Volltext
Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Projekt: Sanierung der Oper und Neubau des Schauspielhauses und der Produktionsstätten in Köln, Offenbachplatz. Fachplanungsleistungen der Tragwerksplanung gem. Teil VIII HOAI, §§ 62 ff. zuzüglich der Fassadenstatik. Siehe II.1.1 sowie: Das denkmalgeschützte Opernhaus aus dem Jahr 1957 mit ca. 1.300 Plätzen soll generalsaniert werden. Für das Schauspielhaus mit ca. 650 Plätzen sowie bisher ausgelagerte Werkstätten ist am Offenbachplatz ein Neubau geplant. Die Baumaßnahme umfasst neben insgesamt vier Spielstätten (Oper, Kinder-/Kammeroper, Schauspiel und Studiobühne) u.a. die für den Betrieb der Spielstätten notwendigen künstlerischen, kaufmännischen und technischen Funktionsbereiche, Proberäume für Musiktheater, Schauspiel und Ballett, Künstlergarderoben sowie Betriebs- und Aufenthaltsräume für die technischen Abteilungen. Sie verlangt die Integration komplexer Funktionsanforderungen aus den Bereichen Bühne, Zuschauerhaus, Magazine, Foyers, Garderoben, Werkstätten, Ateliers, Gastronomie sowie Büros. Der im Rahmen eines Architektenwettbewerbs zur Realisierung bestimmte Entwurf weist einen Bruttorauminhalt der Gebäude von ca. 340.000 cbm auf, davon entfallen ca. 174.000 cbm auf das bestehende Opernhaus. Beim neuen Haus für das Schauspiel handelt es sich gemäß Planungsstand aus dem Wettbewerb um einen 9-geschossigen Baukörper mit zwei Untergeschossen. Er wird über einen zweigeschossigen unter der Platzfläche liegenden Baukörper für Werkstätten und den sogenannten Werkstatthof mit dem bestehenden Opernhaus verbunden. Im Bestandsgebäude sind sowohl innerhalb als auch unter- und oberhalb der bestehenden Raum- und Tragwerkstrukturen teilweise massive Veränderungen geplant. Die Neuerrichtung des Schauspielhauses und die Generalinstandsetzung respektive Umbaumaßnahmen der Oper erfordern, bedingt durch die jeweiligen projektbezogenen, planungsspezifischen Gesamtanforderungen sowie den jeweils sehr hohen architektonischen Anspruch, eine herausragende, technisch anspruchsvolle Gesamtbearbeitung in tragwerksplanerischer Hinsicht gemäß HOAI §62 ff., die im besonderen Maße auch innovative Lösungsansätze in Bezug auf den eigentlichen Planungsprozess mit jeweiligen Variantenbetrachtungen und -entscheidungen, interstrukturelle Prozessabläufe der einzelnen tragwerksplanerischen Fachdisziplinen des konstruktiven Ingenieurhochbaus und –tiefbaus sowie baubetriebliche Verfahrensabläufe zur Erzielung eines wirtschaftlichen Gesamttragwerks integriert und berücksichtigt. Insbesondere für den Bereich der Oper stellen die aus den Umbaumaßnahmen und der Generalinstandsetzung resultierenden, komplexen und den Gesamtplanungsprozess im besonderen Maße beeinflussenden Bauzustände einen signifikanten Bestandteil der tragwerksplanerischen Bearbeitung dar. Das Gesamttragwerk des Schauspielhauses definiert sich zur Gewährleistung der architektonisch angestrebten hohen Gebäudetransparenz sowie der nutzungsspezifischen Gebäudevariabilität über komplexe Tragwerksstrukturen in den Grund- und Aufrissebenen mit bereichsweise weitgespannten und auskragenden sowie über die einzelnen Geschoßebenen stark differierenden Tragwerkssystemen. Aufgrund der zu erwartenden komplexen und stark differierenden Tragwerksstrukturen und darüber hinaus bei besonderer Berücksichtigung der aus der Objektplanung resultierenden, tragwerksspezifischen Schnittstellensysteme zum angrenzenden Opernhaus sind die Boden-/Bauwerkswechselwirkungen im besonderen Maße im tragwerksplanerischen Planungsprozess zu bewerten. Dieses gilt ebenso für die baukonstruktive Durchbildung der notwendigen Baugrubensicherung unter besonderer Berücksichtigung der vorhandenen und denkmalgeschützten Bausubstanz des Opernhauses sowie der weiteren angrenzenden Nachbarbebauungen. Die Generalinstandsetzung des denkmalgeschützten Opernhauses sowie vorgesehene Umbaumaßnahmen im Bereich der Oper, die unter anderem aus der Verbesserung von bühnentechnischen Verfahrensabläufen sowie aus grundsätzlichen Veränderungen der Grundriß- und Aufrißgeometrien resultieren, werden einen wesentlichen tragwerksplanerischen Eingriff in die bestehende Bausubstanz erwarten lassen. Im tragwerksplanerischen Gesamtplanungsprozess sind daher im besonderen Maße ebenso gutachterliche Bewertungen zur Spezifizierung von vorliegenden Bauschäden in Hinblick auf Schädigungsumfang respektive -grad mit entsprechender fachtechnischer Begleitung zu Material- und Bauwerksprüfungen mit Festlegung von objektbezogenen Untersuchungsparametern sowie notwendiger, bauwerksverträglicher Kompensations- und Ertüchtigungs- bzw. Abfangungsmaßnahmen vorzunehmen. Die aus der Objektplanung zu erwartenden Änderungen sowohl in der Grundriss- und Aufrissgeometrie mit Abbruch von wesentlichen, horizontal und vertikal lastabtragenden Bauteilen, stellen einen erheblichen Eingriff in die vorhandene Bausubstanz mit grundlegender Veränderung zum ursprünglichen, bauordnungsrechtlich genehmigten Zustand dar, die aus tragwerksplanerischer Sicht wesentliche und technisch anspruchsvolle Kompensations- und Abfangungsmaßnahmen in Hinblick auf den Lastabtrag und im Besonderen auf die Gebäudestabilität unter besonderer Berücksichtigung und Auslegung der DIN 4149 erfordern. Die geplante Baumaßnahme zeichnet sich zusammenfassend wie folgt aus: 1. Kulturbau und Produktions-/Werkstattgebäude; 2. Bauen im Bestand, insbesondere Generalsanierung sowie Umbau in denkmalgeschützter Substanz, Neubau sowie Kombination von Alt- und Neubausubstanz; 3. Kosten Kostengruppe 300 und 400: je rd. 72 000 000 EUR netto (in KG 300 davon rd. 6 000 000 EUR netto für Hüllensanierung und in KG davon rd. 30 000 000 EUR netto für Bühnentechnik). Ausgeschrieben sind Planungsleistungen der Tragwerksplanung gem. HOAI §§ 62 ff. zuzüglich der Planungsleistungen der Fassadenstatik. Die vorgesehene Vergabe umfasst die Leistungsphasen 1-4 gem. § 64 HOAI sowie Teile der Leistungsphasen 5 - 9 gem. HOAI § 64, da voraussichtlich ein GU eingesetzt wird, sowie eine Option auf die Leistungsphasen 5 – 9, sofern der Rat der Stadt Köln eine GU-Vergabe ablehnt bzw. die Leistungsphasen 5 – 9 nicht durch den GU erbracht werden Die Vergabe erfolgt stufenweise ohne Rechtsanspruch auf die Beauftragung aller Leistungsstufen. Die Planungsleistungen für die Prüfstatik werden gesondert vergeben. Nach den Baumaßnahmen soll im Ergebnis ein architektonisch hochwertiges Gebäudeensemble mit technisch optimalen Anlagen zur Verfügung stehen, welches über lange Jahre einen künstlerisch hervorragenden sowie wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb ermöglicht. Folgender Zeitrahmen ist für die Planung und Realisierung der Gesamtmaßnahme festgehalten: Planung, Ausschreibung und Vergabe bis Oktober 2010, Baubeginn November 2010, Abschluss der Baumaßnahmen einschließlich Einzug in die Häuser bis Oktober 2013, Aufnahme des Spielbetriebs in den neuen Häusern Oktober 2013. Die Gesamtkosten dieser Maßnahme betragen 231 000 000 EUR (Bruttogesamtbaukosten Kgr. 200 – 700 einschließlich 19 % MwSt.).