Finanzberatung, Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften
KfW
Auslagerung der Kreditbearbeitung im Krisenfall einer Bank. Die aktuelle Diskussion um die Neuordnung des regulatorischen Rahmens und ein spezielles Bankeninsolvenzrecht zeigt, dass die Insolvenz einer deutschen Bank von spürbarer Größenordnung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden kann. Für die KfW stellt sich im Fall einer Bankeninsolvenz die Frage der weiteren Verwaltung der an die Durchleitungsbank ausgereichten Förderkredite (Durchleitungsdarlehen). Die Eigenverwaltung großer Darlehensportfolien wird derzeit system- und kapazitätsbedingt nicht betrieben. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt die KfW, die Einschaltung eines externen Dienstleisters als eine wesentliche Handlungsoption zur Krisenbewältigung zu implementieren. Im Sinne der Krisenprävention soll bereits heute, im Vorfeld möglicher akuter Krisen, eine Kooperation mit einem Externen Dienstleister vereinbart werden. Diese Kooperation hat den Charakter einer Versicherungslösung und umfasst das Versprechen des Dienstleisters, im Krisen-/ Insolvenzfall einer Durchleitungsbank ein an die KfW sicherungshalber abgetretenes gemischtes Kreditportfolio (wohnwirtschaftliche und gewerbliche Darlehen) innerhalb einer angemessenen Frist zur Verwaltung zu übernehmen (Retainer-Vertrag). Für seine permanente Bereitschaft, innerhalb dieser Frist ein oder mehrere Darlehensportfolien mit einer definierten Mächtigkeit (einige Hundert bis 100 000 Darlehen je Portfolio) zur Bearbeitung zu übernehmen, erhält der Dienstleister eine laufende Gebühr. Der Dienstleister übernimmt im Krisenfall die operative Funktion der insolventen Durchleitungsbank, nicht aber die Risiken aus dem Kreditportfolio. Die wesentlichen Eckpunkte des Retainer-Vertrages sehen wie folgt aus: — Die Vertragslaufzeit beträgt 60 Monate. Nach Vertragsunterzeichnung folgt eine Implementierungsphase von 4 Monate. In dieser Implementierungsphase werden KfW und Externer Dienstleister in einem ersten Schritt in gemeinsamer Abstimmung wechselseitig ihre bestehende IT-, Buchhaltungs- u. Systemlandschaft sowie die bestehende Kreditprozesse auf ihre Kompatibilität hin analysieren. In einem zweiten Schritt werden Externer Dienstleister und KfW gemeinsam ein Schnittstellen-/Kreditprozesskonzept erstellen, das die notwendigen Schritte, Verantwortlichkeiten KfW – Externer Dienstleister festlegt und Schnittstellen KfW – Externer Dienstleister definiert, um im Krisenfall eine möglichst reibungslose Kreditportfoliomigration von der Durchleitungsbank auf die KfW bzw. Externen Dienstleister zu gewährleisten. Für die Erstellung dieses Schnittstellen-/Kreditprozesskonzeptes erhält der Externe Dienstleister eine pauschale einmalige Vergütung, — Nach Abschluss des Schnittstellen-/Kreditprozesskonzeptes beginnt der mit Abschluss des Retainer-Vertrages beabsichtigte Versicherungsschutz. Für diese verbleibende Vertragslaufzeit verspricht der Externe Dienstleister Darlehensportfolien mit der o.g. Mächtigkeit innerhalb einer festgesetzen Frist zur Kreditsachbearbeitung übernehmen zu können. Für Gewährung dieses Versicherungsschutzes erhält der Externe Dienstleister eine pauschale jährliche Vergütung, — Kommt es während der Vertragslaufzeit von 60 Monaten und nach Abschluss des Schnittstellen-/Kreditprozesskonzepts tatsächlich zu einem Krisenfall bei einer Durchleitungsbank und entscheidet sich die KfW den Externer Dienstleister mit der Kreditsachbearbeitung eines Darlehensportfolios zu beauftragen, ist der Externe Dienstleister verpflichtet die Kreditsachbearbeitung bis zur vollständigen Rückführung aller Darlehen zu übernehmen. Auch hierfür erhält der Externe Dienstleister eine pauschale Vergütung, deren Höhe sich nach der Menge der übernommenen Darlehen bemisst.
DeadlineDie Frist für den Eingang der Angebote war 2010-07-09. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2010-06-11.
Wer?- • KfW
- • Bank- und Investmentdienstleistungen › Portfolioverwaltung
- • Finanzberatung, Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften › Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften
| Datum | Dokument |
|---|---|
| 2010-06-08 | Auftragsbekanntmachung |
| 2010-10-08 | Bekanntmachung über vergebene Aufträge |
Objekt
Umfang der Beschaffung
Titel: Finanzberatung, Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften
Volltext:
“Auslagerung der Kreditbearbeitung im Krisenfall einer Bank. Die aktuelle Diskussion um die Neuordnung des regulatorischen Rahmens und ein spezielles...”
Ort der Leistung
Frankfurt am Main, Kreisfreie Stadt 🏙️
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Dienstleistungsauftrag
Verordnung: Europäische Gemeinschaften, mit GPA-Beteiligung
Originalsprache: Deutsch 🗣️
Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Angebotsart: Gesamtangebot
Art des öffentlichen Auftraggebers: Einrichtung des öffentlichen Rechts
Haupttätigkeit: Wirtschaft und Finanzen
Öffentlicher Auftraggeber
Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: KfW
Land: Deutschland 🇩🇪
Kontakt
Internetadresse: vergabestelle@kfw.de 📧
Referenz
Daten
Veröffentlichungsdatum: 2010-06-11 📅
Absendedatum: 2010-06-08 📅
Einreichungsfrist: 2010-07-09 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer (Legacy): 170629-2010
ABl. S-Ausgabe: 112/2010
Objekt
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Finanzberatung, Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften 📦
Code: Bearbeitung und Clearing von Finanzgeschäften 📦
Code: Portfolioverwaltung 📦
Quelle: OJS 2010/S 112-170629 (2010-06-08)
Objekt
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Vergebene Aufträge
Verfahren
Angebotsart: Entfällt
Referenz
Daten
Veröffentlichungsdatum: 2010-10-09 📅
Absendedatum: 2010-10-08 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer (Legacy): 300611-2010
ABl. S-Ausgabe: 197/2010
Verweist auf Bekanntmachung: 170629-2010
Objekt
Zuschlagsdetails
Erteilter Auftrag: Name und Anschrift des Wirtschaftsteilnehmers, an den der Auftrag vergeben wurde Hypotheken Management GmbH Janderstraße 7/8 68199 Mannheim DEUTSCHLAND
Quelle: OJS 2010/S 197-300611 (2010-10-08)