Zentrale Abfrage- und Vermittlungstechnik (z-AVT) für das Land Rheinland-Pfalz - Lieferung, Inbetriebnahme sowie Wartungs- und Supportleistungen

Landesbetrieb Daten und Information Rheinland-Pfalz

Das Land Rheinland-Pfalz beabsichtigt die Notrufabfrage- und Vermittlungstechnik (im Folgenden kurz als Abfrage- und Vermittlungstechnik - AVT - bezeichnet) in den 13 Leitstellen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, der Autorisierten Stelle und dem Lagezentrum des Landes in einem Leitstellenverbund zu zentralisieren (z-AVT). Dazu soll ein einheitliches, standardisiertes und zukunftssicheres System beschafft, implementiert und betrieben werden, das unabhängig vom jeweils eingesetzten Einsatzleitsystem ist.
Als Vertragsgrundlage wird eine Rahmenvereinbarung mit einer voraussichtlichen Laufzeit bis zum Jahr 2022 in Aussicht gestellt.
Die Leistung umfasst die Konzeption, Lieferung, Inbetriebnahme, Schulung und Betriebsunterstützung der z-AVT und einer integrierten Dokumentationsanlage. Dazu gehören die Arbeitsoberfläche für die Nutzer und Administratoren inklusive der notwendigen Bildschirme und Arbeitsplatzkomponenten. Darüber hinaus können USV, Leitstellentische, die Bedienelemente sowie die notwendige Verkabelung und deren Integration Bestandteil der Leistung werden.
Es wird eine an modernen Grundsätzen für verteilte Systeme orientierte Systemarchitektur erwartet, so dass ein Höchstmaß an Ergonomie / Usability, Flexibilität, Erweiterbarkeit und Betriebssicherheit vom Auftragnehmer umgesetzt und betrieblich gewährleistet werden kann. Seitens des Bieters wird eine ausführliche Beschreibung seiner Systemarchitektur sowie der Möglichkeiten zur Skalierbarkeit, Anpassung von Schnittstellen und Erweiterbarkeit im 24/7-Betrieb erwartet.
Der Auftragnehmer hat die z-AVT in die in Rheinland-Pfalz bestehende Systemlandschaft aus zentral oder dezentral angrenzenden Systemen z.B. Notruf, Digitalfunk, öffentliches Telekommunikationsnetz, Analogfunk sowie weitere Drittsysteme (ELA, Haustechnik) zu integrieren.
Die vorzuschlagende Lösung des Anbieters für die Erfüllung der Anforderungen soll höchstverfügbar sein.
Diese Höchstverfügbarkeit ist durch eine entsprechende Konfiguration der z-AVT zu gewährleisten und wird nach Inbetriebnahme der Leitstellen durch den Leitstellenverbund ergänzt.
Das z-AVT-Zentralsystem besteht aus 2 physikalisch voneinander getrennten Systemen Technikzentrale 1 und Technikzentrale 2 an 2 unterschiedlichen Standorten, die sich logisch gegenüber den Leitstellen wie ein System verhalten, intern jedoch unabhängig zu realisieren sind und sich im Falle des Ausfalles eines der beiden Technikzentralen gegenseitig vollständig ersetzen können. Für das z-AVT-Zentralsystem wird eine Verfügbarkeit von 99,999 % gefordert, d.h. das zu beschaffende Gesamtsystem ist so zu konzipieren, dass ein störungsfreier Betrieb und ein unterbrechungsfreies Patchmanagement für das zAVT-Zentralsystem gewährleistet werden kann.
Die einzelnen Standorte der z-AVT werden über ein VPN (VPN z-AVT) als ein Teil des rlp-Netzes miteinander verbunden. Beim rlp-Netz handelt es sich um das zentrale flächendeckende, hochverfügbare, hochperformante Kommunikationsnetz des Landes Rheinland-Pfalz.
Die einzelnen Leitstellen sind so auszustatten, dass der Anbieter einen autarken Betrieb jeder Leitstelle bei Ausfall der Netzanbindung für einen Zeitraum von bis zu acht Stunden mit den in der Leitstelle vorhandenen Systemkomponenten gewährleisten kann. Hiervon unabhängig wird eine höchstmögliche Verfügbarkeit (>= 99,9 %) für sämtliche Dienste der z-AVT durch die örtlich auf den Dienststellen vorhandenen Systemkomponenten auf jeder Leitstelle erwartet.
Die Aufnahme des Wirkbetriebs der ersten BOS-Leitstelle soll nach Abstimmung mit dem Bieter ein halbes Jahr nach Zuschlagserteilung erfolgen. Die Aufnahme des Wirkbetriebs der ersten 6 BOS-Leitstellen, der autorisierten Stelle (AutSt) sowie des Lagezentrums des Landes (LZ) soll innerhalb von 2 Jahren nach der Zuschlagserteilung erfolgen. Die restlichen BOS-Leitstellen werden mit der z-AVT ausgerüstet, wenn eine Erneuerung ohnehin ansteht.
Die Altanlagentechnik und Altgeräte sind zu demontieren und fachgerecht zu entsorgen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2011-06-07. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2011-05-06.

Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2011-05-06 Auftragsbekanntmachung