Beschreibung der Beschaffung
Die „Schule Tegelweg“, eine Ganztagsschule für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf zur körperlichen und motorischen Entwicklung (kmE) arbeitet gegenwärtig in einem Schulgebäude, das baulich-technisch in die Jahre gekommen ist und weder den steigenden Schülerzahlen auf eine Zweizügigkeit noch den aktuellen pädagogischen und therapeutischen Anforderungen gerecht wird. Seit geraumer Zeit bestehen Überlegungen, die Schule an einem anderen Standort neu zu errichten und in diesem Zuge die aktuellen pädagogischen und funktionalen Anforderungen an eine moderne Schule baulich-räumlich umzusetzen. In diesem Zuge ist die Vorstellung gereift, eine dreizügige Schwerpunkt-Grundschule zu gründen und beide Schulen gemeinsam am Standort an der Hammer Straße neu zu errichten.
Die Abläufe in beiden Schulen unterscheiden sich wesentlich von konventionellen Schulen und bedürfen daher einer stark ausgeprägten Empathie für die Menschen, die täglich diese Schulen besuchen. Der Fokus ist dabei nicht allein auf die Kinder und Jugendliche zu richten, sondern auch auf die Lehrkräfte und Pflegepersonal, um in Kenntnis der täglichen Aufgaben und der konkreten Abläufe im Schulalltag optionale Lern- und Arbeitsbedingungen einer modernen Schule schaffen zu können.
Mit dem Neubau dieses Schuldoppelstandorts an der Hammer Straße 124 in 22043 Hamburg wurde SBH | Schulbau Hamburg beauftragt. Der heutige Schulstandort soll gemäß Bestellungen der BSB (Behörde für Schule und Berufsbildung), wie folgt verändert werden: Der derzeit teilgenutzte Bestand soll zum größten Teil abgebrochen werden, nur das Kitagebäude im Nordwesten des Grundstücks bleibt bestehen. Anschließend soll ein Neubau entstehen, der sowohl eine 2-zügige KME-Schule (24 Klassen) sowie eine 3-zügige Schwerpunkt-Grundschule (15 Klassen) beherbergen soll, die nach aktuellem Schulentwicklungsplan vorgesehen sind. Für die KMW-Schule sind Therapieräume sowie ein Therapiebad in der Planung zu berücksichtigen. Zur gemeinschaftlichen Nutzung entstehen eine Vitalküche und eine Zweifeldsporthalle. Die Gesamtmietfläche beträgt 12.046 m².
Das Neubauvorhaben soll in kurzer Bauzeit umgesetzt werden, um den schulischen Betrieb ab 2026 zu ermöglichen. Die Standortaufteilung soll eine Adressbildung jeder Schule ermöglichen und kreuzende Verkehrswege der beiden Schulen vermeiden. Die gemeinsam genutzten Einheiten wie Sporthalle und Küche sind für beide Institutionen gut zugänglich zu positionieren.
Die neu herzustellenden Flächen betragen insgesamt ca. 12.046 m². Eine PV – Anlage ist in die Neubauplanung zu integrieren. Das Projektbudget (KG 200-700) für den Neubau der Sonderschule, den Neubau der Grundschule, das Therapiebad, die Vitalküche, das Gründach, die 2-Feld-Sporthalle der Grundschule und die Außenanlage und Siele beträgt ca. 34.239.185 Euro netto. Die Einhaltung der genannten Kostenobergrenze in Bezug auf die beschriebene Planungsaufgabe ist wesentlicher Bestandteil der Aufgabenstellung.
Wirtschaftlichkeit in Planung, Ausführung und Betrieb, die Minimierung der Lebenszykluskosten und hohe Energieeffizienz der Gebäude werden erwartet. Beim Neubau ist ein GEG 40 Standard – BEG NWG zu erreichen. Ebenfalls wird die DGNB-Zertifizierung Standard Gold angestrebt.
Bei der Planung ist auf das pädagogische Konzept der Schule einzugehen. Die Schule ist in Abstimmung mit dem Bauherrn eng in die Planung einzubeziehen, um die nutzerspezifischen Anforderungen optimal umsetzen zu können.
Für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme ist ein Budget (KG 200-600) von ca. 26,61 Mio. € netto vorgesehen. Die anteiligen Gesamtbaukosten für Bauwerk und Baukonstruktion (KG 300) betragen ca. 18,8 Mio. € netto und für die technische Gebäudeausrüstung (KG 400) ca. 6,0 Mio. € netto.
Die Neubaumaßnahme soll im Juli 2027 fertiggestellt sein.
Die zu vergebenden Leistungen bestehen aus:
- Leistungsphase 2 Technische Ausrüstung gem. §§ 53 HOAI, ALG 1-8,
- Leistungsphasen 3, 4 (teilweise), 5-8 Technische Ausrüstung gem. §§ 53 HOAI, ALG 1-8, als optionale Beauftragung durch Bestimmung der AG (ggf. in noch von der Auftraggeberin festzulegenden Stufen),
- Besondere Leistungen als optionale Beauftragung durch Bestimmung des AG:
- Detaillierte Betriebskostenberechnungen,
- Erstellen des technischen Teils eines Raumbuchs,
- Erarbeiten von besonderen Daten für die Planung Dritter, z.B. für Stoffbilanzen etc.,
- Berechnung von Lebenszykluskosten,
- Aufstellen einer gewerkeübergreifenden Brandschutzmatrix,
- Fortschreiben des technischen Teils eines Raumbuchs,
- Anfertigung von Ausschreibungszeichnungen bei Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm,
- Leerrohrplanung mit besonderem Aufwand (z.B. bei Sichtbeton oder Fertigteilen),
- Aufstellen der Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm auf der Grundlage der detaillierten Objektbeschreibung,
- Fortschreiben der Ausführungspläne (zum Beispiel Grundrisse, Schnitte, Ansichten) bis zum Bestand,
- Zuarbeit der notwendigen Unterlagen für den Verwendungsnachweis,
- Überwachung der Mängelbeseitigung innerhalb der Verjährungsfrist,
- Weitere Besondere Leistungen in allen Leistungsphasen Technische Ausrüstung gem. §§ 53 HOAI, AÖG 1-8, als optionale Beauftragung durch Bestimmung des AG (ggf. in noch von dem Auftraggeber festzulegenden Stufen).
Neben dem Auswahlgremium des Auftraggebers werden Vertreter der beiden Schule ggf. in beratender Funktion an den Vergabeverhandlungen teilnehmen.
Die Vergabestelle lässt sich in der operativen Umsetzung dieses VgV-Verfahrens durch das Büro D&K drost consult GmbH aus Hamburg unterstützen und beratend begleiten.