Softwarepaket für Eisenbahnleitsysteme

WSW mobil GmbH

Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Planung, Bau, Lieferung und Inbetriebnahme eines Betriebssystems (Zugsicherung / Zuglenkung) für die Wuppertaler Schwebebahn. Die Modernisierung der Wuppertaler Schwebebahn hat das Ziel, die Attraktivität dieses Verkehrsmittels zu verbessern. Auf Grund des steigenden Fahrgastaufkommens müssen die Anforderungen an das Nahverkehrssystem Schwebebahn erhöht werden. Eine Verbesserung des Komforts, kürzere Taktzeiten und Verbesserung des Services sind mit der heutigen Signalanlage (Baujahr 1962) nicht möglich. Außerdem sind die heutigen Fahrzeuge nahezu am Ende ihres Lebenszyklusses (Baujahr 1972-1975) angelangt. Der Aufwand für Erhaltung der Fahrzeuge und der Signalanlage steigt ständig. Bei einem hohen Sicherheitsstandard gem. BoStrab soll zur Steigerung der Kapazität bei gleichbleibender Fahrzeuglänge und -breite die minimal mögliche Taktfolge von derzeit 180 auf 120 Sekunden gesenkt werden. Gleichzeitig soll die Fahrzeit (unter Berücksichtigung auch der erforderlichen Haltestellenaufenthaltszeiten) für die Gesamtstrecke je Richtung von 30 auf ca. 25 Minuten reduziert werden. Damit soll die Attraktivität für die Fahrgäste verbessert werden (Schnelligkeit und Pünktlichkeit). Zusätzlich sollen die Wirtschaftlichkeit des Systems erhöht und Komfort sowie Service gesteigert werden. Das erneuerte System soll u.a. — hohe Sicherheit, — zuverlässiger Betrieb, — hohe Verfügbarkeit, — hohe Akzeptanz durch die Fahrgäste und die Öffentlichkeit, — hohe Bedienerfreundlichkeit für die Mitarbeiter, — 120 s Taktfolge, — Fahrzeit von Endstelle zu Endstelle je Fahrtrichtung maximal ca. 25 Minuten, — Sonderfahrten z.B. mit dem historischen Kaiserwagen zusätzlich zum übrigen Fahrbetrieb. Die Strecke der Wuppertaler Schwebebahn zwischen Vohwinkel und Oberbarmen ist 13,3 km lang (Betriebsstreckenlänge) und als einschienige, zweigleisige Bahnanlage ausgeführt. Von der Gesamtstrecke verlaufen 10,0 km über dem Flussbett der Wupper und 3,3 km über Straßen in den Ortsteilen Sonnborn und Vohwinkel. Der Gleisabstand beträgt 4 m und berücksichtigt den Fahrzeugausschlag in Querrichtung, das Pendeln, bis zu einem Winkel von max. Der Kurvenradius auf der Strecke liegt bei mindestens 50 m. Die gesamte Gleislänge beträgt ca. 28 km. Die Gradiente hat auf der Gesamtstrecke von 13,3 km einen maximalen Höhenunterschied von 37,8 m zu überwinden. Es sind 20 Haltestellen (einschließlich der Endhaltestellen Vohwinkel (Werkstatt) und Oberbarmen (Wagenhalle)) vorhanden. Somit beträgt der mittlere Abstand zwischen Haltestellen rund 700 m. Die vorhandenen Fahrzeuge erreichen eine Maximalgeschwindigkeit von 60 km/h. Die Schwebebahnfahrzeuge wenden an den Endstellen über Gleisbögen mit Radien von ca. 9 m über die „Kurzwende“ unmittelbar hinter den Ankunfts- und Abfahrtshaltestellen. Die Weichen der Schwebebahn bestehen bei diesen Kurzwenden aus Weichenwagen, bei denen ein rollender Oberwagen mit den Gleisstücken der beiden möglichen Fahrtrichtungen komplett in Querrichtung verschoben wird. Aufgrund der Streckencharakteristik ist der Betrieb organisiert wie ein „horizontaler“ Paternoster (bzw. Karussellbetrieb), mit der Möglichkeit, die Schwebebahnzüge entsprechend dem Fahrplan in Vohwinkel bzw. Oberbarmen ein- und auszusetzen. Die Zugsicherung (derzeit Selbstblockanlage mit ortsfesten Lichtsignalen) hat die originäre Aufgabe, dass Berührungen der Züge untereinander sicher vermieden werden. Eine zusätzliche Aufgabe des Systems ist die Absicherung gegen Absturz, der entstehen könnte, wenn ein Fahrzeug eine „offene“ Weiche befahren würde. Das vorhandene Zugsicherungssystem ist mit Einführung des neuen Betriebssystems komplett zu ersetzen. Die Leistungsfähigkeit ist durch einen dauerhaften Mindesttakt von 120 Sekunden im realen Betrieb zu erhöhen. Die neuen Systeme (Systemkomponenten) müssen dem Stand der Technik entsprechen und mindestens die gleiche Sicherheit wie heute erzielen. Zur Unterstützung der Betriebsabwicklung sind entsprechende Einrichtungen / Hilfssysteme zur Zuglenkung und Disposition vorzusehen. Eine zentrale Lenkung und Überwachung des Schwebebahnbetriebs ist in der gemeinsamen Leitstelle für Schwebebahn- und Busbetrieb aufzubauen. Der vorgesehene Ablauf der Leistungserbringung richtet sich nach dem Rahmenterminplan. Besondere Beachtung muss finden, dass in separater Ausschreibung zeitgleich neue Fahrzeuge beschafft werden, in die auch die entsprechende Systemtechnik einzubauen ist. Es wird Übergangszeiten geben, in denen ein Mischbetrieb zwischen alten und neuen Fahrzeugen erforderlich ist. Ggf auch mit alter und neuer Zugsicherungstechnik. Systemkomponenten des auszuschreibenden, neuen Betriebssystems können auch im Rahmen der Erprobung eines „Erstfahrzeugs“ getestet werden. Eine enge Abstimmung und Kooperation zwischen Fahrzeuglieferant und Betriebssystemlieferant ist unabdingbar.

Deadline

Die Frist für den Eingang der Angebote war 2010-03-02. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2010-01-27.

Wer? Wie? Wo?
Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2010-01-22 Auftragsbekanntmachung
Auftragsbekanntmachung (2010-01-22)
Objekt
Umfang der Beschaffung
Titel: Softwarepaket für Eisenbahnleitsysteme
Volltext:
“Bezeichnung des Auftrags durch den Auftraggeber: Planung, Bau, Lieferung und Inbetriebnahme eines Betriebssystems (Zugsicherung / Zuglenkung) für die...”    Mehr anzeigen
Ort der Leistung
Wuppertal, Kreisfreie Stadt 🏙️
Metadaten der Bekanntmachung
Dokumenttyp: Auftragsbekanntmachung
Art des Auftrags: Lieferauftrag
Verordnung: Europäische Gemeinschaften, mit GPA-Beteiligung
Originalsprache: Deutsch 🗣️

Verfahren
Verfahrensart: Verhandlungsverfahren
Vergabekriterien
Wirtschaftlichstes Angebot
Angebotsart: Gesamtangebot
Art des öffentlichen Auftraggebers: Sektoren
Haupttätigkeit: Städtische Eisenbahn-, Straßenbahn-, Oberleitungsbus- oder Busdienste

Öffentlicher Auftraggeber
Identität
Name des öffentlichen Auftraggebers: WSW mobil GmbH
Land: Deutschland 🇩🇪

Referenz
Daten
Veröffentlichungsdatum: 2010-01-27 📅
Empfangsdatum: 2010-01-22 📅
Absendedatum: 2010-01-22 📅
Einreichungsfrist: 2010-03-02 📅
Kennungen
Bekanntmachungsnummer (Legacy): 25393-2010
ABl. S-Ausgabe: 18/2010

Objekt
Gemeinsames Vokabular für öffentliche Aufträge (CPV)
Code: Softwarepaket für Eisenbahnleitsysteme 📦
Quelle: OJS 2010/S 018-025393 (2010-01-22)