Betriebsbefragung zum Forschungsprojekt 2.1.306 "Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung 2012"

Bundesinstitut für Berufsbildung

1. Ziel des Auftrags:
Die duale Berufsausbildung in Deutschland leistet einen zentralen Beitrag zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und der Zukunftschancen der Jugendlichen. Sie ermöglicht nach wie vor für einen Großteil der Jugendlichen den Zugang zu einer qualifizierten Fachkräftetätigkeit, schafft eine wesentliche Grundlage für das lebensbegleitende Lernen und führt zu einer Eingliederung in das Sozialversicherungssystem. Auch für die Betriebe hat die duale Berufsausbildung nach wie vor eine bedeutende Rolle zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses und zum Erhalt ihrer Innovationsfähigkeit. Auf gesellschaftlicher Ebene ist die duale Berufsausbildung ein wichtiges Element zur Bewältigung des sozialen und wirtschaftlichen Wandels.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung möchte daher im Rahmen des Forschungsprojektes 2.1.306 „Kosten und Nutzen der betrieblichen Ausbildung 2012 (BIBB-CBS 2012)“ für das Jahr 2012 die Kosten der betrieblichen Berufsausbildung für die Ausbildungsbereiche Indust-rie und Handel, Handwerk, Landwirtschaft, freie Berufe und öffentlicher Dienst erfassen und außerdem eine Abschätzung zentraler Dimensionen des Ausbildungsnutzens für Betriebe vornehmen. Im Hinblick auf die Erfassung der Ausbildungskosten werden im Einzelnen folgende Ziele verfolgt:
— Ermittlung der durchschnittlichen Bruttokosten, Erträge während der Ausbildung und Nettokosten der betrieblichen Berufsausbildung pro Auszubildendem, Ausbildungsjahr und Ausbildungsberuf,
— Hochrechnung der Brutto- und Nettokosten für die Gesamtwirtschaft,
— differenzierte Dokumentation der Höhe, Art und Struktur der Ausbildungskosten,
— Analyse der Einflussgrößen von Kostenunterschieden in der Ausbildung.
Für den betrieblichen Nutzen der Ausbildung nach Übernahme des Ausgebildeten in ein Beschäftigungsverhältnis werden folgende Ziele verfolgt:
— Abschätzung der Größenordnung von zusätzlichen Personalrekrutierungskosten, falls auf die Ausbildung verzichtet würde,
— Zusammenhänge der Ausbildung mit betrieblichen Erfolgsindikatoren, Schätzung von Kosten-Nutzen-Relationen.
Auf der Grundlage der Erhebungsergebnisse sollen Vorschläge für eine wirtschaftliche Aus-bildungsgestaltung erarbeitet werden. Insgesamt soll die Entscheidungsgrundlage für be-rufsbildungspolitische Maßnahmen wesentlich verbessert werden.
Zur Erreichung der Forschungsziele soll eine persönliche Befragung von rund 3 000 Ausbidungsbetrieben (Nettofallzahl) durch geschulte Interviewer mit computertechnischer Unterstützung (CAPI - Computer Assisted Personal Interviewing) durchgeführt werden. Vom Auftragnehmer ist eine Kalkulation für 3 000 Erhebungsfälle zu erstellen sowie eine Kalkulation pro realisiertes Interview für den Bereich von 2 000 bis 3 500 realisierten Interviews.
Ansprechpartner in den Betrieben sind zum einen die Ausbildungsverantwortlichen (Kosten der Ausbildung) und zum anderen die Personalleitungen (Nutzen der Ausbildung). Bei kleineren Betrieben dürfte der Geschäftsinhaber über alle erforderlichen Informationen verfügen. Das Erhebungsinstrumentarium wird inhaltlich vom Auftraggeber vorgegeben (ein Entwurf des Fragebogens ist als Anlage 5 beigefügt). Es ist Bestandteil dieser Leistungsbeschreibung. Die Erhebung bezieht sich auf Ausbildungsberufe, die in 35 3-Stellern der KldB 88 (Klassifizierung der Berufe der Bundesagentur für Arbeit) ausgebildet werden. Die Verteilung der Nettostichprobe auf diese 3-Steller wird vom Auftraggeber vorgegeben. Eine Übersicht über die ausgewählten 3-Steller enthält Anlage 6. Die Erhebung muss im gesamten Bundesgebiet durchgeführt werden (ca. 70 % der Interviews in West- und ca. 30 % der Interviews in Ostdeutschland).
Die Erhebung der Kosten und des Nutzens der Ausbildung erfolgt pro Betrieb für jeweils einen ausgewählten Ausbildungsberuf. Dem Auftragnehmer werden von der Bundesagentur für Arbeit (BA) Adressen von ca. 36 000 Ausbildungsbetrieben zur Verfügung gestellt. Dabei ist zu beachten, dass Betriebe für mehrere 3-Steller gezogen werden können und somit mehrfach in der Adressdatei enthalten sein können. Jeder Betrieb darf aber nur für einen Beruf befragt werden. Die Adressen werden nach Vorgaben des Auftraggebers aus der Betriebsdatei der BA, die alle Betriebe mit mindestens einem/einer sozialversicherungspflichtig Beschäftigten umfasst, zufällig ausgewählt. Die Ziehung erfolgt nach 3-Stellern der KldB 88. In einigen 3-Stellern werden mehrere Ausbildungsberufe ausgebildet (vgl. Anlage 6). Wenn mehrere Ausbildungsberufe des 3-Stellers im Betrieb ausgebildet werden oder ein Betrieb für mehrere 3-Steller gezogen wurde, muss zunächst zufällig ermittelt werden, auf welchen dieser Ausbildungsberufe sich das folgende Interview bezieht.
Der Auftragnehmer prüft das vorliegende Erhebungsinstrumentarium in einem Pretest. Das Instrumentarium ist vorab durch den Auftragnehmer in ein CAPI-Programm umzusetzen, da im Pretest auch die vorgenommene computertechnische Umsetzung getestet werden muss.
Aufgrund der Pretesterfahrungen wird das Instrumentarium vom Auftragnehmer in Abstimmung mit dem Auftraggeber überarbeitet. Mit dem eventuell geänderten Instrumentarium ist die Haupterhebung vom Auftragnehmer durchzuführen. Die Zahl (netto) der in der Haupterhebung pro 3-Steller zu befragenden Ausbildungsbetriebe wird vom Auftraggeber vorgegeben.
Der Auftragnehmer hat die erhobenen Daten mit Hilfe geeigneter Programmroutinen in Abstimmung mit dem Auftraggeber auf Plausibilität zu überprüfen. Gegebenenfalls sind telefonische Rückfragen bei den Befragten durchzuführen und fehlerhafte Angaben zu korrigieren.
Die Betriebe sollen ebenfalls die Möglichkeit haben, Angaben zu besonders wichtigen Fragen (z. B. Löhne) mit Hilfe eines Drop-Offs-Fragebogens nachzuliefern. Zur Vorbereitung einer Hochrechnung sind geeignete Gewichtungs- und Hochrechnungskoeffizienten zu bestimmen und dem Datensatz zuzufügen. Der Auftragnehmer hat einen Abschlussbericht (ca. 30 Seiten, in Arial, Schriftgröße 11, einzeiliger Zeilenabstand) zur methodischen Vorgehensweise zu erstellen.

Deadline
Die Frist für den Eingang der Angebote war 2012-07-30. Die Ausschreibung wurde veröffentlicht am 2012-06-19.

Wer?

Wie?

Geschichte der Beschaffung
Datum Dokument
2012-06-19 Auftragsbekanntmachung
Verwandte Suchen 🔍