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Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Reststoffbearbeitung und Abfallkonditionierung im Kernkraftwerk Würgassen. Beschaffung / Projekte. Allgemeines. Das Kernkraftwerk Würgassen (KWW) befindet sich seit 1997 im Rückbau und plant in der 2. Hälfte 2014 die Entlassung aus dem Atomgesetz (AtG). Bis dahin gliedert sich der technische Rückbau grob in die Bereiche Restbetrieb, Demontage, Reststoffbehandlung und Abfallkonditionierung sowie Entsorgung. Alle im Kontrollbereich vorhandenen Komponenten und Betriebsmittel müssen vor Ihrer Freigabe bzw. weiteren Nutzung im Kontrollbereich (KB) behandelt werden. Zu diesem Zweck stehen am Standort diverse Behandlungseinrichtungen für die Konditionierung zur Verfügung. Je nach Materialart, Geometrie und radiologischem Zustand sind die Reststoffe und Abfälle zu behandeln und gesamtwirtschaftlich optimiert dem geplanten Entsorgungsziel zuzuführen. Liefer- und Leistungsumfang. Das Ziel der Ausschreibung ist die Vergabe des Betriebes der "Reststoffbearbeitung und Abfallkonditionierung" an einen Bieter für das Jahr 2010. Die Projektlaufzeit beginnt mit dem 1.1.2010 und geht bis zum letzten Arbeitstag in 2010. Quartalsweise sind Fortschrittsberichte und Prüfungen zu erbringen, um den definierten und vertraglich zugesicherten Endzustand sicher zu erreichen. Die Arbeiten werden ausschließlich im Kontrollbereich der Anlage KWW durchgeführt. Entsprechende Räume und Flächen werden zur Verfügung gestellt. Der Bieter handelt im Rahmen des Liefer- und Leistungsumfangs eigenverantwortlich, jedoch unter Einhaltung der hoheitlichen Weisung des Auftraggebers in definierten Bereichen (z. B. Strahlenschutz, Arbeitssicherheit, Arbeitszeiten usw.). Die Gesamt in 2010 zu behandelnde Masse beträgt ca. 2 275 Mg (Abweichungen von +/- 10 % sind möglich). Der Betrieb des Bereiches ist vom Bieter so zu gestalten, dass der ganzheitliche kostenoptimale Weg des Gesamtprojektes erhalten bleibt und den Grundsätzen Folge geleistet wird. Dies bedeutet unter anderem, dass den Minimierungsgeboten für die Strahlenexposition des Personals und der Abfallminimierung entsprochen wird und für jedes Material das kostengünstigste Entsorgungsziel einzuhalten bzw. anzustreben ist. Hierzu sind alle internen und externen Möglichkeiten zu nutzen und alle nachfolgenden Kosten, z.B. Endlagerbehälter- und Endlagerkosten, zu berücksichtigen. Leistungspaket Modul 1: Administration und Management. Auslegung, Planung, Durchführung, bei Herstellung und Konstruktion einschließlich Werksabnahme und Funktions- bzw. Abnahmeprüfung, Anlieferung zum AG und Montage innerhalb des Kontrollbereiches des Kernkraftwerkes Würgassen. Der Betrieb des Bereiches ist dabei vom Bieter eigenständig und unter Einhaltung aller Gesetze, Verordnungen, Regeln und Vorschriften, insbesondere der KWW spezifischen zum Strahlenschutz (Anlage 3), der Arbeitssicherheit, des Objektschutzes und des Brandschutzes durchzuführen. In diesem Bereich sind vor allem: — Projektmanagement/Administration (Personal, ect.), — Dokumentation, — Qualitätssicherung, — Arbeitssicherheit, — Abfall- und Reststoffmanagement. Die geplante zu behandelnde Masse an Stahl beläuft sich auf etwa 600 Mg (+/- 10 % Abweichung). Die Dekontamination von Stahl kann mit Nass- und Trockendekontaminationseinheiten erfolgen. Zur Zerlegung der Materialien vornehmlich auf Einschmelzofenmaße stehen thermische- und mechanische Zerlegeeinrichtungen zur Verfügung. Die geplante zu behandelnde Masse an Beton (Gebäudestrukturen, Setzsteine, Bauschutt ect.) beläuft sich auf etwa 1 200 Mg (+/- 10 % Abweichung). Zur Zerlegung und Oberflächenbehandlung stehen verschiedene Anlagen zur Verfügung. Abfälle und sonstige Reststoffe. Die geplante zu behandelnde Masse an Abfällen und sonstigen Reststoffen beläuft sich auf ca. 475 Mg (+/- 10 % Abweichung). Die Stoffe setzen sich hauptsächlich aus nichtbrennbaren und brennbaren Mischabfällen zusammen. Von diesen Mischabfällen sind ca. 410 Mg radioaktiver und 65 Mg nicht radioaktiver Abfall. Zur Behandlung und Bearbeitung stehen in diesem Beriech Anlagen und Arbeitsplätze zum einen zum sammeln, transportieren, sortieren zur Verfügung. Zum anderen sind Anlagen zur Volumenreduktion, Trocknung, Messung zur Verfügung. Radioaktive Reststoffe müssen in Endlagerfähige Behälter gebracht und verpackt werden. Zu diesem Zweck stehen entsprechende Hebe- und Transporteinrichtungen sowie Betonier- und Verfülleinrichtungen für Endlagerbehälter zur Verfügung. — Referenzen über ähnliche Projekte, Projekte in deutschen Kernkraftwerken, — Qualitätssicherungsmaßnahmen (Zertifizierung nach DIN EN 9000 ff., und/oder Qualifizierung nach KTA 1401), — Genehmigung nach § 15 Strahlenschutzverordnung, — Qualifikation des Personals, — Ausreichende deutsche Sprachkenntnisse des Personals, — Atemschutztauglichkeit des Personals, — Weiterhin zu berücksichtigen ist, dass das vorgesehene Personal im Besitz eines gültigen Strahlenpasses (strahlenexponiertes Personal der Kategorie A) sowie nach Kategorie 1 sicherheitsüberprüft sein muss.