Objektplanung für die Sanierung der Zentralsterilisation des Universitätsklinikums Düsseldorf (Vergabe-Nr. 050/11)
Das Universitätsklinikum Düsseldorf (nachfolgend UKD) verfügt über eine Zentrale Sterilgutversorgungsabteilung (nachfolgend ZSVA).
Die ZSVA am UKD wird derzeit im 16-Stunden-Betrieb ohne Nachtdienst bewirtschaftet. Es stehen derzeit insgesamt 1 700 m² Fläche zur Verfügung. Es werden ca. 75 000 STE/Jahr aufbereitet. Die technische Ausstattung umfasst 3 Taktbandanlagen, 1 Container/Korbwaschanlage, 4 Reinigungs- und Desinfektionsgeräte, 3 Ultraschallgeräte, 8 Siegelgeräte, 6 Dampfautoklaven und 3 Plasma-Sterilisatoren. Die ältesten Geräte weisen inzwischen eine Betriebsdauer von über 20 Jahren aus. Eine dv- gestützte Chargendokumentation stellt die Dokumentation der Aufbereitungsschritte sicher.
Baulich ist die ZSVA in 3 Bereiche plus Nebenflächen (Büro, Aufenthaltsraum, Umkleiden, Schleusen) aufgeteilt:
Unreine Seite (ca. 500 m² Fläche).
Nach der Anlieferung der aufzubereitenden Siebsets in der Anlieferstation der automatischen Warentransportanlage oder durch den klinikeigenen Kurier-Express-Paketdienst erfolgt die Erfassung in der Chargendokumentations- Software. Dabei werden die an den Siebschalen befestigten Barcode´s via Scanner erfasst. Anschließend erfolgt die Zuordnung der einzelnen Siebe zu den RDG's bzw. TBA’s.
Die Reinigung und Desinfektion erfolgt unter validierten Abläufen nach der Leitlinie der DGKH-DGSV-AKI Stand 10/2008. Es werden grundsätzlich alle (benutzten sowie unbenutzten) Instrumente dem Dekontaminationsverfahren zugeführt.
Neben der maschinellen Aufbereitung werden ggf. manuelle Verfahren nach Herstellerangaben durchgeführt.
Reine Seite (ca. 700 m²).
Nach Reinigung und Desinfektion sowie Prüfung der Prozessparameter der RDGs werden die Siebsets freigegeben. Auf der reinen Seite werden die Medizinprodukte durch Fachpersonal an 22 Packplätzen geprüft und gepackt.
Dabei werden die Packtische wie folgend unterteilt:
1. Packen der Siebe (16),
2. Grobset- Verpackung (1),
3. Dampf- Folienverpackung (4),
4. Plasma- Tyvekverpackung (1).
Die Kennzeichnung der Siebe erfolgt aus der Chargendokumentationssoftware. Zur Rückverfolgbarkeit der Siebe werden diese auf einem Protokoll erfasst. Diese Erfassung dient dann als Anlage zur Dokumentation der Chargeninhalte der Sterilisatoren.
Die reine Seite umfasst zusätzlich.
— Instrumentenmanagement - Lager/Reparaturen.
Das umfassende Management von Artikeln (Instrumente) in Bezug auf Materialbestände, Reparaturen und Bestellungen werden hier von der ZSVA durchgeführt.
— Verbrauchslager.
Dazu zählen Verpackungsmaterialien verschiedener Arten und Medizinprodukte, die einmalig aufbereitet werden.
Sterilgutlager (ca. 350 m²).
Die Be- und Entladung der Sterilisatoren erfolgt einseitig (keine Durchlader). Das Sterilgutlager hat eine Kapazität von ca. 300 STE. Der Transport zu den verschiedenen Verbrauchsstellen im UKD erfolgt in 12 STE-Transportwagen über eine automatische Warentransportanlage und durch den klinikeigenen Kurier-Express-Paketdienst. Der Versandstützpunkt befindet sich im Bereich des Sterilgutlagers.
Der Auftrag umfasst.
1. die Kapazitätsplanung der benötigten Anlagentechnik
2. die Planung (LP. 1 - 9) der Anbindung an die vorhandenen Medien (Dampf, Wasser, Strom, etc.) gem. HOAI 2009 gem. §53 für alle Anlagengruppen exklusive 5 und 6.
3. die Planung der Arbeitsflächen der einzelnen Arbeitsbereiche
4. die Planung (LP. 1 - 9) der baulichen Maßnahmen zum Austausch der technischen Anlagen. HOAI 2009 gem. §33
5. Erstellung einer HU-Bau nach § 24 LHO NW
Alle Maßnahmen sind in enger Abstimmung mit dem gleichzeitig eingeleiteten Projekt der Implementierung eines QM- Systems nach den Vorgaben der DIN EN ISO 13485 und DIN EN ISO 9001 für die ZSVA eng abzustimmen.
In einer ersten Ausbaustufe soll die Kapazität für den Ist-Bedarf (ca. 75 000 STE/Jahr) geplant werden. Für die zweite Ausbaustufe soll die Kapazität um ca. 15-20 % erweitert werden.
Der gesamte Umbau bzw. Austausch der technischen Anlagen soll im laufenden Betrieb durchgeführt werden. Eine Auslagerung von Teilprozessen der ZSVA ist nicht vorgesehen.
Die voraussichtlichen Baukosten betragen ca. 6 500 000, -EUR netto für die Kostengruppen 300-400 nach DIN 276 Teil 1 2008.
Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-12-28.
Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-11-28.
Wer?
Wie?
Wo?
Geschichte der Beschaffung
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Dokument |
2011-11-28
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Auftragsbekanntmachung
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