Schlammbehandlungsanlage

Landeshauptstadt Hannover - Eigenbetrieb Stadtentwässerung

Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Klärwerk Gümmerwald Erneuerung der Schlammentwässerung. Die Landeshauptstadt Hannover, Eigenbetrieb Stadtentwässerung, betreibt zur Entwässerung des bei der Abwasserreinigung in den im Verbund betriebenen Klärwerken Gümmerwald und Herrenhausen anfallenden Klärschlammes im Klärwerk Gümmerwald eine Kammerfilterpressenanlage. Die sechs vorhandenen Kammerfilterpressen sind nach rd. 25 Betriebsjahren am Ende ihrer Nutzungsdauer und müssen ersetzt werden. In der planerischen Bearbeitung des Projektes wurde in einem direkten Vergleich untersucht, welcher Typ Entwässerungsmaschine zukünftig eingesetzt werden soll. Es zeigte sich, dass die deutlichen Investitionskostenunterschiede zwischen den beiden in Frage kommenden Entwässeungssystemen(Kammerfilterpressenanlag e und Zentrifugenanlage) durch die erhöhten Betriebskosten der Zentrifugen kompensiert werden. In dieser Ausschreibung wird im Hauptangebot die Variante Kammerfilterpressenanlage weiter verfolgt. Außerdem liegen vollständige Unterlagen für ein Nebenangebot mit einer Zentrifugenanlage vor. Im Zuge der Angebotsbewertung wird anhand der konkreten Ausschreibungsergebnisse ein Gesamtwirtschaftlichkeitsvergleich aufgestellt, der die Grundlage für eine endgültige Entscheidung für eines der beiden Entwässerungsverfahren bildet. Zur Ausschreibung können Nebenangebote auch ohne Vorlage eines Hauptangebotes eingereicht werden, wenn sie sich auf eines der beiden vorgeschlagenen Entwässerungsverfahren (Kammerfilterpressenanlage oder Zentrifugenanlage) beziehen. Nebenangebote für andere Schlammentwässerungsverfahren sind nicht zugelassen. Im Vorfeld der Planung und Ausschreibung wurden Entwässerungsversuche und Schlammuntersuchungen hinsichtlich der Entwässerungseigenschaften des anfallenden Schlammes durchgeführt und ausgewertet. Die Ergebnisse dieser Versuche werden der Auswertung aller Angebote zugrunde gelegt. Möchte ein Bieter von den Vorversuchen abweichende Angaben in sein Angebot einsetzen, müssen diese Werte durch eigene Versuche belegt werden, die der Bieter nach Rücksprache mit dem Auftraggeber vor der Angebotsabgabe durchführen kann. Zur Auswertung der Angebote werden von bis zu fünf in die engere Wahl kommenden Bietern Entwässerungsversuche verlangt, um die angebotenen Daten zu belegen. Diese Versuche werden auch dann durchgeführt, wenn der Bieter in seinem Angebot nicht von den Vorgaben abgewichen ist. Für alle Versuche wird ein Versuchs- und Messprogramm einheitlich festgelegt, das vom Auftraggeber überwacht und protokolliert wird. Darüber hinaus steht jedem Bieter frei, weitere Versuche zur Optimierung der Entwässerungsergebnisse durchzuführen. Die Auswertung der Angebote erfolgt im ersten Schritt durch formale Prüfung und Prüfung auf Vollständigkeit und rechnerische Richtigkeit. Anschließend wird eine technische Bewertung der Angebote durchgeführt. Im nächsten Schritt werden die Angebote einem Wirtschaftlichkeitsvergleich unterzogen. Dabei werden die erforderlichen Investitionen gemäß den einzelnen Angeboten mit einem Kapitalwiedergewinnungsfaktor in Kapitalkosten (gleichförmige Kostenreihe) umgerechnet. Der Kapitalwiedergewinnungsfaktor (a) wird bei einem Realzinssatz (i) von 3,0 % in Abhängigkeit von der Abschreibungsdauer (n) wie folgt ermittelt: a = i · (1+i)^n / ((1+i)^n - 1). Als Abschreibungszeiträume werden für die Maschinentechnik 12 Jahre, für die Kammerfilterpressen (nur die Pressen selbst, ohne Peripherieaggregate) 22 Jahre und für die EMSR-Technik 12 Jahre angesetzt. Diese Annahmen wurden nach den Empfehlungen in den KVR-Leitlinien der LAWA getroffen und sind für alle Bieter einheitlich festgelegt. Anschließend wird ein Vergleichswert für die Betriebskosten der einzelnen Anlagen errechnet. (Hierbei handelt es sich um eine theoretische Gegenüberstellung, die eine Gewichtung unterschiedlicher Anlagentypen und Betriebskennwerte für die maßgeblichen Parameter ermöglicht, nicht um eine vollständige Betriebskostenberechnung). Der Personaleinsatz ist von der Stadtentwässerung Hannover wie folgt festgelegt: Kammerfilterpressenanlage: 9 Personen, Zentrifugenanlage: 6 Personen. Die Personalkosten betragen brutto 50 000 EUR (a·Person), also 450 000 EUR/a für eine Kammerfilterpressenanlage und 300 000 EUR/a für die Zentrifugenanlage. Kosten für die Schlammkonditionierung: Die Kosten für die Konditionierung mit Eisen werden nicht berücksichtigt, weil sie nicht von der gewählten Maschinentechnik abhängig sind. Die Kosten für die Polymerkonditionierung werden als Produkt der Jahresfeststoffmenge (ca. 17.465 Mg/a) des spezifischen Polymerbedarfs (Angabe des Bieters, ohne Versuche mindestens 10,1 kg/Mg TR bezogen auf die Wirksubstanz (für eine Zentrifugenanlage 13,9 kg/Mg TR)) und der spezifischen Polymerkosten (brutto 4,07 €/kg Wirksubstanz) errechnet. Der Strombedarf für die Anlagen ist vom Bieter verbindlich festzulegen. Er wird anhand der Anschlusswerte für die einzelnen Aggregate (Bieterangaben) und der zugehörigen Laufzeiten (systembedingte Vorgaben bzw. Festlegung der Stadtentwässerung Hannover) auf Plausibilität geprüft und ist im Zuge der Versuchsdurchführung nachzuweisen. Mit dem spezifischen Strompreis von brutto 0,15254 €/kWh werden die Stromkosten ermittelt. Wärmebedarf besteht nur für die Heizung der Halle und der Betriebsräume. Er ist unabhängig vom Entwässerungssystem und wird in dem Kostenvergleich nicht berücksichtigt. Der Betriebswasserbedarf für die Reinigung der Aggregate ist vom Bieter verbindlich festzulegen. Der Wasserbedarf für die Polymeraufbereitung wird aus dem spezifischen Polymerbedarf (s.o.) und der gewünschten Konzentration der Gebrauchslösung (0,5 %) ermittelt. Die Kosten werden mit einem spezifischen Betriebswasserpreis von brutto 0,50 EUR/m³ errechnet. Kosten für die Schlammentsorgung: Die Kosten für die Schlammentsorgung ergeben sich aus dem erreichten Entwässerungsergebnis (Angabe des Bieters, ohne Versuche höchstens 22 %TR sowohl für die Kammerfilterpressen als auch für Zentrifugenanlagen), der Jahresfeststoffmenge (ca. 17 465 Mg/a) und den spezifischen Entsorgungskosten (brutto 38 €/Mg Schlammoriginalsubstanz). Kosten für Wartung, Unterhaltung und Reparatur: In die Ausschreibung sind Positionen für die Verschleißteile aller Maschinen für den Betrieb der ersten beiden Jahre und der Folgejahre aufgenommen. Weiterhin wird die Vollwartung aller Anlagenteile für die ersten vier Betriebsjahre (verlängerte Verjährungsfrist für Mängelansprüche) und die Folgejahre abgefragt. Daraus wird als Summe der Gesamtpreise aus den entsprechenden Positionen ein Wert für Wartung, Unterhaltung und Reparatur errechnet. Ein Vergleichswert für den CO2-Ausstoß bedingt durch die Herstellung und den Betrieb der Anlage wird nach folgenden Ansätzen ermittelt und monetär bewertet: Herstellung der Anlage: Für die Herstellung der Anlage wird die Masse der Entwässerungsaggregate als Parameter für die Stahlmasse der Gesamtanlage herangezogen. Die Masse wird mit der Anzahl der Aggregate und für die Peripherie pauschal mit einem Faktor 1,2 multipliziert. Das CO2-Äquivalent für die Herstellung des Stahls wird mit 1.574 kg CO2/Mg Stahl angesetzt. Zur Ermittlung des durchschnittlichen jährlichen CO2-Ausstoßes wird das Ergebnis durch die Nutzungsdauer gemäß Kapitalkostenberechnung (12 bzw. 22 Jahre) dividiert. Herstellung der polymeren Flockungshilfsmittel: Für die Herstellung der Flockungshilfsmittel wird der vom Bieter angegebene Jahresbedarf der Gesamtanlage herangezogen. Das CO2-Äquivalent für die Herstellung des Flockungshilfsmittels wird mit 5.000 kg CO2/Mg Wirksubstanz angesetzt. Transport der polymeren Flockungshilfsmittel: Für den Transport der Flockungshilfsmittel wird der vom Bieter angegebene Jahresbedarf der Gesamtanlage herangezogen. Die Wirksubstanzkonzentration wird mit 50 % der Handelsware veranschlagt. Als mittlere Transportentfernung werden 350 km angesetzt. Das CO2-Äquivalent für den Transport wird mit 106 g CO2/(km·MgZuladung) für die einfache Transportentfernung angesetzt. Transport des entwässerten Schlammes: Zur Ermittlung der Jahresschlammmenge wird der vom Bieter angegebene erreichbare Feststoffgehalt zur Umrechnung der Dünnschlammmenge von 582 175 m³/a mit einem Feststoffgehalt von 3 % TR herangezogen. Als mittlere Transportentfernung werden 100 km angesetzt. Das CO2-Äquivalent für den Transport wird mit 106 g CO2/(km·MgZuladung) für die einfache Transportentfernung angesetzt. Energiebedarf der Anlage Der vom Bieter angegebene, geprüfte Strombedarf für die Gesamtanlage wird mit einem CO2-Äquivalent von 625 g CO2/kWh multipliziert. Die monetäre Bewertung des CO2-Ausstoßes erfolgt mit brutto 75 €/Mg CO2. Aus der Summe der Kapital- und der zum Vergleich herangezogenen Betriebskosten werden die Jahreskosten der einzelnen Angebote errechnet. Der Bieter, der nach diesem Berechnungsansatz das wirtschaftlichste Angebot unterbreitet und die Kennzahlen für die Berechnungen durch Versuche belegen kann, erhält den Zuschlag. Die Nebenangebote werden auch gemäß den o.g. Kriterien bewertet. Dementsprechend müssen alle Haupt- und Nebenangebote alle für diese Prüfung erforderlichen Angaben enthalten, sonst werden sie als nicht prüffähig aus der Wertung ausgeschlossen.

Deadline

Die Frist für den Eingang der Angebote war 2009-07-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2009-04-18.

Wer? Wie? Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2009-04-17 Auftragsbekanntmachung
2010-03-25 Ergänzende Angaben
Auftragsbekanntmachung (2009-04-17)
Objekt
Umfang der Beschaffung
Titel: Schlammbehandlungsanlage
Volltext:
“Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Klärwerk Gümmerwald Erneuerung der Schlammentwässerung. Die Landeshauptstadt Hannover, Eigenbetrieb...”    Mehr anzeigen
Ort der Leistung
Hannover 🏙️
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Bauleistung
Verordnung: Europäische Gemeinschaften
Originalsprache: Deutsch 🗣️

Verfahren
Verfahrensart: Offenes Verfahren
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Angebotsart: Gesamtangebot
Art des öffentlichen Auftraggebers: Körperschaften
Haupttätigkeit: Umwelt

Öffentlicher Auftraggeber
Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: Landeshauptstadt Hannover - Eigenbetrieb Stadtentwässerung
Land: Deutschland 🇩🇪
Kontakt
Internetadresse: www.hannover.de/stadtentwaesserung 🌏

Referenz
Daten
Veröffentlichungsdatum: 2009-04-18 📅
Empfangsdatum: 2009-04-17 📅
Absendedatum: 2009-04-17 📅
Einreichungsfrist: 2009-07-02 📅
Versanddatum der Vertragsunterlagen: 2009-06-18 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer (Legacy): 108429-2009
ABl. S-Ausgabe: 75/2009

Objekt
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Schlammbehandlungsanlage 📦
Quelle: OJS 2009/S 075-108429 (2009-04-17)
Ergänzende Angaben (2010-03-25)
Objekt
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Ergänzende Angaben

Referenz
Daten
Veröffentlichungsdatum: 2010-03-30 📅
Absendedatum: 2010-03-25 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer (Legacy): 91076-2010
ABl. S-Ausgabe: 62/2010
Verweist auf Bekanntmachung: 108429-2009
Quelle: OJS 2010/S 062-091076 (2010-03-25)