630 kVA im BG Ost).