Verkehrsablauf und Verkehrssicherheit an Arbeitsstellen auf Autobahnen unter unterschiedlichen Randbedingungen FE 01.0176

Bundesanstalt für Straßenwesen

Projektbeschreibung.
Problem/Ziel:
Der Ausbaubedarf sowie der Instandsetzungs- und Erneuerungsbedarf des Bundesautobahnnetzes erfordert auch zukünftig die Einrichtung von zahlreichen Arbeitsstellen längerer Dauer. Diese stellen in der Regel einen erheblichen Eingriff in den Verkehr dar, mit Auswirkungen auf den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Minimierung der Beeinträchtigung des Verkehrs durch Arbeitsstellen wurde der „Leitfaden zum Arbeitsstellenmanagement auf Bundesautobahnen“ durch das BMVBS eingeführt (www.bast.de > Publikationen > Regelwerke zum Download > Verkehrstechnik > Arbeitsstellenmanagement). Darin wird die Bewertung der verkehrlichen Auswirkungen für alle Arbeitsstellen gefordert. Bisher stellt der Leitfaden hierfür jedoch nur das vereinfachte Verfahren nach den „Richtlinien zur Baubetriebsplanung auf Autobahnen (RBAP)“ von 1996 zur Verfügung, in dem Kapazitäten von Arbeitsstellen in Abhängigkeit verschiedener Einflussgrößen angegeben werden. Der Einsatz modifizierter verkehrsrechtlicher Maßnahmen (z.B. modifiziertes Reißverschlussverfahren, „Versetzt fahren“) ist dabei jedoch noch nicht berücksichtigt.
Im vorliegenden Projekt sollen daher umfangreiche empirische Untersuchungen an Arbeitsstellen insbesondere längerer aber auch kürzerer Dauer durchgeführt werden. Ziel ist es, Kapazitäten, Verkehrsstärke-Geschwindigkeits-Diagramme und Verkehrssicherheits-kennwerte für alle praxisrelevanten Randbedingungen anzugeben. Dabei sollen auch Wechselwirkungen zwischen mehreren Arbeitsstellen entlang einer Strecke berücksichtigt werden. In die Untersuchung sollen ebenfalls Möglichkeiten alternativer Absicherungs-maßnahmen und modifizierter verkehrsrechtlicher Anordnungen einbezogen weden. Die Bearbeitung muss dabei in enger Abstimmung mit dem FE 03.0478/2011/OGB „Verbesserung des Verkehrsablaufs und der Verkehrssicherheit in Arbeitsstellen längerer Dauer auf Autobahnen durch neuartige Methoden“ erfolgen, in dem die Akzeptanz und Wirkungspotenziale alternativer Lösungen untersucht und daraus Empfehlungen für deren Einsatz abgeleitet werden.
Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens sollen im Rahmen weiterer Forschungsvorhaben in ein umfassendes neues Verfahren zur verkehrlichen und sicherheitstechnischen Bewertung von geplanten Arbeitsstellen eingebunden werden.
Vorgehen:
Innerhalb des Forschungsvorhabens sind folgende Arbeitsschritte erforderlich:
1. Literaturanalyse,
2. Bestandaufnahme von Arbeitsstellen längerer und kürzerer Dauer in den Bundesländern, Auswertung nach relevanten Kriterien und Auswahl der Untersuchungsstellen in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber,
3. Erhebung und Auswertung von Unfalldaten, Ermittlung relevanter Unfallkennziffern
4. Verkehrsablaufuntersuchungen an Arbeitsstellen längerer und kürzerer Dauer unter Berücksichtigung der verschiedenen Arbeitsstellenbereiche, von Störfällen in Arbeitsstellen sowie des Einflusses mehrerer aufeinanderfolgender Arbeitsstellen,
5. Ergänzung der Verkehrsablaufuntersuchungen durch mikroskopische Verkehrsflusssimulationen zur allgemeingültigeren Beschreibung des Verkehrsablaufs (Das Programm BABSIM kann für die Nutzung im Rahmen des Projektes gegen eine Nutzungspauschale von 500 EUR zur Verfügung gestellt werden),
6. Ableitung von Kapazitäten und q-V-Diagrammen nach dem Vorbild des „Handbuchs für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS)" für alle denkbaren Parameterkombinationen,
7. Zusammenführung und Analyse der Ergebnisse,
8. Dokumentation und Bericht
Zeitrahmen: 24 Monate.
Kostenrahmen inkl. MwSt.: 400 000,00 EUR.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-09-20. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-08-12.

Wer?

Wie?

Wo?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-08-12 Auftragsbekanntmachung