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Feinspezifikation und Realisierung der neuen Verkehrsleitzentrale Hamburg. für dieses Verfahren finden weder die VgV, VOL/A oder VOL/B noch das Hamburgische Vergabegesetz Anwendung. Die Polizei Hamburg beabsichtigt, eine neue Verkehrsleitzentrale (VLZ Hamburg) zu bauen. Für die Feinspezifikation und Realisierung der neuen VLZ Hamburg wird ein Generalunternehmer gesucht (ggf. eine Arbeitsgemeinschaft). Aufgaben der Verkehrsleitzentrale (VLZ Hamburg): Die VLZ Hamburg ist organisatorisch der Verkehrsdirektion zugeordnet und integriert die Funktion der Landesmeldestelle für den Verkehrswarndienst. Sie nimmt, eingebunden in die gesamtpolizeilichen Einsatz- und Führungsstrukturen, die wesentlichen Aufgaben und Handlungsfelder des gesamtstädtischen operativen Verkehrsmanagements im 24-Stunden-Betrieb mit 20 eingesetzten Polizeivollzugsbeamten im Wechselschichtdienst wahr und optimiert im Rahmen des operativen Verkehrsmanagements den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit im Hauptverkehrsstraßen– und Autobahnnetz mit den unterschiedlichsten Steuerungs- und Informationssystemen. — Verkehrslageerfassung: Auswertung unterschiedlichster Informationsquellen und -systeme (z.B. Verkehrskameraanlagen, Daten aus Verkehrsbeeinflussungsanlagen, Statusmeldungen aus Verkehrsrechnern zur Steuerung der Lichtsignalanlagen (LSA) etc.). — Verkehrssteuerung/Verkehrslenkung: Die Steuerung und Lenkung des Verkehrs wird ggw. vorrangig über die Lichtsignalanlagen sowie über Wechselverkehrszeichenanlagen und die Tunnelsteuerung herbeigeführt. Ziel ist dabei die Gewährleistung des Verkehrsflusses und die Minimierung von Verkehrsstörungen aufgrund erhöhten Verkehrsaufkommens oder schwerwiegenderen Störungen infolge von Verkehrsunfällen oder anderweitigen Ereignissen (zum Beispiel Baustellen, Schadensereignisse, Veranstaltungen) mit Auswirkungen auf den Verkehrsraum. Die Bereitstellung der für das operative Verkehrsmanagement der VLZ Hamburg erforderlichen Verkehrstelematiksysteme und der technischen Infrastruktur erfolgt durch Dritte. Mit einer offensiven aktuellen Verkehrslageinformation sollen die Verkehrsteilnehmer angeregt werden, staugefährdete Strecken zu umfahren und so zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses beizutragen. Darüber hinaus gewährleistet die VLZ Hamburg gemeinsam mit Rundfunkanstalten und Anbietern von Verkehrswarndienstmeldungen die Ausstrahlung von Meldungen auf Grundlage der "Rahmenrichtlinie für den Verkehrswarndienst". Die VLZ Hamburg steuert daher Verkehrsinformationen insbesondere über die nachfolgenden Wege: — Verkehrswarndienst der Polizei Hamburg, — Übermittlung von aktuellen Verkehrswarndienstmeldungen an Rundfunkanstalten und andere Abnehmer, — Internetplattform "hamburg.de", — Bearbeitung und Bereitstellung von Verkehrsinformationen i.Z. mit Großveranstaltungen und sonstigen verkehrsrelevanten Anlässen durch die VLZ Hamburg. Eine Kooperation mit weiteren Partnern ist in der Planung. Die Ausstattung der bestehenden VLZ Hamburg wurde in Teilen bereits aus der Vorgängerzentrale übernommen und entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Anpassungen an neue Aufgaben und Integration neuer Anlagenteile sind nur eingeschränkt möglich. — Die Arbeitsplätze im bestehenden Operatorenraum entsprechen nicht den heute üblichen funktionalen und ergonomischen Anforderungen. Die Aufteilung in viele getrennte Einzelsysteme führt zu einer ineffizienten und unergonomischen Arbeitsweise, — Netzwerkstruktur und Verkabelung in der bestehenden VLZ Hamburg, die im Zuge von Systemergänzungen immer wieder erweitert wurden, sind extrem unübersichtlich und störanfällig, — Die Lüftungsanlage im Operatorenraum ist nicht mehr zeitgemäß und sehr laut. Die bestehende USV muss ggf. angepasst werden. Um in der Freien und Hansestadt Hamburg auch in Zukunft ein wirkungsvolles Verkehrsmanagement durchführen zu können und für zukünftige Erweiterungen der verkehrstelematischen Einrichtungen vorbereitet zu sein, ist eine komplette Erneuerung und Umgestaltung der VLZ Hamburg notwendig. Folgende Maßnahmen müssen in der neuen VLZ Hamburg realisiert werden: — Raumkonzept und Haustechnik: Die neue VLZ Hamburg muss in den bestehenden Räumen eingerichtet werden. Die umgebaute VLZ Hamburg ist mit einer VLZ-internen Klimaanlage auszustatten, alle relevanten Verbraucher der VLZ Hamburg sind an die vorhandene (erweiterte) USV anzuschließen. Zur Vermeidung von betrieblichen Störungen und aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ist es erforderlich, während der Umbauphase eine Interimslösung zu schaffen. Vorgesehen ist eine Auslagerung von mindestens 3 Operatoren-Arbeitsplätzen in einen Container, der in der Nähe zur VLZ Hamburg aufgestellt werden muss, so dass sich kurze Kabelwege zwischen der bestehenden VLZ Hamburg und dem Interimsstandort ergeben. Für die neue VLZ Hamburg sind 5 Operatorenarbeitsplätze und 3 Arbeitsplätze für den Einsatzabschnitt (EA) Verkehrslenkung sowie ein Büroarbeitsplatz für den Leiter der VLZ Hamburg und ein Besucher- und Medienraum, der eine Sicht auf die Großbildprojektion ermöglicht, einzurichten. — Großwandprojektion und Videodarstellung: Für die Darstellung des Straßennetzes im Großraum Hamburg, zur Anzeige der LSA-Zustände und zur Darstellung des aktuellen Verkehrszustandes ist ein Großwandprojektionssystem erforderlich. Vorgesehen ist ein Großwandprojektionssystem mit einer Darstellungsfläche von mindestens 4,00 m x 3,00 m. An beiden Seiten der Großbildwand sind 2 Videowände für die Darstellung von insgesamt 32 Videobildern anzuordnen, die Verkehrskamerabilder zeigen. — Integrierte Bedienung/Visualisierung: Zur integrierten Bedienung und Visualisierung aller Systeme der VLZ Hamburg ist eine neue Software zu erstellen. Diese Software muss zukünftige neue Verkehrslenkungs- und Regelungssysteme integrieren können. Sie stellt den logischen Schwerpunkt der Maßnahmen dar. Die unterschiedlichen Netze, die in die VLZ Hamburg einfließen, müssen zusammengefasst werden (Voraussetzung für die integrierte Bedienung). Das bestehende Videomanagementsystem soll um ein Modul zur Bereitstellung von Videosequenzen sowie um ein Modul für die automatische Ereignisdetektion erweitert werden. Diese sind nicht Bestandteil des Auftrages. Die neue VLZ Hamburg muss aber in der Lage sein, diese Videoströme aus dem Videomanagementsystem zu empfangen und darzustellen. Die neue VLZ Hamburg ist mit Endgeräten des Digitalfunks auszurüsten. Die Funkgeräte werden vom Auftraggeber bereitgestellt. Leitungen und Leitungswege innerhalb der Räumlichkeiten der VLZ Hamburg sind herzustellen. Um die Grundlagen für die Erneuerung der VLZ Hamburg zu schaffen, wurde ein Realisierungskonzept erarbeitet, in dem die folgenden Arbeitsschritte durchgeführt wurden: —— Erfassung und Analyse des Ist-Zustands (technische Gegebenheiten unter Berücksichtigung organisatorischer und betrieblicher Aspekte), —— Aufstellung eines Anforderungskatalogs für eine neue VLZ Hamburg aus Nutzersicht, —— Erarbeitung und technisch-wirtschaftliche Bewertung verschiedener Möglichkeiten für die Erneuerung der VLZ Hamburg und daraus resultierend ein Gesamtkonzept für die Erneuerung der VLZ Hamburg, ausgestaltet als RE-Vorentwurf. Die vollständigen Ausschreibungsunterlagen und die relevanten Unterlagen des Grobplanungskonzeptes werden den Bewerbern nach absolvierter Sicherheitsüberprüfung zur Verfügung gestellt.