Beschreibung der Beschaffung
Das Projekt "Quartier am Neuen Rathaus" besteht aus dem
geschlossenen Gebäudeensemble zwischen Maxplatz und
Vorderer Graben.
Bei dem Quartier handelt es sich um ein stadtbildprägendes
Ensemble entlang der Barocken Achse im Zentrum des
UNESCO-Weltkulturerbes, welches sowohl dem
Ensembleschutz wie auch in Teilen dem Einzeldenkmalschutz
untersteht.
Die betroffenen Gebäude werden im Wesentlichen als
Verwaltungsstandort der Stadtverwaltung genutzt. In den
Gebäudeteilen entlang der Hauptwachstraße sind im
Erdgeschoss Gewerbeeinheiten untergebracht.
Ziel der Generalsanierung ist die Instandsetzung der
Gebäudehülle und Gebäudestatik, einschließlich energetischer
Verbesserungen, die Instandsetzung der Raumschalen, die
Modernisierung der Sanitäranlagen sowie die Neuinstallation
der Gebäudetechnik, einschließlich digitaler Medien und
moderner Gebäudeleittechnik. Daneben sind die Gebäude auf
Brandschutzanforderungen zu prüfen und die Barrierefreiheit,
soweit möglich, herzustellen. Die Nutzungen sollen
weitestgehend beibehalten werden, die Innenhöfe bedürfen
einer Aufwertung und Neugestaltung. Das bestehende
Raumkonzept der Verwaltungseinheit Maxplatz ist bezüglich
der Bürgerfreundlichkeit zu überprüfen und ggf. zu optimieren.
Das Ensemble befindet sich im Herzen der Bamberger
Innenstadt. Besonderes Augenmerk ist auf die Baulogistik und
Öffentlichkeitsarbeit zu legen. Auch ist es notwendig die
Nutzung der Gewerbeeinheiten möglichst kurzzeitig zu
unterbrechen und den Betrieb aufrecht zu erhalten.
Ferner ist die Sanierung der Verwaltungseinheit, möglichst
abschnittsweise, ggf. unter Aufrechterhaltung des
Verwaltungsbetriebes, abzuwickeln.
Bei der Maßnahme handelt es sich um ein hochrangiges
Förderprojekt. Eine besondere Anforderung an das Projekt ist
die Anlehnung an das Zertifikat Silber nach BNB
(Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen). Hierfür wurden die
zwei folgenden Ziele als Erfolgskontrolle festgelegt:
1. Risiken für die lokale Umwelt:
Die Verwendung von Bauprodukten, die aufgrund ihrer
Schadstoffgehalte ein Risikopotenzial für die Umwelt und
Gesundheit darstellen, sollen bereits in der Planungsphase
reduziert bzw. vermieden werden. Um die Risiken für die lokale
Umwelt möglichst gering zu halten, ist eine sorgfältige Auswahl
schadstoff- und emissionsarmer Bauprodukte erforderlich.
Folgende Qualitätsstufen werden angestrebt:
- für neu eingebrachte Materialien, Qualitätsstufe 5
- für bestehende Materialien, Qualitätsstufe 4
Eine umfassende Altlastenuntersuchung wurde bereits
vorgenommen.
2. Nachhaltige Materialgewinnung/Biodiversität:
Bei diesem Kriterium soll mindestens Qualitätsstufe 3 erreicht
werden. Hierfür wird für mindestens 80% der verbauten Hölzer,
Holzprodukte und/oder Holzwerkstoffe der Nachweis auf
Verwendung von Holzprodukten aus nachhaltiger
Forstwirtschaft geführt werden. dies wird durch Vorlage eines
anerkannten Zertifikates und des zugehörigen CoC-Zertifikates
nachgewiesen.
Hinweis: Teile der Fassade der Liegenschaft Maxplatz 3 sind
bereits teilsaniert. Hier erfolgte eine Instandsetzung der
Natursteinbauteile und Fassadenputze sowie ein Fenstertausch
bzw. eine restauratorische Instandsetzung. Die Qualität ist
entsprechend fortzusetzen.
Zeitplan:
2022/23: Voruntersuchungen und erste Leistungsphasen,
Ausschreibung der Fachplaner
2024/2025: Werkplanung und Ausschreibung
2025-2028: Bauzeit
2029: Schlussrechnungen und Verwendungsnachweis
Zeitgleich zur vorliegenden Ausschreibung ist beabsichtigt die
Fachplanungen der Technischen Gebäudeausrüstung sowie
die Tragwerksplanung auszuschreiben, so dass ein zeitnaher
Projektstart gewährleistet werden kann.
Folgende Unterlagen sind bereits vorliegend:
1. Planunterlangen
a. Lageplan M 1:1000
b. Übersichtsplan
c. Verformungsgerechtes Gebäudeaufmaß (Grundrisse,
Ansichten, Schnitte)
d. Spartenpläne
2. Grundlagen zum Gebäude und Zielanforderungen der
Sanierung
a. Erläuterungsbericht
b. Gebäudebeschreibung (aus der Förderskizze)
c. Präsentation zum Gebäudezustand und zu den
Planungszielen
d. Zielvereinbarungstabelle nach BNB
3. Voruntersuchungen
a. Tragwerksgutachten
b. Bauforschungsunterlagen
c. Schadstoffgutachten
Weitere Voruntersuchungen sind bereits beauftragt und werden
voraussichtlich bis zum Jahresende vorliegen. Diese
umfassen:
d. Tragwerksgutachten (Hauptwachstraße 7, 9)
e. Bauforschung (Hauptwachstraße 7, 9)
f. Bestandsaufnahmen zum Brandschutz (alle Gebäude)
g. Bauphysikalisches Gutachten (alle Gebäude)
h. Artenschutz (alle Gebäude)